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Borna Verkaufswagen kommt nach Borna-Südwest
Region Borna Verkaufswagen kommt nach Borna-Südwest
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15:17 12.06.2019
Waren des täglichen Bedarfs gibt es am mobilen Verkaufswagen, der mittwochs in Borna Südwest- hält. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Auch wenn Wunder etwas länger dauern, das nahezu Unmögliche scheint zumindest vorerst erreicht. Konkret die Versorgung der Bewohner in Borna-Südwest mit Waren des täglichen Bedarfs, wie es zur DDR-Zeit hieß. Also um die Nahversorgung. Seit einigen Wochen steuert ein Wagen der Gebrüder Möllenbeck GmbH immer am Mittwoch um die Mittagszeit die Bergmannstraße und die Straße Am Dreieck an. Dafür hat Klaus Sachse, noch SPD-Stadtrat, wesentlich gesorgt.

Bornaer Stadtrat nahm Kontakt auf

Der Mann vom Jahrgang 1932, seit der Stadtratswahl vom 26. Mai erster Nachrücker seiner Partei, suchte den Kontakt zu dem Unternehmen mit Sitz in Oberwiera bei Chemnitz. Die schlechte Versorgung des Wohngebietes hinter der Eisenbahnbrücke in der Deutzener Straße hatte mehrfach für Diskussionen im Stadtrat gesorgt. Von dort ist es, speziell für ältere Leute ohne Auto, schon recht weit bis zum nächsten Supermarkt an der Lobstädter Straße. Sachse nahm also Kontakt zu dem Unternehmen auf, das seine Wurzeln im Münsterland hat und seit 1990 in Sachsen ansässig ist. Seither rollt der Verkaufswagen zunächst 11 Uhr in der Bergmannstraße und eine Dreiviertelstunde später Am Dreieck an.

Von Oberwiera nach Borna-Südwest

Möllenbeck hat insgesamt sieben Fahrzeuge im Einsatz, so Geschäftsführer Uwe Simon. Dabei sind die Verkaufswagen zwischen Aue, Frankenberg, Markkleeberg und Zeitz unterwegs. „Wir kommen dorthin, wo wir Geschäfte machen“, so Simon. Und er meint damit, „dass wir nicht der Heilige St. Martin sind“. Wer allerdings gedacht hätte, dass die Wagen vor allem auf Dörfern halten, liegt falsch. Für das Unternehmen mit zwölf Mitarbeitern lohnt sich vor allem die Fahrt in Städte oder besser gesagt in Stadtteile, die einer Servicewüste gleichen. Also etwas wie Borna-Südwest, wo es seit Jahren keinen Supermarkt mehr gibt.

15 Kunden in Borna-Südwest

Zehn bis 15 Leute kommen, wenn Möllenbeck hier halt macht. Zu kaufen gibt es Lebensmittel, aber auch Waren aus dem so genannten Non-Food-Sortiment, also Deospray, Seife und Toilettenpapier. Hinzu kommen Fleisch und Backwaren von regionalen Anbietern.

Mobiler Verkaufswagen als Anfang

Kommentar von Nikos Natsidis

Jahrelang waren die Bewohner von Borna-Südwest in Sachen Nahversorgung mehr oder weniger abgehängt. Das hat sich jetzt zwar nicht grundlegend geändert. Gut ist es aber allemal, wenn jetzt dort wenigstens an einem Tag in der Woche ein Wagen hält, mit dessen Angebot sich zumindest der grundlegende Bedarf decken lässt. Das ist ein Anfang.

Der mobile Verkaufswagen Am Dreieck und anderswo ist der Beweis, dass sich durchaus etwas machen lässt, wenn Bürger versorgungstechnisch auf dem Trockenen sitzen. Nicht, weil eine Kommune selbst Lebensmittel, Deo und Toilettenpapier verkaufen kann. Wohl aber, wenn sich jemand kümmert, so wie es der langjährige SPD-Stadtrat Klaus Sachse im konkreten Fall gemacht hat. Dabei ist es klar, dass es noch viel zu tun gibt. Wenn es um die Versorgung mit Lebensmitteln geht, ist Wyhratal mit seinen vier Ortsteilen ebenso eine Wüste wie Eula.

Dabei muss jedem, der sich Versorgung vor Ort wünscht, klar sein, dass kein Unternehmen aus reiner Nächstenliebe ins Dorf oder in den Stadtteil kommt. Wenn es dann entsprechende Angebote gibt, müssen die auch genutzt werden. Zumindest so, dass sich die Anfahrt für den Verkäufer auch beim nächsten Mal wieder lohnt.

Mail an den Autor: n.natsidis@lvz.de

Von Nikos Natsidis

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