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Borna Volkskundemuseum Wyhra bekommt neu konzipierte Ausstellung
Region Borna Volkskundemuseum Wyhra bekommt neu konzipierte Ausstellung
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10:00 30.08.2019
Das Volkskundemuseum Wyhra bekommt ein neues Konzept. Quelle: Hans-Jürgen Ketzer
Wyhra

Die Magd hat gut zu tun. Sie muss die festliche Tracht heraussuchen. Schließlich steht eine Taufe an – auf dem Hof in Wyhra. Gemeint ist damitdas heutige Volkskundemuseum, das im nächsten Jahr in wesentlichen Teilen umgestaltet werden soll – „zu einem Geschichtenhof“, wie Sandra Brandt sagt, die Vorsitzende des Fördervereins Museumshof Wyhra. Die Magd gehört zu den erdachten Figuren, anhand derer die Geschichte des Gehöfts aus der Zeit um das Jahr 1900 künftig präsentiert werden soll.

Sammlung in Wyhra wird aufbereitet

Es ist nicht die einzige Veränderung, die dem Verein, der aktuell etwa 15 Mitglieder zählt, vorschwebt. Es gehe um eine moderne und zeitgemäße Aufbereitung der Sammlung im Volkskundemuseum, dessen Ursprünge auf die Endzeit der DDR zurückgehen. Das Gebäude, das derzeit vom Heimatverein des Bornaer Landes betrieben wird und in Obhut des Landkreises ist, geht künftig auf die Stadt Borna über. Die wird einen Mitarbeiter beschäftigen, der in der warmen Jahreszeit weitgehend vor Ort in Wyhra sein wird.

Personen auf dem Bauernhof in Wyhra

In der Ausstellung des Museumsleiters Hans-Jürgen Ketzer wird sich demnächst einiges verändern. Quelle: Andreas Döring

Vor allem aber sind wesentliche Veränderungen in der Ausstellung geplant, ohne dass alles, was der langjährige Museumsleiter Hans Jürgen Ketzer und seine Mitstreiter über Jahre aufgebaut haben, umgeworfen wird. Kern des neuen Konzepts sind mehrere Personen, die zwar nicht geschichtlich belegt sind, die aber durchaus auf dem ehemaligen Bauernhof gelebt haben könnten.

An ihnen sollen die Geschichte und die Veränderungen in der Zeit um die vorletzte Jahrhundertwende festgemacht und vor allem erzählt werden. Eine Idee, die von der Agentur stammt, die für die neue Konzeption verantwortlich ist.

Familiäres Großereignis – Taufe in Wyhra

So gibt es etwa einen Bauern, aber auch eine alte Bäuerin, „seine Mutter“, sagt Fördervereinschefin Brandt. Sie könnten auf dem Hof ebenso gewohnt haben wie zwei junge Mädchen und eben eine Magd und sogar eine Maus. Sie leben in einer Umbruchzeit, in der es neben der traditionellen Landwirtschaft auch schon die Anfänge des Bergbaus gibt. Und es geht um lebenspraktische Fragen – etwa darum, wer dereinst den Hof erben wird und eben um ein familiäres Großereignis, eine Taufe.

Die beiden Schwestern Catharina (l.) und Luise haben Spaß beim Murmeln zum Oma-und Opa-Tag im Volkskundemuseum. Quelle: Claudia Carell

Die Wirren der Zeit sind auch – im erdachten – Leben der Protagonisten zu spüren, wenn etwa die Magd mitbekommt, dass es in der gar nicht so fernen Großstadt Leipzig erste Anfänge einer Frauenbewegung gibt.

Hörstationen im Volkskundemuseum Wyhra

Sandra Brandt ist überzeugt davon, dass sich anhand der Geschichten die Attraktivität des Volkskundemuseums, das künftig als Museumshof firmiert, durchaus steigern lässt. Einige Räume bleiben, wie sie sind. In jedem Fall aber gibt es interaktive Angebote, Hörstationen etwa oder auch Projektionen an der Wand. Sandra Brandt: „Die Dinge sollen sprechen.“

Kinderfest im Volskundemusem: Nils malt mit Federn und Farbe aus Mineralgestein Heiligenbilder. Solche Angebote soll es auch künftig in Wyhra geben. Quelle: Julia Tonne

Museumscafé bleibt in Wyhra

In der alten Scheune wird Platz für museumspädagogische Angebote geschaffen. „Da kommen Tische und Bänke rein“, so Sandra Brandt. Das Museumscafé gibt es auch weiterhin. In drei Schäferwagen, die künftig auf dem Areal stehen, werden Übernachtungsmöglichkeitenfür Pilger auf dem Lutherweg geschaffen. Geplant ist auch ein neues Eingangsgebäude.

Bleibt die Frage, inwieweit sich der künftige Museumshof auch in der Perspektive der klassischen Aufgabe eines Museums widmet – also Bewahren, Katalogisieren und Sammeln. Sicherlich in gewisser Weise, macht die Vereinsvorsitzende klar. Wenn also etwas in und um Wyhra aus der Zeit um 1900 auftaucht, das es wert ist, für künftige Generationen aufbewahrt zu werden, dann dürfte es dafür auch weiterhin Platz geben.

Der Umbau des Volkskundemuseums erfolgt im nächsten Jahr. 2021 öffnet dann der Museumshof Wyhra seine Pforten.

Von Nikos Natsidis

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