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Delitzsch 750 Jahre Biesen – alter Dorfkern und Neubaugebiet finden zusammen
Region Delitzsch 750 Jahre Biesen – alter Dorfkern und Neubaugebiet finden zusammen
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14:00 23.02.2019
Conny Erth, Hans-Jürgen Paulick, Ralf Hennig und Bernd Göppner sind im Planungskomitee (von links): „Biesen war noch nie so jung wie heute.“ Quelle: Mathias Schönknecht
Rackwitz

In Biesen ist in den vergangenen Monaten etwas zusammengewachsen, von dem vor weinigen Jahren noch kaum jemand gedacht hätte, dass es zusammenwachsen muss. Der alte Dorfkern des Rackwitzer Ortsteils und das neu entstandene Gebiet mit Einfamilienhäusern, bisher sozial, räumlich und kulturell weitgehend voneinander getrennt, haben zusammengefunden. Jetzt planen alle die große 750-Jahr-Feier. Alt und Jung lernen sich so kennen und schätzen.

Weitgehend abgekoppelt

Biesen war noch nie so jung wie heute, sagt Bernd Göppner. Er ist einer von etwa 20 Einwohnern, die mit an der Planung des großen Festes arbeiten. Obwohl seine Aussage zunächst durchweg positiv klingt, stellte die Erkenntnis den kleinen Ort auch vor einige Schwierigkeiten. In das Dorf zwischen Zschortau und Kreuma waren in den vergangenen fünf Jahren gut 120 Menschen gezogen. Vor allem junge Familien zogen in den Biesener Ring. Dort entstanden auf der grünen Wiese etwa 115 Baugrundgrundstücke für Einfamilienhäuser. Mit den Neu-Biesenern verdoppelte sich die Einwohnerzahl des alten Ortes binnen kürzester Zeit auf heute 334.

Das Neubaugebiet blieb bisher jedoch weitgehend ohne Bezug zum alten Dorfkern – es gab sowohl physische als auch geistige Gräben. Der verbindende Fußweg an der Eilenburger Chaussee ist noch nicht fertig, die meisten Familien waren ohnehin erst einmal mit den eigenen vier Wänden beschäftigt. Für eine Integration in die neue Heimat blieb kaum Zeit und Raum.

Verbindendes Element: Die Feuerwehr

Unterdessen tüftelte eine kleine Gruppe schon länger an einer Ortschronik. Mit dem näher rückenden 750. Geburtstag manifestierte sich der Gedanke: „Dazu müssen wir irgendetwas machen“, erinnert sich Hans-Jürgen Paulick. Zwar gibt es jedes Jahr ein Fest, doch in diesem Jahr soll es etwas Besonderes werden.

In den neuen Wohnpark schwappte die Idee das erste Mal mit einem Infoabend der Freiwilligen Feuerwehr herüber, sagt Conny Erth, die mit ihrem Mann aus dem Erzgebirge in die Gemeinde Rackwitz zog. Die Kameraden hatten aufgrund personeller Engpässe ursprünglich vor, neue Mitglieder zu gewinnen – mit eher mäßigem Erfolg, sagt Göppner. Größere Aufmerksamkeit erhielt der 750. Geburtstag.

Seit dem ersten Treffen von Interessierten am 26. September des zurückliegenden Jahres bildete sich eine Gruppe heraus, die das Heft seither in der Hand hält. Einmal im Monat treffen sich nun Vertreter der Alt- und Neu-Biesener, der Feuerwehr, des Kinderheims, des Kleingartenvereins und der Bunten Bühne Biesen im Feuerwehrhaus, direkt am alten Dorfplatz. Sie arbeiten am Programm, schmieden Pläne, lernen sich kennen. Ein treffendes Motto für die Feier vom 21. bis 23 Juni wurde bereits gefunden: „750 Jahre Biesen – so jung wie nie“. Jetzt steht sogar die Gründung eines Bürgervereins im Raum, der auch der Feuerwehr helfen soll. „Es ist bereits heute eine Erfolgsgeschichte für unser Dorf“, sagt die Neu-Bieserin Conny Erth.

Wer sich an der Organisation des Festes beteiligen möchte, ist willkommen. Es werden auch Helfer für den Aufbau und den Ablauf gesucht. Wer Interesse hat, meldet sich bei Conny Erth via Telefon 0172 3764899 oder per Mail an conny.erth@gmx.de

Von Mathias Schönknecht

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