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Delitzsch Abwasserverband: Poßdorfer fühlen sich hingehalten
Region Delitzsch Abwasserverband: Poßdorfer fühlen sich hingehalten
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09:06 10.05.2019
Poßdorf ist noch Teil des des Abwasserzweckverbandes Unteres Leinetal. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Delitzsch/wölkau/Löbnitz

Die Gebühren im Bereich des Abwasserzweckverbands Unteres Leinetal (AZVUL) bleiben auf dem derzeitigen Niveau – wie schon vergangene Woche von den beiden die Mehrheit in der Verbandsversammlung innehabenden Gemeinden Löbnitz und Schönwölkau beschlossen. Das hat die Verbandsversammlung nun noch abgenickt. So oder so bleibt der AZVUL einer der teuersten Verbände überhaupt. Das nervt alle Bürger im Verbandsgebiet, besonders aber die Menschen in den Delitzscher Ortsteilen Spröda und Poßdorf. Seit Jahren wird darum gerungen, dass sie aus dem Verband austreten, seit Jahren ist man nicht weiter gekommen.

Poßdorfer fühlen sich hingehalten

Für die Poßdorfer ist die Situation besonders prekär, wie die Einwohnerin Bettina Paubandt als Gast in der Verbandsversammlung den Räten und vor allem dem Verbandsvorsitzenden Volker Tiefensee (CDU) mit treffenden Worten sehr deutlich machte. Immerhin sollen sie eigentlich Kleinkläranlagen bauen. Doch vielleicht ja doch nicht – so jedenfalls die vage Hoffnung –, wenn sie zum AZV in Delitzsch gehören. Richtig sei die Darstellung dieser Zeitung, man würde sich gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben, räumte Tiefensee ein. Das heißt: Die Gemeinden wollen ein offizielles Austrittsgesuch. Delitzsch will erst wissen, ob sie die Ortsteile rauslassen. Die Gemeinden wollen das erst offenbaren, wenn der Antrag da ist. Delitzsch will ohne vorab positive Stellungnahme diesen gar nicht stellen.

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Tiefensee will Termin in Delitzsch

Tiefensee will nun zeitnah einen Termin mit dem Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) machen und klären, ob weitere Verhandlungen Sinn machen. Er sei der Ansicht, dass das Problem nur im persönlichen Gespräch zu klären sei. Er werde sich kurzfristig und noch vor der Kommunalwahl am 26. Mai darum bemühen, sicherte er auf Nachfrage Paubandts zu. Wenn sich nichts tue, würde man die Briefe verschicken, aus denen für die Poßdorfer dann eindeutig ersichtlich und verbindlich wird, bis wann die Anlagen zu bauen sind.

Kritik für Verbandsversammlung

Bettina Paubandt, die sich seit Jahren politisch engagiert und für die Linke auch wieder für den Ortschaftsrat kandidiert, ging zudem hart mit den Verbandsräten und dem Vorsitzenden ins Gericht. Tiefensee war zu spät zur Sitzung gekommen, weil er den Termin verwechselt hatte. Unterlagen fehlten ihm stellenweise. Zudem, so Paubandt, sei die Verbandsversammlung von „Rumgekaspere“ geprägt gewesen und sie wünsche sich mehr Sachlichkeit. Der Verbandsvorsitzende Tiefensee entschuldigte sich aufrichtig.

Von Christine Jacob

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