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Delitzsch Delitzsch legt den Wallgraben trocken
Region Delitzsch Delitzsch legt den Wallgraben trocken
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08:00 28.12.2018
Die Wallgrabensanierung wird erst im Frühjahr etwas werden. Das Gewässer wird immer schlammiger. Der Baustart im Frühjahr wäre am Halleschen Turm-Abschnitt des Wallgrabens. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Es muss sein. Es muss was passieren. Immer schlammiger und dreckiger wird der Wallgraben, droht im heißen Sommer biologisch umzukippen und die Bestände an Fischen gelten allmählich als gefährdet. Fast 30 Jahre lang ist nichts am künstlich angelegten Gewässer rund um den Stadtkern passiert. Nun soll der Wallgraben saniert und entschlammt werden, für eine „Zukunft Stadtgrün“. Doch nicht nur das Wahrzeichen steht dabei im Fokus, wenn für rund zwei Millionen Euro ein grüneres Delitzsch geschaffen wird.

Verschiedene Bauabschnitte

Im Januar oder Februar, so die berechtigte Hoffnung der Delitzscher Stadtverwaltung, wird man den Zuschlag erteilen können, damit im Frühjahr 2019 mit der Wallgraben-Sanierung begonnen werden kann. Dazu muss, fast so als würde man den Stöpsel aus der Badewanne ziehen, das Gewässer Stück für Stück und Bauabschnitt für Bauabschnitt trocken gelegt werden. Dann wird ausgebaggert und frisches Leben eingebracht. Zunächst würde der Abschnitt am Halleschen Turm saniert, dann ginge es in weiteren zwei Bauabschnitten einmal rund um die Altstadt. Die immer tiefer werdenden Sedimentablagerungen – Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) spricht von 70 Zentimetern – kommen raus aus dem Gewässer. Was gut gemeint war, ist derzeit besonders schädlich für den Wallgraben: Durch die eingebrachten Seerosen verkrautet er immer mehr. 1991, da erfolgte die letzte Entschlammung, ist eindeutig zu lange her, um noch von einem vitalen Gewässer ausgehen zu können.

Im Haushalt fest verankert

Gerade die Wasserrosen sorgen für weitere Verkrautung des Wallgrabens Quelle: Wolfgang Sens

Das Projekt rund ums Stadtgrün ist im erst vergangene Woche beschlossenen Haushaltsplan als eine der wichtigsten Investitionen 2019/2020 fest verankert. Der genaue Baustart und -verlauf ist natürlich witterungsabhängig – bleibt wie so oft in den vergangenen Jahren der Winter aus, kann es entsprechend zeitig losgehen. Betroffen davon werden nicht nur die Anwohner sein, Aktionen wie die „Wallgraben-Schlacht“ zum Stadtfest werden auch nicht stattfinden können. Die Sicherung des Wallgrabens geht vor.

Norden im Fokus

Lange schon gibt es Unkenrufe, mit dem Projekt Stadtgrün sei mal wieder nur die Delitzscher Innen- und Altstadt gemeint und andere Stadtteile seien abgehängt. Das stimmt nicht. Die Stadt Delitzsch will mit dem Projekt in den kommenden Jahren nicht nur optisch schöner werden, sondern auch klimafreundlicher. Auch Blüh- und Schmetterlingswiesen in der Loberaue und in den Wohngebieten Nord und West sowie die Begrünung von Erholungsflächen im Norden gehören zu dem Projekt. Das Projekt Stadtgrün sei ein Projekt für die ganze Stadt, betont OBM Manfred Wilde, und auch der Wallgraben sei letztlich eine Erholungsfläche für alle Delitzscher. Insgesamt geht es um ein Areal von mehr als 60 Hektar Fläche. Zwischen den nah beieinander stehenden und großen Wohnblöcken im Delitzscher Norden, wo sich die Hitze besonders staut, soll mit den Grünflächen Abhilfe geschaffen werden. Kaltluftschneisen sollen das Abströmen der heißen Luftmassen und damit nachhaltig die Klimaanpassung ermöglichen. Auf den Flächen abgerissener Wohnblöcke sollen grüne Erholungsoasen entstehen, auch in Form von Blüh- und Schmetterlingswiesen.

Im Idealfall sollen die zwei Hauptthemen „Sanierung des Wallgrabens“ und „Klimaanpassung im Stadtteil Nord“ bis 2022 erledigt sein.

Von Christine Jacob

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