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Delitzsch CDU knapp stärkste Fraktion in Delitzsch
Region Delitzsch CDU knapp stärkste Fraktion in Delitzsch
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16:53 27.05.2019
Zuerst wird die Europawahl ausgezählt. Da viele Parteien auf dem langen Wahlzettel stehen, nimmt das Prozedere sehr viel Zeit in Anspruch. Das Team im Wahllokal Ehrenberggymnasium ist sehr penibel.  Quelle: Christine Jacob
Delitzsch

Die Wahl ist Geschichte. Mit hoher Wahlbeteiligung weit über der 50-Prozent-Marke ist der Sonntag gelaufen. Die Ergebnisse für Delitzsch und in anderen Gemeinden sind teils ernüchternd. 8 statt bislang 11 der 30 Sitze im Stadtrat Delitzsch hat nun die CDU inne. Auch die SPD hat eingebüßt, hat nur noch vier statt sechs Sitze. Die Linke verliert zwei Sitze, hat im neuen Stadtrat drei. Die Freien Wähler können ein Mandat auf nun sieben dazu gewinnen. Der Heimatverein Döbernitz bleibt mit einem Mandat wie bisher vertreten. Die Grünen kommen mit einem Sitz zurück in das Gremium. Die BI Menschenskinder zieht erstmals ein, hat einen Sitz. Die AfD schafft aus dem Stand fünf Sitze.

Delitzscher OBM bleibt gelassen

Der Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (57, parteilos) blickt entspannt auf seinen neuen Stadtrat. Er sei froh über die hohe Wahlbeteiligung von 53,7 Prozent. Die CDU (25,9 Prozent) konnte sich knapp vor den Freien Wählern (23,3) behaupten. Drittstärkste Kraft ist die AfD (16) vor der SPD (14,3).

„Egal, wer im Stadtrat sitzt, es geht darum, dass wir uns an Sachproblemen orientieren. Im Stadtrat diskutieren wir darüber, ob wir eine Straße oder einen Kindergarten bauen. Das ist Kommunalpolitik für mich“, so der OBM. Und dabei setze er auf die Mitarbeit und Zusammenarbeit aller Stadträte. Aufgabe der Kommunalpolitik sei es, sich kommunalpolitischen Themen anzunehmen. Nach der Wahl steht fest: Im Stadtrat Delitzsch sitzen künftig acht Parteien und Vereinigungen. „Im Kern geht es um Sachthemen. Ich denke, wir können auch in diesem Stadtrat konstruktiv weiter zusammenarbeiten“, so Wilde.

Hoffen auf konstruktiven Stadtrat

Die Wähler haben die etablierten Fraktionen scheinbar abgewatscht. Bis auf eine: „Das Wahlergebnis macht uns sehr glücklich. Unser Dank gilt den Bürgern, die uns ihr Vertrauen schenkten. Wir sind die einzige der bislang im Stadtrat vertretenen Fraktionen, die Zugewinne verzeichnen konnte“, so FWG-Chef Uwe Bernhardt. „Mit dieser Wahl hat sich die politische Landschaft in Delitzsch grundlegend verändert. Wir möchten im Stadtrat konstruktiv zum Wohle unserer Heimatstadt agieren und laden alle anderen ein, uns dies gleich zu tun“, so Bernhardt weiter.

Die CDU Delitzsch bei ihrer Wahlfeier - zwar bleibt sie stärkste Kraft, büßt aber deutlich ein. Quelle: CDU Delitzsch

CDU-Fraktionschef Mathias Plath macht deutlich, dass die Freude über die Tatsache, nach wie vor stärkste Kraft zu sein, durch den Verlust der drei Sitze getrübt ist. Auch in Delitzsch habe sich die Unzufriedenheit mit der Bundespolitik gespiegelt und zu einem schlechteren Ergebnis geführt. „Wir haben es bei vielen Gesprächen an unseren Wahlständen erlebt, dass die Leute sagen, sie seien unzufrieden, uns aber nicht sagen konnten womit und warum“, berichtet Plath. Zu bedenken sei bei aller Freude über eine höhere Wahlbeteiligung auch, dass trotzdem viele nicht wählen gegangen sind.

Erstmals in Delitzscher Stadtrat gewählt

Erstmals im Stadtrat vertreten sein wird die Bürgerinitiative (BI) Menschenskinder. „Wir freuen uns sehr über einen Sitz und diese 3,9 Prozent der Stimmen“, sagte Matthias Ulrich. Mit mehr als 1200 Stimmen konnte die BI sogar mehr gewinnen als die Grünen mit knapp 1000. Enttäuschend sei, dass die AfD so gut abgeschnitten habe. Doch gerade nun komme es darauf an, dass die anderen Parteien und Wählervereinigungen zusammenrücken.

Rackwitz mit hoher Wahlbeteiligung

In Rackwitz lag die Wahlbeteiligung bei 61,6 Prozent. „Es ist ein demokratisches Ergebnis, dass ich natürlich akzeptiere“, äußerte sich Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos) demokratisch. „Unabhängig ob Schwarz, Rot oder Blau, wir müssen zum Ziel haben, Rackwitz weiter zu entwickeln, gemeinsam.“ Die AfD zieht mit allen drei Bewerbern in den Gemeinderat ein, obwohl ihr laut Wahlergebnis sogar vier Sitze zustehen. Heißt: ein Sitz wird dauerhaft unbesetzt bleiben. Der Rackwitzer Gemeinderat schmilzt von 18 auf nunmehr 17 Mitglieder ab. Schwalbe setzt wie sein Delitzscher Amtskollege auf Sachpolitik. „Wir haben keine anderen Gesetze nach der Wahl und auch nicht mehr Geld.“ Rackwitz habe sich „prächtig entwickelt, das wollen wir fortführen“, sagte der 31-Jährige.

FDP zurück in Krostitz

Ergebnisse der Gemeinderatswahl in Krostitz. Quelle: LVZ

Die FDP zieht in Krostitz erstmals wieder mit zwei Vertretern im Gemeinderat ein. „Mehr als 10 Prozent. Das klingt doch schon ganz gut. Das ist sehr erfreulich. Wir sind ja auch eine gute Truppe“, sagte Thomas Beyer, einer der Kandidaten. „Überraschend war die hohe Beteiligung, auch deutschlandweit.“

Überraschung in Wiedemar

Fünf statt der bisherigen zwei Plätze können die Freien Wähler künftig im Gemeinderat Wiedemar einnehmen. „Damit haben wir nicht gerechnet. Dass es so viele sind, ist schon eine Überraschung“, so Jürgen Gießmann. Die Freien Wähler sind damit in der zweiten Legislaturperiode verstärkt dabei. Verloren hat die CDU-Fraktion, deren Sitzanzahl sich von elf auf acht Sitze reduziert. In Wiedemar hatten sich die Kandidaten in einem Forum vorgestellt. „Unsere Arbeit in den vergangenen Jahren war sicher der Hauptgrund. Es sind auch mehr Menschen zur Wahl gegangen. In den Köpfen der Menschen hat sich vielleicht etwas geändert“, so der 56-Jährige.

CDU-Hochburgen

Krostitz (61,3 Prozent), Löbnitz (57,9), Schönwölkau (57) und auch Wiedemar (46,8) bleiben CDU-Hochburgen.

Von Frank Pfütze, Christine Jacob, Heike Liesaus

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