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Borna Weniger Regeln? Eltern kritisieren neues Kita-Konzept in Rötha
Region Borna Weniger Regeln? Eltern kritisieren neues Kita-Konzept in Rötha
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14:29 19.01.2020
In der Kindertagesstätte „Regenbogenland“ in Rötha gibt es Ärger um das neue pädagogische Konzept. Quelle: Jens Paul Taubert
Rötha

Kinder würden nicht angehalten mit Messer und Gabel zu essen, sie dürften schlafen, so lange sie wollen, weswegen sie abends erst spät einschlafen, und es gebe zu viele Freiräume, in denen die Kleinen tun können, was sie mögen. Diese und weitere Vorwürfe machen Eltern von Kindern aus der städtischen KindertagesstätteRegenbogenland“ in Rötha der Kita-Leitung und der Stadtverwaltung.

Ihre Unzufriedenheit bezieht sich im Kern auf das vor drei Jahren eingeführte Konzept einer offenen beziehungsweise teiloffenen Kinderbetreuung. Zugleich aber auch auf den Umgang der Stadt und der Kita-Leitung mit Bedenken und Kritik.

Offener Kindergarten gilt als modern

Das Konzept des offenen Kindergartens gilt als modern. Dabei werden Gruppenstrukturen teilweise aufgelöst, und Kinder können zu bestimmten Zeiten selbst wählen, womit sie sich beschäftigen und welche Angebote sie nutzen.

Vielen Eltern von Kindern, die im „Regenbogenland“ betreut werden, geht das in der praktizierten Form offenbar zu weit. Und scheinbar haben auch Teile des Personals damit Probleme. In einem der LVZ vorliegenden Brief an die Stadtverwaltung machen Eltern darauf aufmerksam, dass „in den letzten drei Jahren mindestens sieben Erzieher gekündigt oder die Einrichtung gewechselt haben.“

Die Eltern bemängeln unter anderem „zu viel freies Spielen“ mit der Konsequenz, dass man keine Ergebnisse wie Bastelarbeiten oder Verbesserungen in der Motorik sehe. Auch beim Essen und beim Schlafen würde der Gruppenzusammenhalt nicht mehr gefördert. Zum Konzept gehören zum Beispiel Schlafgruppen, in die Kinder eingeteilt würden, je nachdem ob sie gar nicht, kurz oder besonders lange schlafen.

Schule beobachtet Auswirkungen

Eltern befürchten jetzt auch, dass ihre Kinder später in der Schule Schwierigkeiten haben könnten, sich an Regeln zu halten, wenn sie das in der Kita nicht lernen. Fragt man in der Schule nach, wird das zwar nicht generell bestätigt, von teils beobachteten möglichen Auswirkungen ist aber die Rede. Beispiel Werkunterricht: Wenn dort das Ausschneiden auf dem Programm steht, komme es vor, das ein Kind sagt, es habe jetzt keine Lust dazu. Im Kindergarten durfte es das.

Am Eingang zur Kindertagesstätte „Regenbogenland“ in Rötha. Quelle: Jens Paul Taubert

Die Kritik richtet sich auch gegen den Umgang der Kita-Leitung mit Eltern, die sich nicht wertgeschätzt fühlen, ihre Bedenken würden nicht ernst genommen heißt es in dem Schreiben. Kindergarten und Stadtverwaltung äußerten sich gegenüber der LVZ nicht zu den Vorwürfen und zum Konzept.

Verwaltungsausschuss bestätigt neues Konzept

In einer Antwort des Bürgermeisters an die Eltern, die der LVZ ebenfalls vorliegt, weist dieser zuerst darauf hin, dass die Schreiben anonym gewesen seien. Tatsächlich möchten Mütter, die mit der LVZ gesprochen haben, ihre Namen nicht in der Öffentlichkeit wissen, zum Beispiel aus Furcht, dann bei der Vergabe eines bald benötigten Krippenplatzes schlechtere Karten zu haben.

Röthas Bürgermeister Stephan Eichhorn. Quelle: André Neumann

Eichhorn teilte den Eltern mit, dass die Situation im Verwaltungsausschuss des Stadtrates besprochen worden sei. Dieser habe „die pädagogische Konzeption ausdrücklich bestätigt“ und unterstütze die Kita-Leitung bei deren Umsetzung. Am 30. Januar soll nun der Wissenschaftler Malte Mienert, Professor für Entwicklungs- und Pädagogische Psychologie, Eltern den neuen pädagogischen Ansatz nahe bringen.

Zugleich plant die Stadt ein Seminar mit einem externen Berater für das Personal. Dabei geht es um Konflikte, die offenbar dadurch entstehen, dass nicht alle Mitarbeiter das neue Konzept mittragen.

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