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Borna Vermieter kritisieren Gebührenmodell der Kell
Region Borna Vermieter kritisieren Gebührenmodell der Kell
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05:31 01.10.2018
Mehr Müll wegen des neuen Gebührensystems? Vermieter gehen davon aus, dass genau das eintritt. Quelle: Thomas Kube
Borna/Böhlen

Es ist beschlossen: Der Landkreis Leipzig hat beim Thema Abfall das Gebührenmodell umgestellt. Heißt konkret: Veranlagt werden künftig nicht mehr die Haushalte, sondern Grundstückseigentümer. Was für ordentlich Missmut sowohl bei Jörg Becker, Vorstandsmitglied der Wohnungsgenossenschaft (WG) Böhlen, als auch bei Andreas Beier, Vorstandsvorsitzender der Bornaer Wohnungsgenossenschaft (BWG) sorgt. Beide hatten sich im Vorfeld der Kreistagsentscheidung gegen das neue Gebührensystem ausgesprochen – und gemeinsam mit der Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft, der WG Regis-Breitingen, Rend und Neuseen Wohnen ein entsprechendes Schreiben an Landrat Henry Graichen (CDU) verfasst. „Was leider keinen Erfolg hatte“, sagt Beier.

Mehrere Berechnungsvarianten möglich

Für die Vermieter heißt das jetzt, dass sie von der Kommunalentsorgung Landkreis Leipzig (kurz Kell) immer zum 1. Januar einen Vorauszahlungsbescheid über die Gebühren für das ganze Jahr bekommen – und die Kosten anschließend in der Betriebskostenabrechnung auf die Haushalte umlegen. „Was jedoch zu etlichen Schwierigkeiten führen wird“, wie Becker deutlich macht. Auf mehrere Berechnungsvarianten können die Vermieter zurückgreifen: Entweder sie berechnen die Müllgebühren auf Grundlage der Quadratmeterzahlen der jeweiligen Wohnungen oder aber auf Grundlage der im Haushalt lebenden Personen. Beides bringe laut Becker und Beier Nachteile mit sich.

Die BWG will die Personenzahl zugrunde legen. Das Prozedere sähe dann so aus: Die Kell schickt dem Vermieter den Vorausbescheid, der auf der Zahl der beim Einwohnermeldeamt gemeldeten Personen basiert. „Allerdings müssen die Zahlen der gemeldeten Personen und der tatsächlich im Haus lebenden Menschen nicht übereinstimmen“, sagt Beier. Denn angenommen, die Kell meldet 15 Personen im Haus, zwei aber sind ausgezogen, aber noch nicht abgemeldet, zahlen letztlich 13 Leute für 15. „Und wir dürfen die Zahlen beim Einwohnermeldeamt nicht nachprüfen“, kritisiert er. Das Gleiche könne passieren, wenn es innerhalb des Jahres Auszüge gebe. Werden aus 20 nur noch 16 Leute, bleiben die 16 auf den Kosten für 20 sitzen.

Viel besser sieht es laut Becker aber beim Zugrundelegen der Quadratmeterzahl auch nicht aus. Eine Person, der alleine 60 Quadratmeter zur Verfügung stehen, zahlt künftig genauso viel wie fünf Personen, die auf 60 Quadratmetern wohnen. Becker geht davon aus, dass sich das auf das Zusammenleben im Haus auswirken werde. „Natürlich werden Einzelpersonen dann genau gucken, was jeder andere an Müll produziert“, sagt er. Zudem bleibe der Vermieter auf den Müllkosten sitzen, wenn ein Mieter ausziehe.

Wohnungsgesellschaften wechseln zum Müllcontainer

Langfristig werden sowohl die WG Böhlen als auch die BWG die Einzeltonnen für die Haushalte abschaffen und stattdessen Großcontainer aufstellen. „Was keineswegs zur Müllvermeidung beiträgt, sondern das Müllaufkommen ansteigen lässt“, wie Becker betont. Er weiß aus Erfahrung – die WG Böhlen ist auch Vermieter in Leipzig – „dass die Leute den Müll kaum noch trennen werden“. Zudem lande vermehrt Sperrmüll in den Containern, deren Größe bringe den Mietern einen gewissen Komfort beim Wegwerfen ein. „Wer bislang schon viel Müll produziert hat, profitiert von den Großcontainern. Wer bislang eine 60-Liter-Tonne hatte, zahlt künftig mehr“, fasst es Becker zusammen. Was sowohl er als auch Beier kritisieren, ist die Tatsache, dass das neue Gebührensystem in keiner Weise verursachergerecht sei.

Von Julia Tonne

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