Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch BKD-Ruine in Delitzsch sorgt weiter für Zoff
Region Delitzsch BKD-Ruine in Delitzsch sorgt weiter für Zoff
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 12.07.2019
Welche Folgen hat das BKD noch für Delitzsch? Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Eines Tages könnte es ein Wohngebiet sein, in dem Menschen ihre eigenen Tomaten anbauen, Kinder im Garten toben und Pools in die Erde eingelassen sind. Das Gelände des einstigen Biomassekraftwerks in Delitzsch ist von einem Investor gekauft worden, die Solarmodule einer anderen Firma sind abgebaut und das Areal soll zu einem Wohngebiet entwickelt werden. Für viele in Delitzsch bleibt das unvorstellbar.

Offene Fragen

Denn noch immer ist die Frage, ob der Ascheberg auf dem Gelände schädlich ist oder nicht, nicht offiziell geklärt. Jedenfalls räumt das Landratsamt nach wie vor nicht ein, woran viele Bürger, die Stadtverwaltung und auch der nicht unumstrittene Bürgerverein Sauberes Delitzscher Land seit Jahren glauben. Bei den Ablagerungen soll es sich nach deren Ansicht um gefährlichen Abfall handeln, der 2016 unter anderem zu erhöhten Cadmium-Werten im Gertitzer Graben geführt haben soll. Die mögliche Schadstoffbelastung der in verschiedenen Bereichen des Geländes lagernden Aschen, Filterstäube und Verbrennungsrückstände bereitet vielen Kopfzerbrechen. Und über allem kreist die Frage, ob ein Abtrag des Aschebergs durch den neuen Investor das Grundproblem lösen kann.

Delitzscher OBM hakt nach

Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) hatte sich daher mit einem Fragenkatalog erneut an das Landratsamt gewandt, nachdem auch die Grünen im Frühjahr eine Beseitigung des Schlackebergs und vor allem auch Aufklärung und das Ernstnehmen der Lage gefordert hatten. Dabei hatte sich Landtagsabgeordnete Volkmar Zschocke (Grüne) wiederum auf die Daten des Bürgervereins berufen. Diesen Messergebnissen könne aber nicht gefolgt werden, argumentiert das Landratsamt und zweifelt an Fach- und Sachkunde. Man sehe auch keine Veranlassung, erneute Prüfungen für die bereits untersuchten Bereiche durchführen zu lassen. Die Analyseergebnisse des Grundwassers würden keinerlei Schwermetallbelastungen anzeigen, eine aktuelle und künftige Grundwassergefährdung lasse sich aus den Befunden nicht ableiten.

Sauberes Delitzsch will aufklären

Eine Aufarbeitung der Vorwürfe sei vermutlich nicht gewollt, schreibt der Bürgerverein in einem offenen Brief an die Delitzscher Stadträte. Das Schreiben des Landratsamtes an die Stadtverwaltung offenbare eine Blockadepolitik. Der Verein wolle sich nun verstärkt um die notwendigen Klärungsprozesse kümmern.

Von Christine Jacob

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Polizei ermittelt nach einem Raubüberfall in Delitzsch: Offenbar wegen einer „offenen Rechnung“ hatte ein Marokkaner einen Syrer angegriffen und Geld gefordert.

12.07.2019

56 000 Euro wollte eine Anruferin von einer 81 Jahre alten Frau in Rackwitz. Sie gab sich als Enkelin der Seniorin aus. Es war nicht der einzige Fall in der Region.

11.07.2019

Mit Bücherzelle, Bank und bemalter Trafostation haben sich die Kletzener in der Dorfmitte einen Treffpunkt geschaffen. Nun plant der Bürgerverein ein Sommerfest für August.

11.07.2019