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Delitzsch Delitzsch hat seine erste Anbaugemeinschaft
Region Delitzsch Delitzsch hat seine erste Anbaugemeinschaft
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00:18 03.07.2018
Thomas Stremlow, Thomas Knoll, Markus Stark, Doreen Stremlow, Anja und Thomas Schütz (von links nach rechts) sowie die Kinder Philipp, Luise, Lilly, Latika und Tamara freuen sich auf die Ernte. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Ein Großstadtphänomen kommt aufs Land: Wie andere Städte hat nun auch Delitzsch eine Anbaugemeinschaft mit dem Ziel, gemeinschaftlich regionales Bio-Gemüse für den Eigenbedarf anzubauen. „Damit liegt Delitzsch voll im Trend der Gemeinschaftsgärten, der Anbaugemeinschaften, und der solidarischen Landwirtschaften, die vielerorts entstehen“, betont Mit-Initiator Thomas Stremlow.

Ausgleich und Spaß

Eine solche Gemeinschaft gibt es zum Beispiel auch schon in Bad Düben, in Taucha ist mit der Roten Beete eine schon sehr große „Gemüsekooperative“ entstanden. Die Delitzscher Anbaugemeinschaft hat sich vor zwei Monaten aus mehreren Familien gegründet, inzwischen sind es 7, zwischen 35 und 51 Jahre alt sind die erwachsenen Mitglieder und oft auch auf der Suche nach Ausgleich zum Dasein als „Bürohengste“. Die Idee hinter der Anbaugemeinschaft ist ganz einfach und vom Streben nach einem besseren, gesünderen und bewussteren Leben geprägt: „Ziel ist es, einen Teil der eigenen Lebensmittel mit möglichst wenig zeitlichem und wenig finanziellem Aufwand selbst zu produzieren und das in Bio-Qualität“, erläutert der 44-jährige Thomas Stremlow. Der Weg der Nahrung soll möglichst kurz sein, das Gemüse und Obst absolut bio. Und gesunde Ernährung, regionale und saisonale Angebote , die Natur und das Gärtnern an sich sollen gerade den Kindern näher gebracht werden. „Die Kinder haben ihren Spaß“, weiß Doreen Stremlow. Der Idee zum gemeinschaftlichen Bio-Anbau mit Spaßfaktor fehlte nur noch das richtige Fleckchen Erde. Der Kreisverband der Kleingärtner konnte helfen.

Kooperation mit Kleingärtnern

Mit der Kleingartenanlage „Grüne Oase“ am Delitzscher Tiergarten haben die Engagierten den idealen Kooperationspartner gefunden. „Dass wir das unterstützen, war sofort klar“, sagt Vereinschef Thomas Knoll. In der über 200 Kleingärten großen Anlage hegte man selbst schon solche Ideen. Eine große Freifläche, die jahrelang nicht großartig genutzt wurde, konnte man den Familien unkompliziert zur Verfügung stellen. Dort wirtschaftet die Anbaugemeinschaft nun autark, der Kleingartenverein unterstützt. Radieschen, Kohlrabi, Paprika, Tomaten, Salat und mehr sind bereits schmackhafter Beweis, dass der Anbau auf wenigen Quadratmetern gelingt. Platz wäre für mehr als 2000 Quadratmeter Beete. Dabei kann sich jeder so in die Bewirtschaftung mit einbringen, wie es seine Zeit erlaubt – geteilte Arbeit ist halbe Arbeit, niemand bindet sich zu viel ans Bein und zusammen macht es gleich mehr Spaß. Dieser Gemeinschaftsaspekt ist einer der vielen Gründe, aus dem Familie Schütz bei der Anbaugemeinschaft mitmacht: „Es ist stressfreier als ein komplett eigener Garten“, findet Anja Schütz, „man kann sich austauschen, voneinander lernen und Gemeinschaft erleben.“ Dafür kommt die Familie extra aus Taucha nach Delitzsch. Die anderen sechs Familien stammen aus der Loberstadt.

Mitstreiter gesucht

Noch ist die Fläche eine exemplarische, 2018 betrachtet die Anbaugemeinschaft als Testjahr. Auch Thementage sind noch vorgesehen. Aktuell ist die Initiative auf der Suche nach weiteren Teilnehmern, die mitmischen und miternten wollen und die Gemeinschaft vergrößern.

Informationen gibt es auf http://besser-leben.in/delitzsch im Internet, per Mail an Anbaugemeinschaft.Delitzsch@besser-leben.in oder telefonisch unter 0171 4407118.

Von Christine Jacob

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