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Delitzsch Delitzsch geht nicht gegen „Gärten des Grauens“ vor
Region Delitzsch Delitzsch geht nicht gegen „Gärten des Grauens“ vor
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13:43 29.04.2019
Schotter und ein bisschen Grün zeichnen die „Gärten des Grauens“ aus (Symbolfoto) Quelle: iStockphoto
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Delitzsch

Vor allem in Neubaugebieten sind sie immer häufiger zu sehen: Schottegärten mit vielen beziehungsweise hauptsächlich Kiessteinen und ein paar Pflanzen, so dass Grau statt Grün dominiert. Diese Schotter- beziehungsweise Kiesgärten gelten als pflegeleicht. Naturschützern und versierten Gärtnern sind sie aber ein Dorn im Auge, werden als „Gärten des Grauens“ bezeichnet, da mit ihnen die Artenvielfalt leidet und Insekten und Co. die Lebensgrundlage genommen wird. Verschiedene Kommunen wollen dagegen jetzt vorgehen, Delitzsch nicht.

Sollten sich Gemeinden in die Gartengestaltung einmischen?

Delitzsch will im Gegensatz zu anderen Kommunen in Deutschland nicht gegen die auch „Gärten des Grauens“ genannten Kies- beziehungsweise Schottergärten vorgehen. Wie ist Ihre Meinung? Sollten sich Gemeinden in die Gartengestaltung einmischen?

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Auf Initiative der Grünen soll in den kommenden Wochen in Bremen ein Gesetz verabschiedet werden. Nicht allein um Ästhetik geht es, vor allem gehe es um die Verbesserung des kleinräumigen Stadtklimas. Die Stadt will mit einem „Ortsgesetz über die Begrünung von Freiflächen und Flachdachflächen“ erwirken, dass Außenflächen „zu begrünen oder zu bepflanzen sind“ – Hütten, Terrassen oder gepflasterte Fahrrad-Stellplätze wären dann erlaubt, “Steinwüsten“ nicht.

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Delitzsch will Freiheiten lassen

Von so etwas hält man in Delitzsch nicht viel. „Es ist hier bei uns nicht vorgesehen, restriktiv in die Gartengestaltung einzugreifen“, sagt Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos). Eher wolle man hier die Umweltbildung fördern, sodass den Gartenbesitzern klar wird, wie sie mit dem eigenen Grün der Umwelt etwas Gutes tun können. Es führe eindeutig zu weit, den Bürgern in die Gestaltung ihrer Gärten reinzureden. „Wir setzen auf die gesunde Einstellung der Eigentümer, eben nicht alles zuzupflastern, sondern auch Ausgleichsflächen zu schaffen“, hofft der OBM. Zwar seien auch in Delitzsch ein paar Vorgärten vorhanden, die in die Kategorie „Gärten des Grauens“ fallen könnten, doch damit sei nicht gesagt, dass das ganze Grundstück so aussieht und jeder Eigentümer habe mit Sicherheit seine Gründe. Es würde, so kritisiert Wilde Vorstöße gegen die Schottergärten vorzugehen, auch in einen regelrechten Kontrollwahn ausarten und man müsste anfangen, alles mögliche zu reglementieren. Das will man in Delitzsch nicht.

Von cj

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