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Delitzsch Amtlich: Poßdorfer müssen Kleinkläranlagen bauen
Region Delitzsch Amtlich: Poßdorfer müssen Kleinkläranlagen bauen
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10:00 07.06.2019
Bald müssen die Bürger in Poßdorf Kleinkläranlagen bauen. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Poßdorf

Auf unerfreuliche Post müssen sich die Bürger im Delitzscher Ortsteil Poßdorf in den nächsten Wochen einrichten. Demnächst gehen die offiziellen Schreiben raus, in denen eindeutig geschrieben stehen soll, dass die Bürger Kleinkläranlagen zur Entsorgung ihres Abwassers zu bauen haben. So hatte es die Verbandsversammlung des AZV Unteres Leinetal (AZVUL) vor einem Jahr beschlossen, aber offizielle Briefe dazu gab es nicht.

Delitzsch ringt um Austritt

Für viele Poßdorfer war der Hoffnungsschimmer geblieben, dass ein Austritt der beiden Delitzscher Ortsteile und ein Übergang in den AZV Delitzsch – auch das Nachbardorf Spröda gehört zum AZVUL – die Lösung sein könnte. Doch nach wie vor wird um diesen Austritt gerungen. Kurz zusammen gefasst heißt auf diese Art: Löbnitz und Schönwölkau wollen ein offizielles Austrittsgesuch. Delitzsch will erst wissen, ob sie die Ortsteile rauslassen. Die Gemeinden wollen das erst sagen, wenn der Antrag da ist. Delitzsch will ohne Zusage vorab diesen gar nicht stellen. Wie in der letzten Verbandsversammlung zugesichert, hat es ein Treffen zwischen dem Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) und dem Verbandsvorsitzenden und Schönwölkauer Bürgermeister Volker Tiefensee (CDU) gegeben. Ergebnis: keine Einigung.

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Suche nach Lösung

Volker Tiefensee will das Gespräch mit anderen Abwasserzweckverbänden suchen, ob eine Übernahme möglich wäre. Der Delitzscher OBM kann sich eine Übernahme nur dann vorstellen, wenn sich auch Löbnitz und Schönwölkau nach Delitzsch eingemeinden lassen. „Das kommt mittelfristig für uns nicht in Frage“, sagt der Schönwölkauer Bürgermeister und AZV-Chef. Das Ringen geht weiter.

Frist gesetzt

Dafür aber gibt es die unschöne Gewissheit für die Poßdorfer, dass sie Kleinkläranlagen bauen müssen. Frist ist der 31. Dezember 2020. Die Baukosten starten im besten Fall bei etwa 5000 Euro, viele Poßdorfer rechnen aber mit mindestens dem Doppelten.

Von Christine Jacob