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Delitzsch Delitzsch: Der Weg, der verlorenen Gegenstände
Region Delitzsch Delitzsch: Der Weg, der verlorenen Gegenstände
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10:00 26.04.2019
Öffentliche Versteigerung von Fundsachen auf dem Hof der Feuerwehr Delitzsch: Auktionator Kai Zimmermann (links) hat das bietfreudige Publikum fest im Blick. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Drei kleine Schlüssel vor dem Rathaus, eine Drohne am Wallgraben, eine Silberkette auf dem Marktplatz oder ein Damenrad am Karl-Marx-Platz. Diese Gegenstände mit zugehörigem Fundort sind aktuell im Online-Fundbüro der Stadt Delitzsch aufgelistet. Während sich beispielsweise auf Facebook gepostete Fundstücke meist nicht vermitteln lassen, kann auf der Internetseite der Stadtverwaltung jederzeit zentral geschaut werden, ob den vermissten Gegenstand jemand gefunden und abgegeben hat.

Warten und versteigern

Meldet sich der Besitzer nicht im Fundbüro im Technischen Rathaus, erwirbt der Finder in der Regel nach sechs Monaten das Eigentumsrecht. Solange hat das Amt in der Schloßstraße 30 Zeit, den Eigentümer zu ermitteln und ihn zu benachrichtigen. Geschieht oder gelingt das nicht, werden die Sachen versteigert und landen bei einem neuen Eigentümer.

Bei der traditionellen Versteigerung auf dem Hof der Feuerwehr machten wie bereits in den Vorjahren Fahrräder oder Fahrradteile in den unterschiedlichsten Zuständen den Großteil der angepriesenen Gegenstände aus. Dank Auktionator Kai Zimmermann wurde die Versteigerung am Schäfergraben eine unterhaltsame Angelegenheit. „Sofort bezahlen, das Ersteigerte mitnehmen, keine Rücknahme und keine Garantie“, zählte Zimmermann die Regeln auf. Wer seinen Arm am längsten oben hielt, bekam den Zuschlag.

Einen Motorroller für 50 Euro

Die Spanne der Preise, die für die Fundsachen abgerufen wurden, ist gewaltig. Allein bei den Zweirädern gab es Exemplare, die für fünf Euro vom Hof fuhren – beziehungsweise getragen werden mussten – und Fahrräder, bei denen sich die Investoren bis zur Endsumme von 175 Euro überboten. Für einen in diesem Jahr zur Auktion stehenden Automatik-Motorroller mit dem Startgebot von 50 Euro fand sich jedoch niemand. Der Hinweis, dass weder Schlüssel noch Papiere vorhanden sind, war wohl doch zu abschreckend.

Sollte jemand die Vermutung haben, sein verlorenes Gut könnte sich unter den derzeit im Fundbüro gelagerten Gegenständen befinden, der kann seinen Anspruch bei der Stadtverwaltung Delitzsch geltend machen – muss allerdings auch einen entsprechenden Nachweis vorzeigen. Wer bereits etwas ersteigert hat, ist dagegen abgesichert: Er erhielt vom Fundbüro eine Quittung, die den Kauf nachweist.

Von Mathias Schönknecht

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