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Borna Zoff um Schließzeiten für Kindereinrichtungen in Rötha
Region Borna Zoff um Schließzeiten für Kindereinrichtungen in Rötha
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12:56 03.11.2017
In Rötha wird um Schließzeiten für die Kindereinrichtungen gestritten. Quelle: Günther Hunger
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Rötha

Eltern kleiner Kinder in Rötha müssen sich im kommenden Sommer möglicherweise auf eine zweiwöchige Schließung der KindertagesstätteRegenbogenland“ einstellen. Betroffen wären sowohl der Kindergarten in der Thekastraße als auch die Krippe in der Straße der Jugend. Außerdem sollen für Fortbildungen alle Röthaer Kindereinrichtungen an zwei Tagen schon mittags zwölf Uhr und an zwei weiteren Tagen ganztägig geschlossen werden. Nur einer der vier Tage ist ein echter Brückentag. Beschlossen ist noch nichts. Auf der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses, der am Donnerstagabend gemeinsam mit dem technischen Ausschuss tagte, wurde über die beiden Beschlussanträge der Verwaltung gar nicht erst abgestimmt.

Widerstand gegen verordnete Betriebsruhe

Gegen die zweiwöchige Schließung vom 23. Juli bis zum 3. August 2018 im „Regenbogenland“ hatte es offenbar schon auf einer Belegschaftsversammlung in dieser Woche Widerstand gegeben. Etliche Kolleginnen stören sich an der vom Rathaus geplanten verordneten Betriebsruhe, weil die privaten Urlaube teils schon geplant sind.

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Die Stadtverwaltung möchte in den zwei Wochen in den sächsischen Sommerferien „grundlegende Renovierungs- und Sanierungsarbeiten“ durchführen, wie es in der Vorlage heißt. Dazu gehören auch brandschutztechnische Veränderungen sowie die Erneuerung von Fußböden. Nur in Ausnahmefällen soll eine Ersatzbetreuung in der Krippe angeboten werden. Den Bedarf dafür müssten die Eltern drei Monate vorher anmelden.

Vor allem Uwe Wellmann (CDU) kritisierte den Vorstoß der Verwaltung heftig. Er könne sich nicht vorstellen, dass es in den zwei Ferienwochen „140 Kindergartenplätze weniger Bedarf gibt.“ Den Nachweis müsse die Verwaltung anhand der Zahlen aus den Vorjahren bringen. Wellmann empfahl, die Arbeiten so zu organisieren, dass jeweils etwa die Hälfte der Kinder betreut werden kann. Für eine Schließung, betonte er, sei auch die Zustimmung des Elternbeirates erforderlich.

Stadträte kritisieren Verfahrensweise

Das treffe laut Wellmann auch auf die halb- und ganztägigen Schließungen aller Einrichtungen für Weiterbildungen fort. In diesem Jahr wurden den Erzieherinnen erstmals zentrale Weiterbildungsveranstaltungen in den Einrichtungen angeboten. An den Tagen bleiben die geschlossen. 2018 soll am 9. März (Freitag) und 22. November (Donnerstag nach Buß- und Bettag) halbtags, am 30. Oktober (Dienstag vor dem Reformationstag) und am 11. Mai (Freitag nach Himmelfahrt) ganztags geschlossen werden. Bei Bedarf soll laut Verwaltung jeweils eine Einrichtung geöffnet werden. Allerdings sei die Ersatzbetreuung in diesem Jahr nicht in Anspruch genommen worden. Weil nur der 11. Mai ein echter Brückentag ist, könnten Eltern Schwierigkeiten haben, die Betreuung ihrer Kinder zu organisieren.

Mehrere Stadtratsmitglieder kritisierten die Verfahrensweise. Warum fänden Fortbildungen nicht sonnabends statt und die Zeiten würden abgefeiert, wollte Peter Brauße (Rötha-Land) wissen. Ramona Funke (Wählergemeinschaft SV Espenhain) unterstützte diese Haltung. Sie müsse sich im Gesundheitswesen auch laufend weiterbilden und könne deswegen nicht schließen.

Beide Vorlagen wurden zurückgewiesen, die Verwaltung will sie in zwei Wochen dem Stadtrat vorlegen.

Von André Neumann