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Borna Haus Rabe begeistert Gäste aus dem Bodenseekreis
Region Borna Haus Rabe begeistert Gäste aus dem Bodenseekreis
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18:39 20.06.2019
Denkmalschützer Wolfgang Hoquél (Mitte) führt Gäste aus dem befreundeten Bodenseekreis durch das Haus Rabe in Zwenkau. Quelle: Simone Prenzel
Landkreis Leipzig/Zwenkau

Mit dem Besuch der Bauhaus-Immobilie Haus Rabe in Zwenkau begann am Mittwoch das Besuchsprogramm des befreunden Bodenseekreises in der Region. Nach ihrer Landung am Flughafen Leipzig-Halle checkten die Gäste im neuen Bad Lausicker Riff Resort ein, um anschließend mit dem Bus nach Zwenkau aufzubrechen. In der Eberstraße 26 wurde die Delegation von Denkmalschützer Wolfgang Hoquél empfangen.

Haus Rabe gilt als Ikone der Moderne

Hier, nur wenige Schritte vom historischen Bahnhof entfernt, steht Haus Rabe in einer Reihe mit anderen hübschen Villen. Doch in Fachkreisen genießt das dreistöckige Gebäude längst einen besonderen Ruf, wird sogar als Ikone der Moderne gefeiert. Architekten und Kulturwissenschaftler schnalzen mit der Zunge, sprechen von einem beispielhaften Zusammenspiel von architektonischer Innovation und Raumgestaltung. „Das Haus wurde 1930 von Adolf Rading erbaut und von Oskar Schlemmer künstlerisch ausgestaltet“, erläuterte Hoquél. „Beide gelten als herausragende Vertreter der Bauhaus-Epoche.“

Eine Delegation aus dem Partnerlandkreis Bodensee vom Zwenkauer Baudenkmal begeistert

Bodensee-Landrat Lothar Wölfle (CDU) outete sich als Architektur-Freund und zeigte sich ebenso wie der Rest der Delegation beeindruckt vom Konzept, welches das gesamte Haus durchdringt. „Einzigartig ist vor allem, dass die gesamte Innengestaltung komplett erhalten ist“, berichtete der Denkmalschützer.

Die Blicke zieht vor allem eine Metallkonstruktion Oskar Schlemmers auf sich, die die Wand der zweistöckigen Wohnhalle ziert. Aber auch andere Räume zeugen von einem einzigartigen Zusammenspiel von Architektur, Farbkompositionen und Raumgestaltung.

Landkreis beteiligt sich mit Stiftung am Erhalt

Dass die Handschrift der beiden Bauhaus-Stars Rading und Schlemmer über so viele Jahrzehnte erhalten blieb, gilt als kleines Wunder. Seit ihrer Entstehung habe sich die Immobilie in Privatbesitz befunden, hieß es, was ungünstige Entwicklungen möglicherweise verhinderte. Vor einigen Jahren erwarb Horst Schmitter, ein Hamburger Kunstmäzen, das Bauhaus-Juwel. Vor etwa zwei Jahren kam dann auch der Landkreis ins Spiel, der auf Initiative von Landrat Henry Graichen (CDU) inzwischen an der Gründung einer Stiftung arbeitet. „Wir wollen, dass dieses einzigartige Zeugnis der Architekturgeschichte künftig auch der Öffentlichkeit zugänglich ist“, erläuterte der Kreischef während des Rundgangs.

Bund stellt sechs Millionen für Kauf bereit

Der Bund, für den die herausragende Bedeutung des Anwesens ebenfalls unstrittig ist, stelle bis zu sechs Millionen Euro für den Kauf der Bauhaus-Immobilie bereit, verriet Graichen. In den letzten Wochen habe man das Nutzungskonzept noch einmal überarbeitet, und auch ein Bauantrag, der die Umnutzung in ein öffentliches Gebäude absegnet, sei in Arbeit. Graichen hofft, das man noch im aktuellen Jubiläumsjahr 100 Jahre Bauhaus die Errichtung der Stiftung und den Kauf des Gebäudes realisieren kann. „Im weiteren Verlauf gibt es auch Überlegungen, sich um eine Anerkennung als Unesco-Welterbestätte zu bemühen.“

Von Simone Prenzel

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