Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Wer bekommt 2017 wie viel Geld im Kulturraum?
Region Borna Wer bekommt 2017 wie viel Geld im Kulturraum?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:28 10.01.2017
Auch die Fahrbibliothek wird durch Kulturraummittel finanziert.  Quelle: Archiv
Landkreis Leipzig/Wurzen

Für kulturelle Einrichtungen und Projekte in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen hat der Kulturkonvent am Donnerstagabend in Wurzen rund 7,7 Millionen Euro Fördergelder für das Jahr 2017 bewilligt. Die Mittel verteilen sich auf fünf Sparten, wobei der Bereich der professionellen Orchester und Musikschulen mit 4,1 Millionen den Löwenanteil ausmacht. Der Ort, an dem Landrat Henry Graichen und sein nordsächsischer Amtskollege Kai Emanuel (parteilos) zusammenkamen, war standesgemäß. Schloss Wurzen als einst bischöfliche Residenz gab für die Entscheidung über die Mittelverteilung 2017 eine glanzvolle Kulisse ab.

Konventvorsitzender Henry Graichen (CDU) bedankte sich bei den Mitarbeitern des Kultursekretariats und den Akteuren der Sparten, dass es gelungen sei, trotz schwieriger Rahmenbedingungen das Förderpaket zu schnüren. Personell hat das Kultursekretariat eine Durststrecke hinter sich. Die bisherige Kultursekretärin Ines Lüpfert war im April dieses Jahres als Leiterin ins Jugendamt der Kreisbehörde gewechselt. Seitdem war die Stelle vakant und wurde erst Anfang November mit Holger Pethke neu besetzt. Der Chemnitzer konnte den Konventmitgliedern bei seiner Premiere einen ausgeglichenen Haushalt vorstellen.Das Gros der Mittel fließe in die kulturellen Leuchttürme in Leipzig, Dresden und Chemnitz. „Als einer der fünf ländlichen Kulturräume im Freistaat macht unser Anteil acht bis neun Prozent vom sächsischen Gesamtkuchen aus“, so der neue Leiter des Kultusamtes. . Über das Kulturraumgesetz stellt der Freistaat dem Kulturraum Leipziger Raum 2017 rund 4,6 Millionen Euro zur Verfügung. Die Landkreise beteiligen sich mit einer Kulturumlage ebenfalls. „Diese ist konstant geblieben“, berichtete Pethke. Rund 1,9 Millionen Euro steuert der Landkreis Leipzig bei, rund 1,5 Millionen kommen aus Nordsachsen. Auf den Betrieb des Kultursekretariats entfallen rund 390 000 Euro.

In gleicher Höhe wie bisher werden die beiden Orchester gefördert. Damit liegt der Beschluss des Bornaer Kreistages, die beiden Musikschulen aus den Kreisetats zu finanzieren, um weitere Mittel für die Klangkörper freizuschlagen, weiter auf Eis. „Eine Lösung für die Orchester, an der weiter gearbeitet wird, ist aktuell noch nicht eingepreist“, erklärte Pethke. Eine Entscheidung werde für März 2017 erwartet. Bis zu einem möglichen Nachtragshaushalt des Kulturraums bleibt erst einmal alles beim Alten. Heißt: die Zuschüsse für die Sächsische Bläserphilharmonie (Sitz Bad Lausick) und das Leipziger Symphonieorchester (Sitz Böhlen) bewegen sich wie in der Vergangenheit bei jeweils rund 1,6 Millionen Euro. Insgesamt rund 450 000 Euro erhalten weiterhin die Musikschulen des Landkreises Leipzig, die von Nordsachsen rund 320 000 Euro. Das Jugendblasorchester Grimma wird mit rund 52 000 Euro bedacht.

Für Kunst und Kultur werden knapp 900 000 Euro ausgegeben. Nennenswerte Summen erhalten das Künstlergut Prösitz (78 000 Euro) und das Kultur-Netzwerk Rittergut Trebsen (81 000 Euro). Mit 26 000 Euro wird der Betrieb des Museums im Stasi-Bunker Machern bezuschusst. In Borna bekommt das Projekt „Kulturelle Bildung – Vernetzung“ rund 63 000 Euro. Aber auch Schloss Colditz, die Lehdenmühle Püchau oder der Wurzener Ringelnatz-Verein profitieren.

Für Museen in den beiden Landkreisen stehen rund 830 000 Euro bereit. Die dicksten Brocken erhalten das Volkskundemuseum Wyhra und das Kreismuseum Grimma mit jeweils rund 110 000 Euro. Die Museen in Borna (73 000 Euro), Wurzen (52 000 Euro) und Frohburg (49 000 Euro) dürfen ebenfalls auf Zuschüsse in gewohnter Höhe vertrauen. Bescheidener fallen die Zuwendungen für kleinere Häuser wie das Regionalmuseum Geithain oder das Steinarbeiterhaus Hohburg aus.

Im Bereich Soziokultur fließen rund 1,2 Millionen Euro. Die größte Einzelsumme erhält mit 145 000 Euro das Soziokulturelle Zentrum Kuhstall Großpösna. Knapp sechsstellig sind unter anderem die Kulturhäuser in Böhlen und Torgau sowie der Kulturpark Deutzen bedacht; etwas weniger erhält das Stadtkulturhaus Borna. Durchs Raster fiel in diesem Jahr das Soziokulturelle Zentrum Markkleeberg. „Der antragstellende Verein kann nicht mehr vom Kulturraum unterstützt werden“, erklärte Holger Pethke. „Es gibt qualitative Mängel bei der Nachweisprüfung und auch fachliche Unzulänglichkeiten.“ Laut Peter Krümmel, Kuhstall-Chef und stellvertretender Beiratsvorsitzender des Kulturraums, hätte die Entscheidung in Markkleeberg niemanden überraschen dürfen. „Seit Jahren haben wir Hinweise gegeben, dass der Verein mit rund 90 Prozent einen zu hohen Personalansatz hat. Unsere Botschaften sind aber nicht gehört worden.“ Pethke erklärte, dass der Verein in Widerspruch gegangen sei. Nach Absprache mit der Sparte bleibe es aber bei der Entscheidung, die Förderung für die Aktivitäten in der Orangerie Gaschwitz auf Null zu setzen. Das Ende der Soziokultur in Markkleeberg müsse dies aber nicht zwangsläufig bedeuten. „Möglicherweise gelingt es ja künftig einem neuen Verein, einen förderfähigen Antrag zu stellen“, meinte der Kultursekretär.

Neu justiert wurden in diesem Jahr die Mittel für Bibliotheken. „Hier ist es uns gelungen, einen gerechteren Maßstab anzulegen und damit erstmals eine gewisse Gleichbehandlung zu erreichen“, so Konstanze Kötz vom Kultusamt des Landkreises Leipzig. Insgesamt fließen laut Förderliste rund 600 000 Euro in die Büchereien. Den größten Betrag erhält Borna mit rund 126 000 Euro inclusive Mediothek.

Von Simone Prenzel

PDF (2,2 mb) zum Download:

Elstertrebnitz plant die Erweiterung seines „Wohngebietes I“ im A-Dorf um 7000 Quadratmeter. 14 Grundstücke zwischen 470 und 625 Quadratmeter sollen in den nächsten Jahren erschlossen werden. Die Bau- und Planungskosten von 307 000 Euro werden über den Kaufpreis – 55 Euro pro Quadratmeter – finanziert. Die Nachfrage ist riesig.

07.03.2018

Auf den Tag genau nach 40 Jahren haben Borna und die ukrainische Stadt Irpin am Donnerstag ihre Partnerschaft erneut bekräftigt. Oberbürgermeisterin Simone Luedtke und ihr Amtskollege Volodymyr Karplyuk wollen die Kooperation aber nicht nur auf Papier wissen, sondern mit Leben füllen. Wie genau das aussehen soll, war ein Thema bei dem Treffen.

22.04.2018

Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Autos sind am Donnerstag bei Kitzscher (Landkreis Leipzig) zwei Autofahrer verletzt worden. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, wollte ein 22-Jähriger auf der B176 an einer Kreuzung nach links abbiegen. Dabei habe er den entgegenkommenden Wagen eines 38-Jährigen übersehen.

16.12.2016