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Delitzsch Anwohner in Wiedemar sind verärgert
Region Delitzsch Anwohner in Wiedemar sind verärgert
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12:28 13.06.2019
Anwohner der Siedlung am Kleinen Dorf in Wiedemar hielten fest, wie der Wasserstand des Strengbachs am Mittwochnachmittag rasant anstieg. Quelle: privat
Wiedemar

„Ich fühle mich verpflichtet, Schaden abzuwenden, bevor er passiert“, sagt Günter Bielig. Er wohnt am Strengbach in Wiedemar und musste in den zurückliegenden Tagen mit ansehen, wie der Bach während des Starkregens immer weiter anstieg und teilweise bereits über das Ufer trat. Wie er, sorgen sich auch weitere Anwohner der Siedlung am Kleinen Dorf, dass bei stärkeren Niederschlägen wie vor zehn Jahren Keller volllaufen und ihr Eigentum zerstört werden könnte.

Wasser sammelt sich an Strengbach-Brücke

„Es muss Naturschutz geben, ohne Frage“, sagt Bielig, aber nicht an Stellen wie zwischen dem Jugendclub und der als „weiße Brücke“ bekannten Straßenüberführung. Denn in diesem Abschnitt sei Wiedemar am niedrigsten und daher staue sich hier das Wasser, sagt Bielig. Dazu komme, dass in den Strengbach nicht nur das Regenwasser der Ortschaft, sondern auch das des Flughafens und der Autobahn ein- und danach in Richtung Sachsen-Anhalt durch den Ortsteil von Wiedemar abfließt. Doch dies sei durch Verschlammung und zugewachsene Ufer derzeit kaum möglich, erklärt der Anwohner, der bereits selbst mit Pumpen, Notstromaggregat und verschiedenen anderen Vorkehrungen für den Notfall vorgesorgt hat. Am Dienstag waren etwa 12 Liter pro Quadratmeter und am Mittwoch noch einmal rund 25 Liter pro Quadratmeter gefallen, sagt Bielig. Das habe dazu geführt, dass der Bach am Mittwochnachmittag innerhalb von zehn Minuten vollgelaufen und der Pegel auch nach zwölf Stunden kaum gesunken war, berichtet Bielig. Die Anwohner befürchten zudem, dass sich das Problem mit dem Ausbau des Flughafens zukünftig erhärten könnte, wenn nicht gehandelt wird.

Im Jahr 2009 waren die Grundstücke jenseits der Strengbach-Brücke am Kleinen Dorf in Wiedemar nur mit dem Boot zu erreichen. Anwohner Siegfried Bielig betätigte sich als Fährmann für seine Enkel Kyran und Rain. Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Anwohner hoffen auf rasche Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes

Die Gemeinde hatte zusammen mit dem Landratsamt Nordsachsen im Vorjahr eine Begehung im Ort durchgeführt. Zu Jahresbeginn hatte Bürgermeisterin Ines Möller (parteilos) angekündigt, dass der Strengbach in diesem Jahr besonders im Fokus stehen wird. „Hier sollen Maßnahmen aus dem Gewässerunterhaltungs- und Hochwasserschutzkonzept umgesetzt werden, die es ermöglichen, die ankommenden Wassermengen besser aufzunehmen und schadlos für die Bewohner abzuleiten. Dabei wird es noch Abstimmungen mit den angrenzenden anhaltischen Gemeinden, dem Flughafen und dem Autobahnamt geben“, sagte Möller. Die Anwohner appellieren nun noch einmal, die geplanten Maßnahmen schnell umzusetzen.

Von Mathias Schönknecht

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