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Borna Völkerschlacht: Heimatverein erinnert an Röthas Rolle
Region Borna Völkerschlacht: Heimatverein erinnert an Röthas Rolle
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13:18 14.10.2018
Hoher Besuch: die Marketenderinnen Bettina Wallasch (li.) und Ina Heise mit den Monarchen Friedrich-Wilhelm III., Kaiser Franz und Zar Alexander I.
Hoher Besuch: die Marketenderinnen Bettina Wallasch (li.) und Ina Heise mit den Monarchen Friedrich-Wilhelm III., Kaiser Franz und Zar Alexander I. Quelle: Julia Tonne
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Rötha

 Der Stadt- und Heimatverein Rötha hat es sich nicht nehmen lassen, am Wochenende ausgiebig zu feiern und zugleich an Röthas Rolle während der Völkerschlacht zu erinnern. Und das trotz der Unsicherheit, wie es mit dem Museum weitergeht, und trotz einer fehlenden klaren Linie von Seiten der Stadtverwaltung, was mit dem Gebäude passieren soll. „Heute geht es erst einmal darum, mit den anderen Vereinen der Stadt und den Besuchern einen schönen Tag zu verbringen“, machte Bettina Wallasch deutlich, die Vorsitzende des Vereins.

Basteln, Kochen, Ausstellungen: Mit allerlei Mitmachaktionen hat der Röthaer Stadt- und Heimatverein zum Tag der offenen Tür eingeladen. Anlass war der 205. Jahrestag der Völkerschlacht.

Anlässlich des 205. Jahrestags der Völkerschlacht statteten auch drei Monarchen dem Museum einen Besuch ab. Die Alliierten, Preußenkönig Friedrich-Wilhelm III., der Österreichische Kaiser Franz und Russlands Zar Alexander I., trafen sich an alter Wirkungsstätte erneut – allerdings diesmal in friedlicher Mission. „Spätestens, seit das Schloss gesprengt wurde, ist Röthas Rolle in der Geschichte der Völkerschlacht zunehmend in Vergessenheit geraten“, begründete Wallasch. Dabei war das Schloss einst Hauptquartier der Verbündeten gegen Napoleon. „Wir nutzen den Tag jedes Jahr, um die Historie aufleben zu lassen“, erklärte Hans-Joachim Keil, alias Zar Alexander.

Museum stellt auch Fruchtsaft-Geschichte vor

Zugleich nutzte der Verein den Tag, um noch weitere Ereignisse der Historie zu zeigen. Seit Sonnabend ist im Museum eine Ausstellung zur Freiherrlich von Friesen’schen Gartendirektion zu sehen – ein Vorläufer von Sonnländer. „Rötha ist bekannt für Obstanbau und Fruchsaftherstellung, auch deshalb rücken wir diese Zeit in den Fokus“, betonte Wallasch.

Auf selbst angebautes Obst griff auch der Gewerbeverein Rötha am Sonnabend zurück. Er kredenzte Waffeln „nach Omas Geheimrezept“, wie Rainer Rademacher verriet, mit selbst gemachtem Apfelmus. „Und wie auffällt, stehen hier nur Männer hinter dem Waffeleisen“, stellte Rademacher klar. Diese seien schlicht die besseren Köche. Ab und an verzichteten die Waffelbäcker aber auf ihre modernen Geräte zum Brutzeln und setzten stattdessen auf eine gusseiserne Form der historischen Feldschmiede.

Vereine sind Standbein eines Ortes

Sven Klughardt war einer der zahlreichen Besucher im Museum. Gemeinsam mit Sohn Finn entdeckte er die verschiedenen Stände der Röthaer Vereine und die Bastelangebote des Heimatvereins. „Der Tag ist für uns jedes Jahr ein Muss, wie sind immer mit dabei“, machte Klughardt deutlich. Aus dem einfachen Grund, dass die Ehrenamtlichen der Stadt ein kinderfreundliches und abwechslungsreiches Fest auf die Beine stellen würden. „Die Vereine sind das Standbein eines jeden Ortes. Ohne sie wären solche Feste und Feiern nicht denkbar.“

Rezept für Röthaer „Kalte Ente“

Passend zur neuen Ausstellung rund um Röthas Obst- und Fruchtsaftgeschichte gibt es ein Rezept für „Kalte Ente“. Benötigt werden drei Zitronen, fünf Flaschen Röthaer Apfeltischwein, eine Flasche Stachelbeer-Dessertwein, 200 ccm Weinbrandverschnitt und 400 Gramm Zucker. Alles zusammengemischt und die Zugabe von ein bis zwei Flaschen Röthaer Fruchtschaumwein „Juwel“ ergibt schließlich die kalte Ente.

 

Von Julia Tonne