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Borna Vorerst keine Straßensanierung in Lobstädt
Region Borna Vorerst keine Straßensanierung in Lobstädt
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11:39 09.02.2019
Jüngster Schaden in der Glück-Auf-Straße in Lobstädt. Mit einer raschen Sanierung der Kreisstraße können die Bewohner aber nicht rechnen. Quelle: André Neumann
Neukieritzsch/Lobstädt

Die Anwohner der Glück-Auf-Straße in Lobstädt können nicht mit einer raschen Sanierung ihrer Straße rechnen. Die Reparatur ist aus Sicht der Bürgerinitiative (BI) Verkehrslärm eine Möglichkeit, den Geräuschpegel auf der durch den östlichen Teil des Ortes führenden Kreisstraße 7930 zu senken. In einer Prioritätenliste des Landratsamtes für den Reparaturbedarf an Kreisstraßen mit über 320 Straßenabschnitten steht die Ortsdurchfahrt aber weit hinten.

Mehr Fragen als Antworten

Die Bewertungszahl für den Reparaturbedarf der Glück-Auf-Straße hatte Landrat Henry Graichen (CDU) der BI Anfang Januar auf einer Ortschaftsratssitzung in Lobstädt zugesagt. Erst gut vier Wochen später bekam sie BI-Sprecher Carsten Wiesner ausgehändigt. Sie wirft mehr Fragen auf als sie Antworten gibt.

Unter den Maßnahmenummern 321 bis 324 finden sich vier Abschnitte der K 7930. Die Ortsdurchfahrt in Lobstädt, die 700 Meter zwischen Lobstädt und Großzössen, ein 500 Meter langer Abschnitt zwischen Großzössen und Rötha und ein 459 Meter langer Abschnitt der Ortsdurchfahrt in Rötha.

Landkreis hat Investitionsplan bis 2021

Letzterer hat von den vier Abschnitten mit 4,6 die schlechteste Zustandsnote. Die Sanierung dieses Abschnittes steht im Investitionsplan des Landratsamtes für 2021. Unter den drei übrigen Abschnitten der Kreisstraße hat das Landratsamt die Ortsdurchfahrt in Lobstädt mit der besten Note bewertet (3,7), die beiden Überland-Abschnitte haben in diesem Ranking eine 4,4 und eine 4,5 erhalten. Und während der Abschnitt Großzössen – Rötha immerhin noch „mittelfristig“ eingeplant ist, steht bei der Ortsdurchfahrt Lobstädt: „Langfristig“. Zudem ist deren Dringlichkeit mit 9 bewertet. Die Ortsdurchfahrt in Rötha steht in einem Baupaket mit der Dringlichkeit 4. In 14 solcher Dringlichkeitspakete sind die Straßenabschnitte eingeteilt.

Verwirrung über Erklärungen der Behörde

Was das in Jahreszahlen bedeutet, sagt das Landratsamt nicht. Ein Baudatum könne den Lobstädtern nicht genannt werden, weil „die Planung der Straßenbaumaßnahmen immer von der Bereitstellung der Fördermittel abhängen und sich die Zustände der Straßen teilweise anders entwickeln und sich dadurch insgesamt Verschiebungen ergeben können“, sagt Landratsamtssprecherin Brigitte Laux.

In ersten Reaktionen stieß die Liste auf geteilte Reaktionen. BI-Sprecher Carsten Wiesener leitet daraus immerhin ab, dass die Ortsdurchfahrt vom Landratsamt als reparaturbedürftig eingeschätzt werde. Ortschaftsratsmitglied Werner Winkler wundert sich aber sehr darüber, dass die Glück-Auf-Straße in einem besseren Zustand sein soll, als die beiden Überlandabschnitte.

Neue Schäden wurden noch nicht berücksichtigt

Tatsächlich sagt der Augenschein etwas anderes. In der Glück-Auf-Straße ist erst vor wenigen Tagen wieder der Straßenrand an einer Stelle eingebrochen. Es gibt etliche Flicken, Unebenheiten und Risse. Bekannt ist auch, dass die Zweckverbände für Wasser und Abwasser unter der Fahrbahndecke Sanierungsbedarf an ihren Leitungen sehen.

Den scheinbaren Widerspruch erklärt Brigitte Laux so: „Alles was unter der Note 3,5 in der Zustandsbewertung liegt, sieht für den Laien einfach nur schlecht aus.“ Dagegen seien relevante Faktoren, die die Tragfähigkeit herabsetzen, wie tiefer gehende Netzrisse, Unebenheiten, Welligkeiten und anderes „durch eine bloße Draufsicht nicht zu erkennen“.

Landkreis hat 560 Kilometer Kreisstraßen untersucht

Die Prioritätenliste für das Bauprogramm war aufgestellt worden, nachdem ein mit Kameras, Scannern und Messtechnik ausgestattetes Fahrzeug 560 Kilometer Kreisstraßen unter die Lupe genommen hatte. Das war im Frühjahr 2015. Interessant ist, dass die Glück-Auf-Straße und die anderen drei Abschnitte der K 7930 damals noch gar nicht berücksichtigt wurden. Die wurden erst später aufgenommen, „da die Belastung stärker war, als zum Zeitpunkt der Analyse angenommen“, sagt die Behördensprecherin. Dabei hätten auch veränderte Verkehrsflüsse durch den Bau der A 72 eine Rolle gespielt.

Ändern, auch darauf weist Brigitte Laux hin, könne sich ohnehin immer wieder etwas in der Prioritätenliste. Denn die Straßenbewertung erfolge alle fünf Jahre. 2020 könnte also wieder ein Spezialfahrzeug die Kreisstraßen untersuchen.

Von André Neumann

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