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Delitzsch Delitzsch investiert in barrierefreie Bushaltestellen
Region Delitzsch Delitzsch investiert in barrierefreie Bushaltestellen
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07:00 21.06.2018
Bushaltestellen in Delitzsch sollen renoviert werden. Auf der Liste für den barrierefreien Ausbau steht auch der Stopp an der Richard-Wagner-Straße schräg gegenüber vom Lidl-Markt.
Bushaltestellen in Delitzsch sollen renoviert werden. Auf der Liste für den barrierefreien Ausbau steht auch der Stopp an der Richard-Wagner-Straße schräg gegenüber vom Lidl-Markt. Quelle: Heike Liesaus
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Delitzsch

In der Loberstadt werden weitere sechs Bushaltestellen barrierefrei umgebaut. Das heißt zum Bespiel, dass sie erhöhte Bordsteinkanten zum besseren Aussteigen und die weißen, geriffelten Steine für die bessere Erkennbarkeit bekommen. Im technischen Ausschuss des Delitzscher Stadtrates wurde am Dienstagabend der Auftrag dafür vergeben. Gebaut werden soll somit in den kommenden Wochen an den Stationen an der Großen Wallstraße Richtung Benndorfer Landstraße am Wohngebiet Sandmark, die in der Dübener Straße/Ecke Lönsstraße stadtauswärts sowie die gegenüber dem Friedhof stadteinwärts, und weiterhin die Haltestelle in der Richard-Wagner-Straße an der Werkstatt des Sozial und Beschäftigungszentrums sowie die beiden Haltestellen „Gemeinde“ in Spröda. Dafür werden insgesamt rund 121 000 Euro investiert. 90 Prozent der förderfähigen Kosten, rund 109 000 Euro also, kommen über das Programm „Barrierefreie Haltestellen“ des Landkreises Nordsachsen.

Zwölf Umrüstungen insgesamt

Im vergangenen Jahr hatte die Stadt für den Ausbau von insgesamt zwölf Bushaltestellen Fördermittel beantragt und bewilligt bekommen. Die Aufträge für die ersten sechs waren bereits im April vergeben worden: zwei in der Sachsenstraße (Kaufland und Medizinisches Zentrum), zwei in der Halleschen Straße (Hallescher Turm und Auto Webel), die Haltestelle am Schenkenberger Sportplatz und am Beerendorfer Seniorenzentrum. Sechs Bushaltestellen, so zum Beispiel die in der Marienstraße, wurden in den vergangenen zwei Jahren umgerüstet.

Barrierefreiheit bis 2022

Insgesamt verteilen sich mehr als 120 Bushaltestellen übers Stadtgebiet. Nach und nach rüstet Delitzsch über dieses Programm die Bus-Stopps behinderten- und seniorengerecht um. Wo die räumlichen Bedingungen stimmen, entstehen komplette Haltestellen, mit Gelegenheit zum Unterstellen. An der Leipziger Straße könnte es aber zum Beispiel für den barrierefreien Ausbau auch helfen, einfach nur den Bordstein höher zu setzen, so Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) im Ausschuss. Hintergrund des Förderprogramms ist die Nivellierung des Personenbeförderungsgesetzes, das die Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehr bis zum Jahr 2022 vorsieht.

Reparaturprogramm im Blick

Außerdem will die Stadt ein Förderprogramm anzapfen, das die Sanierung bestehender Haltestellen unterstützt. Damit könnten zum Beispiel Bänke repariert, Papierkörbe und kaputte Scheiben ersetzt werden. Dieser Tage wird nachgesehen, welche Objekte solche Defizite aufweisen, erläuterte Stadtplaner Karl-Heinz Koch. „Wir hoffen, dass wir damit den gravierendsten Schäden abhelfen können.“ Es werde zum Bespiel auch überlegt, Haltestellen mit Lochblechen, statt mit Glasscheiben auszurüsten. Diese sind weniger anfällig für Vandalismus. Das trifft generell auch auf die Betonhäuschen zu, die noch aus DDR-Zeiten übrig sind, so Wilde. Er plädierte dafür, sie zu erhalten. Allerdings gibt es auch da Reparaturbedarf, wie das Beispiel der Wartestation an der Richart-Wagner-Straße Richtung Leipziger Straße zeigt.

Von Heike Liesaus