Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Volkskundemuseum Wyhra verzaubert Besucher
Region Borna Volkskundemuseum Wyhra verzaubert Besucher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:03 02.06.2019
Die Gruppe Eisenhut aus Pegau stellt das Mittelalter und das zu dieser Zeit typische Handwerk nicht nur dar, sondern lebt die Zeitepoche. Quelle: Julia Tonne
Borna

Wer am Sonnabend zum Volkskundemuseum nach Wyhra kam, betrat gleich am Eingang eine völlig andere Welt. Oder besser gesagt: mehrere andere Welten. Zum einen tauchten die Besucher ins Mittelalter ab, zum anderen erlebten sie einen Ausflug zur Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei. Das Team um Hans-Jürgen Ketzer hatte zum Kinderfest eingeladen – und dabei nicht nur die Kinder im Blick.

Gruppe Eisenhut aus Pegau in Wyhra

Solange Potter seinen Zauberstab noch in der Tasche ließ, drängten sich die Besucher um die Stände der Gruppe Eisenhut aus Pegau. Einer in der Gruppe war der zwölfjährige Nils, der Heiligenbilder malte. Aber nicht mit herkömmlichen Pinseln und Farben, sondern mit Utensilien, die vor mehreren Jahrhunderten gebräuchlich waren. „Um die Farben herzustellen, musste ich Mineralgestein zermahlen“, erklärte er seinen Zuschauern. Um aus den feinen Krümeln schließlich flüssige Farbe zu machen, brauche es dann Eigelb oder Leinöl und etwas Wasser.

Stifte nicht aus dem Schreibwarengeschäft

Und auch die Stifte von Nils gibt es heutzutage in keinem Schreibwarengeschäft. Stattdessen legt er auch hierbei selbst Hand an, schnitzt einen Stock in Form, steckt darauf einen Gänsekiel, in dem mit Wachs befestigte Haare vom Reh oder vom Dachs stecken. Am Nachbartisch erklärte Friedemann den Zuschauern währenddessen die Kunst des Kettenflechtens. Seit Jahren schon gehört der 18-Jährige zum Verein und hat sich dem Handwerk des Sarwürkers, des Panzermachers, verschrieben. Heißt: Er verarbeitet Ringe unter anderem zu Kettenhemden. Geduld ist dabei gefragt, denn je stabiler der Schutz sein soll, um so mehr Ringe muss Friedemann miteinander verbinden. „Und dann kommen auch schon mal einige Kilogramm für ein Hemd zusammen“, sagte er.

Zurück ins Mittelalter: Im Volkskundemuseum Wyhra tauchten Besucher in längst vergangene Zeiten ab. Vor allem die Gruppe Eisenhut aus Pegau sorgte für Einblicke ins 14. und 15. Jahrhundert.

Hajo von Pegau: Das Mittelalter leben

Filigraner hingegen ging es bei Vereinschef Hajo von Pegau zu. Er ist Nadelmacher des 15. Jahrhunderts und stellt nicht nur Nähnadeln her, sondern auch Schmucknadeln für Haare und Hauben. Geduldig erklärte er den neugierigen Besuchern, wie eine Nadel hergestellt wird, nur eines verriet er nicht: wie das Loch in die Messingnadel kommt. Was die Zuschauer vor allem faszinierte, war die Tatsache, dass jeder der Gruppe sein Handwerk nicht nur vorstellte, sondern förmlich lebte. „Wir verkleiden uns nicht, wir leben die Zeit des Mittelalters“, machte Hajo von Pegau deutlich.

Alltagsgegenstände aus Kamelknochen

Ein Grund, weshalb auch Stefan Knauer seit Jahren dem Verein angehört. Er hat einst das Handwerk des Knochenmachers erlernt und stellt mit geschickter Hand Würfel, Spielsteine, Pinzetten und Nadeln her. Mit Messern, Pfeilen und Sägen rückt der 18-Jährige dazu den Rinder- und Kamelknochen zu Leibe, um daraus Alltagsgegenstände zu gewinnen.

Harry Potter in Wyhra

In gewisser Weise erinnerte das jahrhundertalte Handwerk ein wenig an Zauberei. Und die gab es noch an anderer Stelle. Harry Potter hatte nach Hogwarts eingeladen, um dort Kinder in Zauberei und Hexerei einzuweihen. Zunächst einmal war es allerdings unabdingbar, dass die zuschauenden Knirpse die passenden Utensilien kauften – natürlich in der Winkelgasse und mit herbei gezauberten Münzen.

"Harry Potter" (Mitte) brachte den Kindern erste Zaubertricks in Hogwarts bei. Quelle: Julia Tonne

Mehr Werbung fürs Volkskundemuseum Wyhra

„Das Volkskundemuseum hat sich ganz schön was einfallen lassen“, sagte Besucherin Elke Zapf, die mit ihrer Enkeltochter den Tag hier verbrachte. Besonders die Kombination aus Mittelalterhandwerk und der Zauberlehrstunde begeisterte sie, zumal eben nicht nur an die Kinder gedacht worden war, sondern auch an die Erwachsenen. Nur eines bedauerte sie: dass nicht mehr Besucher gekommen waren. „Vielleicht muss das Museum im Vorfeld noch mehr Werbung machen“, erklärte sie. Denn den Nachmittag hätten sicherlich noch mehr Gäste hier verbracht, wenn sie vom Programm gewusst hätten.

Von Julia Tonne

Für 153 Schüler war der 1. Juni der letzte Kindertag. Denn dieser kennzeichnete zugleich das Ende ihrer Kindheit. Schließlich feierten die Schüler aus Groitzsch, Pegau und Elstertrebnitz ihre Jugendweihe.

02.06.2019
Borna Oberschule Regis-Breitingen - Förderverein schreibt an Ministerpräsident

Der Vorstand des Fördervereins der Oberschule Regis-Breitingen bittet Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) um Hilfe. Die Stadt werde mit dem Schulbau alleingelassen. Eine Einladung gibt es auch.

01.06.2019

Autobahnen für Radfahrer sind auch in Sachsen ein Thema, um den Autoverkehr einzudämmen. Zwei der Trassen könnten von Leipzig nach Naunhof sowie von Leipzig nach Markkleeberg führen.

04.06.2019