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Borna Wunschliste nach Kunstprojekt in Kitzscher
Region Borna Wunschliste nach Kunstprojekt in Kitzscher
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11:56 23.09.2018
Zum Abschluss des Projekts „Home sick home“ versammeln sich Organisatoren, Mitwirkende und Einwohner zum Gruppenbild. Quelle: Bert Endruszeit
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Kitzscher

Einen Monat lang drehte sich in Kitzscher alles um die Kunst: „Home sick home“ (Wortspiel um Heimat, Heimweh und kranke Heimat) hieß das Motto eines ganzen Bündels unterschiedlicher Angebote, zu denen der Verein Kulturbahnhof Markkleeberg in die Stadt einlud. Am Sonnabend fand das Projekt seinen Abschluss – und da ging es auch um einen Blick in die Zukunft. Zwölf junge Leute aus der örtlichen Oberschule hatten sich dazu Gedanken gemacht.

Schüler wünschen Graffitipark und Müllsheriff

Simon Korn, Architekt aus Berlin, zeigte sich recht angetan. „Die Schüler waren mit großer Begeisterung dabei“, fand er. Erwin aus der 10. Klasse möchte Kitzscher bunter machen. „Mehr Graffiti wären toll, dafür könnten an einem speziellen Platz Wände aufgestellt werden.“ Auch die vielen leer stehenden Läden beschäftigten die Schüler. Zudem machten sie sich für eine saubere Stadt stark. Künstlerisch gestaltete Mülltonen und vielleicht sogar eine Art Müllsheriff wären eine Lösung. „Der Müllsheriff könnte die Leute ansprechen und vielleicht sogar verwarnen“, erklärte Simon Korn. Für den Graffitipark haben die Schüler sogar schon einen Platz gefunden – direkt hinter der Schule. Allerdings habe es in der Vergangenheit schon mal ganz konkrete Ideen für ein Graffitiprojekt gegeben, merkte eine Zuhörerin zur Abschlussveranstaltung an. „Ein Unternehmer hätte sogar die Farbe bezahlt. Doch leider verlief das alles im Sand.“

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Mehrzweckhalle und Schwimmbad auf der Liste

Die Leipziger Künstlerin Tina Mamczur hatte im Rahmen des Projekts 500 „Wunschzettel“ in Kitzscher verteilt und viele Einwohner direkt angesprochen. „Eine Mehrzweckhalle steht auf der Liste ganz oben“, stellte sie fest. „Eine bessere Verkehrsanbindung und ein Schwimmbad sind vielen Einwohnern ebenfalls wichtig.“ Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) hörte sich auch die vielen anderen Visionen mit großem Interesse an: „Was umsetzbar ist, werden wir auch kurzfristig umsetzen.“ Beim Problem Leerstand seien schon Veränderungen in Sicht. „Wir haben nun endlich jemanden gefunden, der investiert.“ Schon bald könne er mehr verraten.

Jugendliche wollen hierbleiben

Projektbetreuer Martin Haufe stellte bei seiner Arbeit vor Ort fest, dass junge Leute von zwölf bis 20 Jahren nur wenig Möglichkeiten haben. „Der Jugendklub schließt 20 Uhr. Viele wünschen sich daher einen Raum, in dem abends etwas los ist.“ Immerhin sei der Wunsch nach Wegzug gar nicht mehr so aktuell wie früher. „Die jungen Leute wollen hierbleiben, sind aber wegen fehlender Angebote oft frustriert.“

Ein positives Fazit zog Ex-Bürgermeister und Stadtrat Hartmut Harbich (CDU). „Künstler sollen ja auch mal provozieren, aber sie können auch in kleinen Städten viel bewegen.“ Leider gebe es kaum junge Leute im Stadtrat. „Vielleicht können wir ja mehr Jugendliche anregen, selbst aktiv zu werden.“ Mit dem Abschluss des Kunstprojekts soll es nicht getan sein, kündigte Kuratorin Constanze Müller an: „Einmal im Monat einen Filmabend – das wäre kurzfristig sicher möglich.“

Von Bert Endruszeit

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