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Borna Wasserkugel bleibt – Freude in Deutzen und Neukieritzsch nach Gerichtsurteil
Region Borna Wasserkugel bleibt – Freude in Deutzen und Neukieritzsch nach Gerichtsurteil
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20:00 19.05.2016
Die Wasserkugel in Deutzen ist Landmarke und Kulturdenkmal, laut Oberverwaltungsgericht darf die LMBV sie nicht abreißen.
Die Wasserkugel in Deutzen ist Landmarke und Kulturdenkmal, laut Oberverwaltungsgericht darf die LMBV sie nicht abreißen. Quelle: Dieter Wehefritz
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Neukieritzsch/Deutzen

Das Urteil des sächsischen Oberverwaltungsgerichtes, wonach die Deutzener Wasserkugel nicht abgerissen werden darf, wird in Deutzen und Neukieritzsch erfreut aufgenommen. Begrüßt wird die Entscheidung auch im Landratsamt, welches als Denkmalschutzbehörde Verfahrensgegner der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) war. Die will den über 90 Jahre alten Hochbehälter, der als weltweit einzigartig gilt, abreißen.

Die ehemalige Deutzener Bürgermeisterin und jetzige Ortsvorsteherin Marika Nowak freute sich riesig über das Urteil der obersten sächsischen Verwaltungsrichter. Nowak hatte sich schon während ihrer Amtszeit stark für den Erhalt der Wasserkugel eingesetzt. Sie betreibt Vorbereitungen zur Gründung eines Fördervereins, der Geld für die Sanierung beschaffen soll. Erwin Rümenapp, der seit 2001 in Deutzen lebt und sich der Heimatgeschichte verschrieben hat, freut sich ebenfalls über das Urteil. Nach intensiven Recherchen ist er längst zur Überzeugung gekommen: „Die Sache ist es wert, erhalten zu werden.“ Immerhin handele es sich um ein Objekt, „das es meines Wissens in dieser Form nicht noch einmal gibt.“ Ihn als Techniker fasziniere vor allem die Technologie, wie die damalige Firma August Klönne aus Dortmund quasi im Fließbandverfahren in kurzer Zeit und mit minimalem Materialaufwand 200 Kubikmeter Wasser in solche Höhen gebracht hat.

Die Einschätzung des Landratsamtes, welches in dem Rechtsstreit der Sieger ist, fällt nüchtern aus. Die knapp 60 Meter hohe Wasserkugel sei „Kulturdenkmal und Landmarke zugleich“, heißt es in einer Erklärung von Behördensprecherin Brigitte Laux. Der Erhalt sei wünschenswert, „ideal wäre aber eine sinnvolle und nachhaltige Nachnutzung, das ist im Moment leider nicht in Sicht.“

Für den Neukieritzscher Bürgermeister Thomas Hellriegel, der das Urteil positiv bewertet, sei genau jetzt der Zeitpunkt gekommen, nach solchen Nutzungsmöglichkeiten zu suchen. „Wir können uns jetzt auf den Weg machen, nach Ideen zu suchen, um die Kugel im Dorf zu lassen“, sagte er am Donnerstag der LVZ. Er könne sich nicht vorstellen, dass die LMBV sich um eine Revision beim Bundesverwaltungsgericht bemühen werde. Das OVG hatte in seinem Urteil auch die Ansicht gestützt, dass der in staatlicher Hand befindliche Bergbausanierer noch stärker als ein privater Eigentümer eine Pflicht zur Erhaltung von Denkmälern habe.

Die LMBV wollte sich am Donnerstag noch nicht zu dem Urteil äußern, das den Beteiligten vom Gericht am 13. Mai zugestellt worden war. Begründung laut Pressestelle: Die Post vom Gericht erhalte zuerst die Anwaltskanzlei. Die Rechtsabteilung der LMBV kenne das Urteil noch gar nicht.

Von André Neumann