Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Ursinus-Bilder aus Borna: Sohn des Künstlers meldet sich
Region Borna Ursinus-Bilder aus Borna: Sohn des Künstlers meldet sich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:05 03.06.2019
Günter und Kerstin Ursinus freuen sich, dass die Bilder seines Vaters einen würdigen Rahmen bekommen haben. Diese sind seit einigen Wochen im Elektronikgeschäft von Uwe Gabler in der Bornaer Bahnhofstraße ausgestellt. Quelle: Kathrin Haase
Borna

Das Leben steckt voller Überraschungen: Ein Zufall führte jetzt den Bornaer Radio- und Fernsehtechniker Uwe Gabler und den einstigen Bagger- und Kraftfahrer Günter Ursinus aus Oberkotzau in Oberfranken zusammen. Ihre Geschichte ist ungewöhnlich, und sie nahm vor wenigen Wochen in der Leipziger Volkszeitung ihren Anfang.

Alte Zeichnungen von Günter Ursinus in Borna wiederentdeckt

Eines Tages hatte Uwe Gabler zu Hause ein paar zusammengerollte Bilder in einem Regal entdeckt: großformatige Bleistift- und Kreidezeichnungen, Skizzen, Entwürfe, aber auch kleine Schriften und Werbeslogans. Fast zwei Dutzend Stück. Er wusste zwar seit Jahren um diesen kleinen Schatz. Doch was wirklich darauf zu sehen ist und von wem sie stammen, wurde ihm erst so richtig bewusst, als er sich die Werke genauer ansah.

Diese großformatigen Zeichnungen hat der Bornaer Gebrauchsgrafiker Werner Ursinus in den 1920er- und 1930er-Jahren angefertigt. Quelle: Kathrin Haase

Mit „W. Ursinus“ sind die Bilder aus den 1920er- und 1930er-Jahren signiert. Sie stammen aus der Feder des Bornaer Gebrauchsgrafikers Werner Ursinus. Er hatte bis zum Kriegsbeginn an der Leipziger Kunstakademie Studenten ausgebildet und war 1992 im Alter von 79 Jahren in Borna verstorben. „Unsere Väter haben sich gut verstanden“, weiß Gabler noch von seinem Vater Wolfgang. „Sie haben viele Jahre in der Mühlgasse 3 a zusammen gearbeitet, in der Druckerei Nöske und bei Büromaschinen Gabler.“

Diese großformatigen Zeichnungen hat der Bornaer Gebrauchsgrafiker Werner Ursinus in den 1920er- und 1930er-Jahren angefertigt. Quelle: Kathrin Haase

Die Bilder fesselten Uwe Gabler so sehr, dass er sie einrahmte und in seinem Geschäft in der Bahnhofsstraße ausstellt. Im Februar berichtete die LVZ darüber, und über eine alte Schulfreundin bekam Günter Ursinus in Oberfranken Wind davon. „Sie rief mich eines Tages an und sagte, dass da ein paar Bilder von meinem Vater ausgestellt sind“, erinnert sich der 62-Jährige an den Beginn der ungewöhnlichen Geschichte. Er nahm schnell Kontakt mit Uwe Gabler auf. Vor wenigen Tagen besuchte er ihn in Borna.

Zum Nachlass des Bornaer Gebrauchsgrafikers Werner Ursinus gehören viele großformatige Zeichnungen. Quelle: Kathrin Haase

Plakate vom Frohburger Dreieckrennen

„Ich hatte die Zeichnungen als Kind schon mal gesehen, aber mit keiner Silbe mehr daran gedacht“, lacht Ursinus über das plötzliche Wiedersehen. Es waren vor allem Plakate, Illustrationen, Anzeigen und Entwürfe, unter anderem fürs Frohburger Dreieckrennen und für die Sparkasse, aber auch Glückwunschkarten. Zu Hause in Oberkotzau, wo der Bornaer seit 1989 lebt, habe er auch einige Aquarelle seines Vaters aufgehängt. Sie zeigen das Reichstor, das Hornsche Hause und die Kunigundenkirche – Motive aus der alten Heimat.

Günter und Kerstin Ursinus besuchten Uwe Gabler (re.) in der Bornaer Bahnhofstraße und plauderten bei Thüringer Roster und Salat über ihre Väter und frühere Zeiten in Borna. Quelle: Kathrin Haase

Spaziergang durch die alte Heimat in Borna

Erst im vergangenen Herbst war Günter Ursinus wieder für ein Klassentreffen nach Borna gereist. Und auch jetzt nutzte er den Kurzbesuch bei Uwe Gabler für einen Spaziergang durch die Stadt, mit der er so viele Erinnerungen verbindet. „Es ist traurig, wenn man sieht, dass viele traditionsreiche Läden mittlerweile geschlossen sind“, bedauert er die aussterbende Innenstadt. „Aber die Wandbilder am Markt und in der Bahnhofstraße gefallen uns gut. Das ist eine tolle Idee“, freut sich seine Frau Kerstin über die Farbtupfer.

Originalbilder bleiben in Borna

Der Bildernachlass seines Vaters soll weiter in Borna bleiben und ist bei Uwe Gabler in guten Händen, findet Ursinus. Er mache sich lediglich einige Kopien davon. „Wer weiß“, sagt der Radio- und Fernsehtechniker und Entdecker der ungewöhnlichen Bildergeschichte, „vielleicht wird ja eines Tages noch die Leipziger Kunstakademie darauf aufmerksam oder das Bornaer Museum.“

Von Kathrin Haase

Zum Glück wurde der Brand schnell entdeckt: Die Groitzscher Wehr musste am Sonntagabend an die alte B 176 ausrücken. Die hatte die Flammen schnell im Griff.

03.06.2019

Zurück ins Mittelalter: Im Volkskundemuseum Wyhra tauchten Besucher in längst vergangene Zeiten ab. Vor allem die Gruppe Eisenhut aus Pegau sorgte für Einblicke ins 14. und 15. Jahrhundert.

02.06.2019

Für 153 Schüler war der 1. Juni der letzte Kindertag. Denn dieser kennzeichnete zugleich das Ende ihrer Kindheit. Schließlich feierten die Schüler aus Groitzsch, Pegau und Elstertrebnitz ihre Jugendweihe.

02.06.2019