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Delitzsch Ausstellung „Mit dem Messer gezeichnet ” in Delitzsch eröffnet
Region Delitzsch Ausstellung „Mit dem Messer gezeichnet ” in Delitzsch eröffnet
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18:00 18.11.2018
Das Museum Barockschloss Delitzsch präsentiert in seiner neuen Sonderausstellung außergewöhnliche Papierschnitte der Leipziger Künstlerin Annette Schröter. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Ihre ersten Scherenschnitte fertigte Annette Schröter vor gut 15 Jahren an. Ausgangspunkt war die zweite große Leidenschaft der Leipzigerin neben der Malerei: Flohmarktbesuche. Dort habe sich die Künstlerin nach und nach eine Sammlung unterschiedlichster Scherenschnitte zusammengesucht. Eines Tages habe sich die Professorin für Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig (HGB) gedacht, „warum versuchst du es nicht auch einmal?“ Die am Freitagabend im Barockschloss eröffnete Sonderausstellung zeigt nun unter dem Titel „Mit dem Messer gezeichnet – Scherenschnitt und Schattenriss vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart“ eine Auswahl ihrer Arbeiten.

Sonderausstellung im Barockschloss eröffnet

Keine niedliche Handarbeit

„Scherenschnitt und Schattenriss führen zu heutiger Zeit zu großem Unrecht ein Schattendasein unter den Bildenden Künsten“, heißt es in der Einleitung zur neuen Sonderausstellung. Und weiter: Es „wird allzu oft verkannt, dass das künstlerische Gestaltungsmittel Scherenschnitt über eine breite Vielfalt verfügt, die vom wildromantischen Genrebild bis hin zur gesellschaftspolitischen Karikatur reicht.“ Ihre oft filigran gearbeiteten Großformate fertigt Annette Schröter mit einem Papierschneidemesser. Die Werke stehen im starken Widerspruch zu den sonstigen Arbeiten Schröters als Malerin. „Es gab ernsthafte Probleme“, sagt sie über die Anfangszeit ihrer Schnittarbeiten. Die Malerei verursache viel Dreck, auch weil Schröter dabei sehr ausschweifend arbeitet, erklärt die 1956 in Meißen geborene, studierte Malerin. Als diese Kontraste in ihrem Leipziger Atelier aufeinander trafen, war es zunächst schwierig, beides zu vereinen, sagt Schröter. Seit 2009 widmet sie sich verstärkt dem Papierschnitt.

Annette Schröter (rechts) im Gespräch mit der Besucherin Marianne Jungnickel. Quelle: Wolfgang Sens

Längen von drei Metern oder mehr sind keine Seltenheit. Die Papierschnitte sind keine niedliche Handarbeit. Schröters Arbeiten aus der Werkgruppe „Weltbilder“ sind provokant und offenbaren zum Teil bewaffnete, vermummte Frauen oder eine mit Wildnis überwucherte Graffitiwand. Ihre Arbeiten sind sehr „zeitgenössisch, sehr aktuell“, sagt Jürgen Geisler. Der Museumsleiter im Barockschloss beschreibt Annette Schröter als „exzellente Beobachterin des heutigen Alltags“, was sich auch in der Ausstellung widerspiegele.

Traditionelle Scherenschnitte, Märchenfilme und Kinderführungen begleiten die Ausstellung

Neben den Arbeiten der Mentorin von HGB-Meisterschülern erwarten den Besucher in der Ausstellung zahlreiche traditionelle und unkonventionelle Scherenschnitte verschiedener Jahrhunderte und Künstler aus dem reichhaltigen Sammlungsbestand des Lichtenwalder Schlossmuseums.

Der kleine Lenny (9) probiert die Scherenschnitt-Box aus Quelle: Wolfgang Sens

Im Begleitprogramm „Zaubernde Hände“ zeigt das Museum Märchenfilme von Lotte Reiniger, der Pionierin des ersten Animationsfilms überhaupt. Ihre Filme sind Meisterwerke der Silhouettierkunst. Drei Kinderführungen begleiten die Ausstellung und laden in die Bastelwerkstatt. Am 18. und 25. November sowie am 2. Dezember können Kinder um 10.30 Uhr eigene Schattenbilder anfertigen. Die Führungsgebühr beträgt drei Euro pro Kind, das Museum bittet um vorherige Anmeldung unter der Nummer 034202 67208.

Die Sonderausstellung ist bis 3. März im Barockschloss Delitzsch zu sehen.

Von Mathias Schönknecht

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