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Borna Wetterfrösche im Wyhratal zeichnen knapp 100 Sommertage auf
Region Borna Wetterfrösche im Wyhratal zeichnen knapp 100 Sommertage auf
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05:04 18.08.2018
Stefan Ladisch an seiner Wetterstation in Wyhra. Quelle: Jens Paul Taubert
Neukirchen/Wyhra

Es war zwar ein sonniger Tag, aber Sebastian Schroth fröstelte. Ein Gefühl, das der Mann, der auch als Volleyball-Trainer in Borna bekannt ist, lange nicht mehr hatte. Dabei waren am zurückliegenden Sonnabend, als der Hobbymeteorologe in Neukirchen das Thermometer ablies, 19 Grad. Alles andere als kalt, aber in diesem Sommer ungewohnt. Weil der eben so ganz aus der Art schlägt, in ganz Deutschland, aber auch im schönen Wyhratal, wo Schroth zusammen mit Stefan Ladisch seit anderthalb Jahrzehnten eine private Wetterstation betreibt.

2018 ist fünf Grad wärmer

Die Messungen belegen: Fünf Grad war es in diesem Jahr bisher wärmer als in „normalen“ Jahren, haben Schroth und Ladisch festgestellt. Die Hobby-Meteorologen gehen davon aus, dass der Sommer anno 2018 alle Rekorde früherer Jahre bricht. „Wir hatten bisher eine Durchschnittstemperatur von 21 Grad.“ Vor allem die Zahl der Extremtage sei beachtlich. So gab es in diesem Jahr bereits fünf so genannte Hundstage. Von denen sprechen Meteorologen, wenn das Quecksilber auf 35 Grad und mehr hochschießt. Zum Vergleich: Im Jahr 2006, zu Zeiten des deutschen Fußball-WM-Sommermärchens, zählten die Meteorologen in Neukirchen gerade einmal zwei Hundstage. Ebenso viele waren es drei Jahre zuvor – 2003, das Jahr, das ebenfalls mit einem Super-Sommer in die Annalen eingegangen ist.

Im laufenden Jahr, in dem sich der Sommer gefühlt seit Mai bis in die Gegenwart erstreckt, haben die Wetterstatistiker aus den südlichen Bornaer Ortsteilen bisher 96 Sommertage gezählt, Tage, an denen es zumindest 25 Grad warm wird. Und immerhin waren der Statistik der Wetterstation Neukirchen/Wyhra zufolge darunter 27 Tage, an denen die Temperatur bei 30 Grad und mehr lag. Zwar wurden im Sommer 2003 insgesamt 105 Sommertage zu Protokoll genommen, aber der Sommer 2018 ist ja noch nicht zu Ende.

Rekord von 2015 nicht geknackt

Immerhin: Die absoluten Rekordtemperaturen, die Sebastian Schroth und Stefan Ladisch jemals in Neukirchen und Wyhra gemessen haben, wurden in diesem Jahr noch nicht erreicht. So wurden am 7. August 2015 in Neukirchen sage und schreibe 39 Grad gemessen. Die höchste Temperatur in diesem Jahr waren 37,2 Grad.

Dabei hat der laufende Sommer durchaus eine beachtliche Spannbreite in Sachen Temperatur. „Am 1. Juli hatten wir 8,1 Grad“, sagt Schroth. Am 25. des Vormonats dann schon 33 Grad, und was danach passierte, lag bekanntlich vielfach noch darüber.

Schroth erklärt den für mitteleuropäische Verhältnisse in jedem Fall ungewöhnlichen Sommer mit einer besonderen Wetterlage. Während ansonsten die Tiefdruckgebiete vom Atlantik in Richtung Westen und damit auch nach Sachsen und ins Wyhratal strömen, gibt es diesmal ein stabiles Hochdruckgebiet, das sich über Deutschland festgesetzt hat und fürs derzeitige Wetter sorgt.

Regenmangel prägt Sommer 2018

Dazu gehört auch der Regenmangel. Schroth: „Wir haben gegenwärtig nicht einmal 20 Liter im Monat.“ Üblich sind 70, 80 Liter. Der Meteorologe vermutet, dass in der Perspektive Frühjahr und Herbst kürzer und damit die Sommer länger werden. Zudem geht er davon aus, dass das schöne und warme Wetter noch bis in den September anhält.

Sebastian Schroth und Stefan Ladisch begannen vor Jahren mit ihren Wetteraufzeichnungen, „weil das Wetter viele Menschen beschäftigt“. Ein Anreiz für die beiden Männer, die auch einen gewisse Leidenschaft für Statistik haben. Deshalb fingen sie vor 15 Jahren mit ihren Messungen an, in einer Zeit, als es noch keine Wetter-Apps gab. Seither haben sie festgestellt, dass die Temperaturen auch zwischen zwei Nachbarorten wie Neukirchen und Wyhra differieren. In Wyhra ist es tendenziell etwas kälter als in Neukirchen, weil das Wasser rund um Wyhra, umgeben von Feldern und Wiesen, eher verdunstet.

Von Nikos Natsidis

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