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Borna Was gehört in eine Zuckertüte? LVZ lässt Vorschulkinder selbst packen – ein Experiment
Region Borna Was gehört in eine Zuckertüte? LVZ lässt Vorschulkinder selbst packen – ein Experiment
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09:15 09.08.2019
Geschafft! Die Zuckertüte ist gefüllt. Lucy, Chantal und John dürfen ihre Geschenke behalten und sich nun auf die Schule freuen. Quelle: Kathrin Haase
Borna/Thräna

Eine Zuckertüte heißt Zuckertüte, weil sie den Start ins Schulleben versüßen soll. Haben da Äpfel und Hafermüsli, Reiswaffeln und Früchtetee wirklich etwas verloren?

Die LVZ machte den Test und brachte einen Berg Süßigkeiten, Spielzeug, Vitaminbomben und buntes Schulzeug mit in den Kindergarten „Sonnenkäfer“ nach Thräna und ließ drei Schulanfänger selbst auswählen. Pädagogisch hin und ökologisch her: Lucy Günther, Chantal Böttcher und John Boden haben beim Befüllen ihrer Zuckertüte ganz spontane Kriterien entwickelt. Und die heißen: lecker, bunt, glitzernd, cool.

Kinder müssen selbst entscheiden

Drei Tische bogen sich für das LVZ-Experiment unter der Last der Geschenke. Die Einkaufsliste liest sich wie eine Inventur im Kinderparadies: Einhorn-Badekonfetti, Smiley-Sticker, Minisalamis, Textmarker, Buntstifte, magische Handtücher, Quartettspiel, Wassereis, Radierer, Seifenblasen, Knicklichter, eine Kerze als Buntstift, Waffeln, Aufkleber für Schulhefte, Buntstifte, Plüschtiere, Knete, Popcorn, Bastelschere, Kindertaschentücher, Rätselbücher, Zauberwüfel, Traubenzucker, Brotdose, Tafelkreide und so weiter und so weiter... Das Trio musste Entscheidungen treffen.

Die Wahl zwischen Schokolade und Äpfel entschieden eindeutig die Äpfel für sich. Nein, das war ein Witz! Natürlich griffen die Mädchen und der Junge zielstrebig zur rot-weißen Kinderschokolade, die sie verlässlich aus der Fernsehwerbung kennen. Und langweiliger Früchtetee im Pappkarton hatte gegen die quietschbunte Caprisonne auch keine reale Chance. Reiswaffeln? Hafermüsli mit Beeren? Kommt nicht in die Tüte!

Wunschbox – von der Zuckerkette bis zum Spitzer

Mit geübtem Blick wühlen sich die Drei durch das bunte Füllmaterial und stellen ihre Wunschbox zusammen. Lucy schnappt sich gleich das bunte Kinderpflaster und wirft es hinein. „Weil ich gerne mit meinem Arztkoffer spiele“, erklärt die Sechsjährige. Dabei möchte sie eigentlich Kindergärtnerin werden.

John hat einen Sinn fürs Praktische und hätte am liebsten Schulzeug in seiner Tüte. Beim Wühlen entdeckt der Junge einen roten Spitzer und sichert sich das Geschenk. „Damit kann ich meine Stifte spitzen und immer gut malen.“ Chantal liebt Süßigkeiten und hat sich in eine Sammlung bunter Zuckerketten verliebt. Die Wasserbomben auf dem Nachbartisch sind aber auch nicht schlecht, findet das Mädchen und stapelt weiter. Als angehende Kindergärtnerin weiß die Sechsjährige genau, was sie will.

Ich packe meine Zuckertüte und nehme... Für ein LVZ-Experiment durften Chantal, Lucy und John aus dem Kindergarten Thräna ihre eigene Tüte packen. Vor ihnen lag ein Berg aus Süßigkeiten und Spielzeug.

Auch John hat etwas Tolles entdeckt: Quartettkarten und einen Zauberwürfel. Neugierig dreht der Blondschopf sie in den Händen und packt dann beide Spiele ein. „Ich spiele gerne mit dem Würfel“, meint er. Vielleicht hilft ihm der knifflige Würfel eines Tages, wenn er bei der Polizei um die Ecke denken und die besonders harten Nüsse knacken muss. „Ich werde nämlich Polizist“, strahlt der Junge selbstsicher, „und dann nehme ich alle Verbrecher fest.“ Mindestens zehnmal hat er schon echte Polizisten auf der Straße gesehen und nicht nur zu Hause in seinem Polizeibuch.

Vorfreude auf den Deutschunterricht

Bis zum Schulanfang am 17. August ist es nicht mehr lange hin. Dann gehören Lucy, John und Chantal schon zu den großen Kindern und dürfen ihre eigenen Zuckertüten in den Händen halten. „Am meisten freue ich mich auf den Deutschunterricht“, sagt Lucy, die gerne Bücher über die Lausemaus und über den menschlichen Körper ansieht. Chantal ist die Bastlerin unter den Dreien und kann „schon Blumen und fast alles ausschneiden“. John ist auf Mathe gespannt und kann sogar schon ein bisschen zählen. Wie weit? „Das weiß ich nicht“, überlegt der Junge und lächelt etwas verlegen.

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Selbst wenn die Schule mit Deutsch, Mathe, Sachkunde, Sport, Kunst und Musik künftig einen großen Platz einnimmt, bleibt den Knirpsen immer noch genügend Zeit zum Spielen und Toben. Chantal wird weiterhin mit ihren Schwestern „Mama und Kind“ spielen, im Garten schaukeln, rutschen, auf dem Trampolin springen und sich auf das neue Geschwisterchen freuen, das gerade unterwegs ist. John schaut weiter seine Serien im Fernsehen, „wo die lauter lustige Dinge machen“, und Lucy wird weiter die Nase in ihre Bücher stecken.

„Seit gestern kann ich auch schon schwimmen“, verkündet die Sechsjährige stolz, und fügt hinzu, dass sie „bestimmt schon zwei Meter weit kommt und richtig weit tauchen kann“. Nur den Wunsch nach einem Geschwisterchen bekommt das Mädchen zum Schulanfang auf die Schnelle vermutlich nicht erfüllt.

Wobei? In eine Zuckertüte passt viel rein...

Von Kathrin Haase

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