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Delitzsch Bröckelndes Delitzsch-Wahrzeichen wird saniert
Region Delitzsch Bröckelndes Delitzsch-Wahrzeichen wird saniert
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07:57 21.02.2019
Die Beräumung eines Teils der Gärten in der Delitzscher Gartenanlage „Am Wasserturm" ist gestartet. Quelle: Heike Liesaus
Delitzsch

Baucontainer sind aufgestellt, ein Bagger steht bereit, eine Baustraße ist angelegt und viel Gesträuch wurde gefällt: Die Zeichen im Delitzscher Süden stehen auf Wasserturm-Sanierung. Noch bestimmen die Lauben-Ruinen auf verlassenen Garten-Parzellen entlang der Leipziger Straße das Bild. Nachdem vor allem Sträucher und Bäume gefällt wurden, war gestern auf der Baustelle Ruhe eingekehrt. Aber so soll es nicht bleiben.

Bedrohlich bröckelig

Denn es war viel zu lange ruhig um das 44 Meter hohe technische Denkmal, das der Gartensparte ihren Namen gibt, dessen Umfeld derzeit aber abgesperrt ist. Denn der Koloss wirkt bedrohlich bröckelig, einige der Betongesimse rings um die Turmkugel sind schon abgestürzt. Das technische Denkmal soll saniert und ein Hotel drumherum und eingebaut werden. Dabei hat der aus Delitzsch stammende Tarik Wolf, der das Bauvorhaben nun mit seiner Leipziger Firma ImmVest als aktuell wichtigstes Projekt betrachtet, langen Atem bewiesen. Bereits vor mehr als zehn Jahren entwickelte er erste Pläne zunächst mit Wohnungen. Dann hatte sich die zuvor nicht auffindbare Eigentümerin gemeldet. Schon damals war das Gelände rings um den Turm wegen der herabfallenden Teile gesperrt worden. Jahre gingen ins Land, bevor allein die Eigentumsfrage geklärt war.

„Gärten sind schließlich Rückzugsräume“

Nun soll eine ganze Anlage mit Hotel und Gewerbe entstehen, die sich auf dem Geländestreifen entlang der Bahnstrecke Halle-Guben und der Leipziger Straße erstreckt. Manchen treffen die Aktivitäten dennoch unvorbereitet. Besonders Delitzsch-Besucher wie Daniel Jakumeit. Schließlich ist der Günthersdorfer gerade in der Loberstadt, um die Naturgartenbroschüren abzuholen, die er hier drucken lässt. „Solche Gärten sind schließlich immer Rückzugsräume auch für Kleingetier. Soll hier etwa Industrie hin?“, fragt er angesichts der Ruinenlandschaft.

Gewerbe, Hotel, Park und Bäume

Industrie ist nicht vorgesehen. Die Unterlagen des Bebauungsplanentwurfs weisen an der Leipziger Straße Gewerbe mit Sport, Spa und Fitness aus. Ein kleiner Park soll zur Hotel-Anlage gehören und auch Bäume sollen gepflanzt werden. Etwas gemischte Gefühle auch bei Isabell Krause, der Vorsitzenden der Gartensparte „Am Wasserturm“, die natürlich schon lange mit den Plänen konfrontiert ist. Aber sie ist ebenso froh darüber, dass der marode Turm saniert wird. Doch für die nun vorgesehene Bebauung mussten auch Gärten aufgegeben werden. „Ein Teil der Pächter hat leere Gärten in der Anlage gefunden, ein Teil anderswo. Ein Teil hat aber, auch aus Altersgründen, nicht noch einmal neu angefangen. Wir sind jedoch gut von unserem Verband vertreten worden.“

Noch kein Baurecht

Damit der Bau starten kann, sind immer noch Genehmigungs-Hürden zu nehmen. Der Stadtrat hatte im Dezember den Bebauungsplan-Entwurf einstimmig bestätigt. Inzwischen ist die öffentliche Auslegung passiert. Im nächsten Schritt steht dann der endgültige Entscheid über den Plan an.

Abriss im Sinne der Pächter

Anke Reisdorf vom Kreisverband der Kleingärtner Delitzsch weiß wiederum, dass es bei all den Verzögerungen mit einer Übergabe des Ersatzbaus für das Spartenheim, die einst im Sommer dieses Jahres vorgesehen war, nicht klappen wird. „Aber wir haben sogar darauf gedrängt, dass die Reihe der Gärten an der Straße nun abgerissen wird. Nun soll auch ein Bauzaun um das Gelände kommen“, erklärt sie. Denn diese Parzellen stehen seit einem Jahr leer. Es kam dort zu Beschädigungen, die auch die Anlieger in den besetzten Gärten beunruhigten.

Von Heike Liesaus

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