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Borna Weiterer Teil der A 72 bei Leipzig ist offiziell freigegeben
Region Borna Weiterer Teil der A 72 bei Leipzig ist offiziell freigegeben
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16:52 02.08.2019
Die A 72 zwischen Rötha und Borna wurde am Freitag offiziell freigegeben. Von links: Gerald Lehne, Erster Beigeordneter des Landkreises Leipzig, Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), Marco Wanderwitz, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesinnenministerium, Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke, Doris Drescher, Präsidentin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, Röthas stellvertretender Bürgermeister Pascal Németh und Katharina Landgraf (CDU), Abgeordnete für den Landkreis Leipzig, schneiden das Band durch. Quelle: Jens Paul Taubert
Rötha/Borna

Am Freitag ist ein weiterer Abschnitt der A 72 zwischen Chemnitz und Leipzig freigegeben worden. Seit dem Nachmittag können Autofahrer in Richtung Süden schon an der Anschlussstelle Rötha auf die Autobahn auffahren. In der Gegenrichtung wird zwischen Borna und Rötha noch bis Ende September gebaut.

Sachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) eröffnete den vorletzten Bauabschnitt der A 72 am Vormittag bei einem Festakt auf der Anschlussstelle Rötha. An dem nahmen neben zahlreichen Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft auch viele Bürger aus umliegenden Orten teil.

Am Freitag wurde die Autobahn 72 zwischen Rötha und Borna in eine Richtung für den Verkehr freigegeben.

Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte „Wirbelwind“ aus Rötha begrüßten die Autobahn zur Freude der Besucher mit einigen Tänzen und riefen: „Hurra, hurra, die Autobahn ist da!“.

9,5 Kilometer langer Bauabschnitt der A72 ist jetzt fertig

Mit der Fertigstellung des 9,5 Kilometer langen Bauabschnitts rückt nicht nur die Autobahn wieder ein Stück näher an Leipzig heran. Es dürfte damit auch zu einer spürbaren Entlastung für die Bewohner von Espenhain kommen. Jahrzehntelang, darauf wies Röthas stellvertretender Bürgermeister Pascal Németh hin, sei der Ort von einer vierspurigen Straße (B 95) zerschnitten gewesen. Deren vorgesehener Teilrückbau nach dem Bau der Autobahn eröffne eine große „gebietsplanerische Chance“ für den Ort, sagte Németh.

Für die Stadt Rötha insgesamt sei der Autobahnanschluss ein Schritt in Richtung der weiteren Entwicklung als Wohn- und Gewerbestandort und als touristisches Ziel mit den Hainer See. Auch Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) hob die Bedeutung der A 72 „als Voraussetzung für die weitere erfolgreiche Entwicklung unserer Stadt“ hervor.

Mehr zur A72

Die Luftaufnahmen zeigen, wie die A72-Riesenbaustelle von oben aus.

In wenigen Tagen rollt der Verkehr auf einem weiteren Teilstück der neuen A72 südlich von Leipzig.

Einblicke in die Bautätigkeit an der A72 bei Böhlen.

An der Baustelle stand monatelang ein Autowrack herum.

Verkehrsminister Dulig hatte zuvor allen Bürgern gedankt, die das bisherige hohe Verkehrsaufkommen ertragen haben. „Gleichzeitig“, sagte er, „bitte ich die um Verständnis, die diese Belastung noch bis zur Fertigstellung der Gesamtverbindung ertragen müssen.“ Der letzte Abschnitt der A 72 bis zur A 38 ist noch einmal rund sieben Kilometer lang. Der Bau dauert voraussichtlich mindestens bis 2026.

144 Millionen kostete Bau des Teilabschnitts der A72

Der jetzt eröffnet Autobahnabschnitt, an dem seit 2013 gebaut wird, hat nach Angaben des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr rund 144 Millionen gekostet. Dulig sprach am Freitag von knapp 150 Millionen. 111 Millionen habe der Bund beigesteuert.

Als Vertreter des Bundes lobte der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesinnenministerium Marco Wanderwitz (CDU), die A 72 sei so, „wie man sich eine moderne Autobahn vorstellt“. Sie sorge für weniger Verkehrsbelastung für Anlieger und zugleich für mehr Sicherheit. Wanderwitz wies darauf hin, dass seit 1990 insgesamt 6,4 Milliarden Euro Bundesmittel in Straßenverkehrsprojekte in Sachsen geflossen seien.

Die Politiker verschwiegen auf dem Festakt auch nicht jenen Fakt, der bis heute bisweilen für Spott sorgt: „Ich weiß nicht, wann Deutschland plant, sich wieder um eine Fußballweltmeisterschaft zu bemühen...“ sagte Dulig zu Beginn seiner Ansprache unter Gelächter. Er erinnerte damit gleich selbst daran dass die Autobahn Chemnitz-Leipzig ursprünglich einmal im Jahr 2006 fertig sein sollte.

Autobahn wird auf kompliziertem ehemaligen Tagebauboden gebaut

Die damalige Euphorie sei Realismus gewichen, meinte der Minister. Heute baue man hier das teuerste Straßenbauvorhaben Sachsens. „Noch dazu auf einem derart sensiblen Untergrund“, sagte Dulig. Denn schon im jetzt fertig gestellten Abschnitt und noch mehr im nächsten und letzten verläuft die Trasse auf kompliziertem ehemaligen Tagebauboden, der aufwendig verdichtet werden muss.

Die Luftaufnahmen zeigen den aktuellen Stand der Bauarbeiten entlang der A 72 zwischen Borna-Nord und der Anschlussstelle Böhlen-Zwenkau.

Kritische Gedanken machten sich während des Festaktes einige anwesende Landwirte. Dieter Gustmann, zweiter Chef der Agrargenossenschaft Pötzschau, bemängelte, dass keiner der Redner in seinen Dankesbekundungen die Landwirtschaftsbetriebe erwähnt habe. Die, sagte Gustmann, seien die eigentlichen Verlierer des Autobahnbaus, weil Flächen abgegeben werden mussten, Äcker zertrennt und Wirtschaftswege gekappt wurden. Allein das Pötzschauer Unternehmen habe 40 Hektar besten Bodens an die Autobahn verloren.

Bevor am Freitag die Autos auf die Autobahn gelassen wurden, durften Inlineskater und Radfahrer den jungfräulichen Asphalt befahren. Das Angebot wurde reichlich genutzt. Teils gemütlich wie von Christine Wipper und ihrer Tochter Ivonne Lauterbach, die auf einer Radtour einen Abstecher zur Autobahneröffnung gemacht hatten; teils sportlich, wie von den Studenten Maximilian Gresch und Tom Wohlfarth von der Universitätssportgruppe Medisport, die extra aus Leipzig nach Rötha gekommen waren, um mal auf einer Autobahn skaten zu können.

Espenhains Ortsvorsteher Heiko Anger, ein leidenschaftlicher Läufer, nahm die Strecke bis kurz vor die Anschlussstelle Borna Nord und zurück sogar zu Fuß in Angriff.

Wenige Minuten nach 15 Uhr wurde die Auffahrt zur Autobahn frei gegeben, genutzt werden kann sie nur aus Richtung Leipzig. Im Laufe das Nachmittags kam es auf der B 95 vor der Anschlussstelle zu Rückstaus. Grund ist eine gleichzeitig in Betrieb genommene Rufampel für Radfahrer auf dem parallel zur Bundesstraße verlaufenden Radweg, durch die der Verkehr auf der B 95 gelegentlich gestoppt wurde.

Von André Neumann

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