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Delitzsch 44 Müllsäcke im Gienickenbach nahe Kyhna
Region Delitzsch 44 Müllsäcke im Gienickenbach nahe Kyhna
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10:00 17.03.2019
Susan Brode (44) fand 44 Müllsäcke voll mit Gartenabfällen im Gienickenbach zwischen Zschernitz und Kyhna. Das Grundstück gehört der Familien und darf nicht betreten werden.
Susan Brode (44) fand 44 Müllsäcke voll mit Gartenabfällen im Gienickenbach zwischen Zschernitz und Kyhna. Das Grundstück gehört der Familien und darf nicht betreten werden. Quelle: privat
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Kyhna

„Wer macht so etwas?“, fragt sich Susan Brode. Als die 44 Jahre alte Kyhnaerin zu Beginn dieser Woche wie gewohnt auf dem kleinen Feldweg zwischen Kyhna und Zschernitz spazieren geht, entdeckt sie schon von Weitem gut sichtbar blaue Plastiksäcke. Einfach abgelegt auf dem Grundstück ihrer Familie – an der Böschung des Gienickenbachs. Der Großteil der Müllbeutel lag bereits im Wasser, erzählt Brode. Auf den Verursacher wies außer wenigen Abdrücken von Autoreifen nicht viel hin. Eines war aber sicher, er musste einige Energie dafür verwendetet haben.

Susan Brode (44) zeigt die Stelle am Gienickenbach, an der sie die Müllsäcke fand. Das Grundstück gehört ihrer Familien. Auf einem Schild steht deutlich: „Durchgang verboten“. Quelle: Mathias Schönknecht

Eindeutige Botschaft an den Verursacher

Um zu wissen, wie sie mit dem Fund umgehen und ob sie Anzeige erstatten soll, öffnete Susan Brode ein paar der insgesamt 44 Säcke. „Bei näherer Betrachtung konnte ich feststellen, dass es sich ausschließlich um Gartenabfälle handelt“, sagt Brode und fragt sich: „Wer verpackt fein säuberlich klein geschnittenes Grünzeug in Plastiksäcke und fährt es in den Wald, wofür er zuvor über einen mittels Schranke abgesperrten Wiesenweg und auf das Feld ausweichen muss?“ Zudem sollte jeder verstanden haben, dass die Natur Plastik nicht abbauen kann, sagt Borde. „Nur weil auf den Müllsäcken ein Logo mit einem blauen Engel zu sehen ist, heißt das nicht, dass sie verrotten können.“

Da sie nichts finden konnte, was eindeutig auf den Verursacher hinweist und es sich lediglich um Grünabfälle handelt, sieht Brode von einer Strafanzeige ab. Inzwischen hat sie die Säcke und ihren Inhalt ohnehin privat entsorgt. Dennoch hat sie eine eindeutige Botschaft: „Wer das war, sollte sich schämen.“ Die Kyhnaerin schlägt auch gleich eine Alternative vor, die vermutlich sogar weniger Aufwand bedeutet hätte: Grünabfälle können kostenlos auf der Deponie in Lissa abgegeben werden, erklärt Brode.

Susan Brode (44) auf dem Weg am Gienickenbach. Wenige Hundert Meter weiter fand sie die Müllsäcke. Das Grundstück gehört ihrer Familien. Auf einem Schild steht deutlich: „Durchgang verboten“. Quelle: Mathias Schönknecht

Zwar werde auch der angewehte Müll immer mehr, den sie während ihrer Spaziergänge aufsammelt, doch dieses Ausmaß und den dafür betriebenen Kraftanstrengung könne sie nicht verstehen.

Von Mathias Schönknecht