Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Übung offenbart gravierenden Mangel
Region Borna Übung offenbart gravierenden Mangel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:07 04.09.2018
In zwei Minuten von den Klassenzimmern zum Sammelplatz: Die Feuerwehr ist sichtlich beeindruckt. Quelle: Julia Tonne
Borna/Neukirchen

8.55 Uhr: Schrill hallt der Alarm durch das Schulhaus in Bornas Ortsteil Neukirchen, minutenlang. Während die Klassen zwei bis vier wissen, was los ist und sich in Zweierreihen an den Türen ihrer jeweiligen Klassenzimmer anstellen, geht es bei den Schulanfängern deutlich unruhiger zu. Einige Kinder bekommen Angst, müssen von den Lehrern behutsam beruhigt werden.

Kinder sind erleichtert: Feuerwehr ist da

Auch Schulleiterin Silvia Ehritt ist zur Stelle, um sich um ihre Schüler zu kümmern. Die Angst der Kinder weicht allerdings schnell der Erleichterung. Denn die Kameraden der Feuerwehr Neukirchen sind bereits vor Ort.

Die Grundschüler freuen sich, dass die Feuerwehr da ist. Quelle: Julia Tonne

„Jedes Jahr gibt es eine Evakuierungs-Übung an der Schule“, sagt Ortswehrleiter Steffen Reichel. Die Helfer wollen wissen, wie lange die Schüler brauchen, um sich vollständig auf dem Sammelplatz einzufinden. Zwar sei Ehritt vorab informiert worden, habe allerdings mehrere Termine genannt bekommen. „Damit sie nicht planen kann“, wie Reichel betont.

Tempo der Schüler beeindruckt

Der Ortswehrleiter war sichtlich beeindruckt ob der Schnelligkeit der Schüler. Nach zwei Minuten waren 120 Kinder draußen – für Lehrer und Schulleitung damit vollzählig. Ein Fehler, wie sich kurze Zeit später herausstellte. Denn Reichel, der den Alarm unbemerkt selbst ausgelöst hatte, brachte die siebenjährige Charlotte noch ins Freie. Weshalb Ehritt die Lehrer eingehend ermahnte, die Kinder nicht nur zu zählen, wenn sie das Schulgebäude verlassen, sondern auch, wenn sie am Sammelplatz angekommen sind.

Das Fehlen eines Kindes hatte die Feuerwehr allerdings ebenfalls selbst zu verantworten. „Ich stand schon in der Reihe im Flur, als mich ein Feuerwehrmann weggefangen und hinter sich versteckt hat“, erzählt Charlotte. „Wir haben es den Lehrern also noch etwas schwerer gemacht“, so Reichel.

Tor zum Schulhof ist zu klein

Ehritt selbst erkannte noch eine andere Schwachstelle während der Evakuierung: das Tor zum Schulhof. „Die kleine Tür ist zu eng, wenn 120 Kinder schnell hier durchmüssen“, erklärte sie. Weshalb der Hausmeister darum gebeten wurde, zukünftig in diesen Fällen das große Tor aufzuschließen. Für eine andere Herausforderung sorgte am Dienstag die Sperrung der Wyhraer Straße, von der die Schulstraße abzweigt. „Wir müssen im Notfall durch die Baustelle, einen anderen Weg gibt es nicht“, so der Ortswehrleiter.

Alarmanlagen sind nicht gekoppelt

Für Unmut sorgte bei den Kameraden – übrigens nicht zum ersten Mal – die Tatsache, dass die Alarmanlage des Hortgebäudes nicht mit der in der Schule gekoppelt ist. Auch umgekehrt nicht. Und genau das kann lebensgefährlich sein. Denn wegen der Zweizügigkeit der jetzigen zweiten Klassen und des damit einhergehenden Platzmangels nutzt die Schule vormittags Räume im Hort, der Hort wiederum nutzt am Nachmittag Zimmer in der Schule. „Die Kinder im Hort hören den Alarm in der Schule nur, wenn es leise zugeht“, sagt Reichel, „aber das ist ja eher selten.“

Schon mehrmals habe er die beiden Träger der Einrichtungen, die Stadt Borna und die Volkssolidarität, auf den gravierenden Mangel hingewiesen. „Geändert aber wurde bislang an der Situation nichts.“ Ob ein erneuter Eintrag im Protokoll dieser Übung nun Abhilfe schafft, sei unklar.

Von Julia Tonne

Der Bühnenboden ist überarbeitet worden, darf aber noch nicht betreten werden, nun steht die Instandsetzung der Hebebühne an. Die Bauarbeiten im Kulturhaus Böhlen lassen derzeit keine Veranstaltungen zu.

04.09.2018

In Borna gibt es Händlerbeschwerden, weil die Zahl der Kunden sinkt. Grund dafür seien Probleme von Kraftfahrern, an Markttagen einen Parkplatz in der Stadt zu finden. Die CDU fordert nun, das Verkehrskonzept auf den Prüfstand zu stellen.

04.09.2018

Der Gewerbeverein Neukieritzsch freut sich nach langer Zeit mal wieder über neue Mitglieder. „Man gewinnt ein gutes Netzwerk“, sagt Schriftführerin Antje Bauer über den Effekt einer Mitgliedschaft.

03.09.2018