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Delitzsch Delitzsch: Fleischerausbildung immer weniger gefragt
Region Delitzsch Delitzsch: Fleischerausbildung immer weniger gefragt
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17:33 15.11.2018
Andy Schuster (li.) und Toni Köhler lernen am Delitzscher Berufsschulzentrum Verkauf und Herstellung von Fleischwaren. Quelle: Christine Jacob
Delitzsch

Unterricht kann auch schmecken. Kalbsbries, Cordon bleu, Saltimbocca. Alles ansprechend garniert, frisch und lecker. „Probiert unbedingt von dem Kalbsbries, das ist eine absolute Spezialität“, sagt Christoph Janetzki seinen Schülern. Doch die werden immer weniger.

Klassen werden kleiner

Waren zu Anfang seiner Laufbahn am Delitzscher Berufsschulzentrum (BSZ) die Klassen noch proppevoll, sind es nun immer weniger Azubis. Dass Bewerber Mangelware sind, gilt längst für alle Handwerksberufe, gerade aber für die rund ums Fleisch. Seit 20 Jahren bildet Christoph Janetzki Fleischer aus. Als er anfing, waren es noch vier oder fünf Klassen und insgesamt um die 100 Schüler im ersten Lehrjahr. Heute sind es mit etwas Glück noch 25.

Mathe bleibt Knackpunkt

Seinen Unterricht präsentiert der engagierte Pädagoge schmackhaft wie eh und je. Theorie und Praxis gehen Hand in Hand. So steht an diesem Vormittag das Thema „Kalbsspezialitäten“ auf dem Stundenplan, die Verkäuferlehrlinge und die Fleischer-Azubis lernen gemeinsam. Es geht um Fragen der Einkaufsplanung und Kostenkalkulation, um Rezepte und Zubereitungen. Begutachtet und bewertet wird so gut wie jeder Schritt. „Den meisten macht Mathe große Schwierigkeiten“, hat Christoph Janetzki in all den Jahren beobachten müssen, „es scheitert manchmal schon an der Kalkulation.“

Erfolg im Wettbewerb

Doch wer den Beruf wirklich ausüben will, der hat gute Chancen auf eine lange Laufbahn mit Spaß. Andy Schuster aus Leipzig zum Beispiel schätzt als Fachverkäufer-Azubi im Globus-Markt die Teamarbeit und den Kundenkontakt. Für Fleischerazubi Toni Köhler, der heute mit ihm hinter der Übungstheke des BSZ steht, war die Lehre zum Fleischer nicht die erste Wahl. Eigentlich wollte er Kfz-Mechatroniker werden. „Das habe ich mir mit meinem Hauptschulabschluss verbaut“, sagt er. Ein Freund lockte ihn in die Fleischerausbildung, mittlerweile ist der Lehrling Feuer und Flamme. Er lernt in einem Betrieb in Pegau, nennt seinen Chef begeistert „den besten der Welt“ und ist im jüngsten deutschlandweiten Snack-Star-Wettbewerb knapp Vierter hinter seiner Mitschülerin Tanja Kubitzki geworden. „Es fehlte nur ein Punkt“, lobt Christoph Janetzki seinen Schützling. Er hofft, dass er künftig noch mehr Schülern zum Erfolg und vor allem Spaß am Beruf verhelfen kann.

Von Christine Jacob

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