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Delitzsch Delitzsch nimmt fast 60.000 Euro von Temposündern ein
Region Delitzsch Delitzsch nimmt fast 60.000 Euro von Temposündern ein
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09:15 13.05.2019
An diversen Stellen in der Stadt wird oft geblitzt Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Verwarn- und Bußgelder in Höhe von 27 997,50 Euro sind zwischen Oktober und April in Delitzsch „erblitzt“ worden. Den größten Teil konnte die Stadtverwaltung bereits als Einnahmen verbuchen. 1088 Verwarn- und 92 Bußgeldverfahren, insgesamt also 1180 Ordnungswidrigkeitsverfahren sind eingeleitet worden. Es musste ein Fahrverbot festgesetzt werden, über drei weitere wäre noch zu befinden und ein Verfahren ohne Fahrverbot liegt beim Amtsgericht Eilenburg zur Entscheidung.

Delitzsch blitzt in Eigenregie

Diese Bilanz für ein halbes Jahr Blitzen in Delitzsch ist vergleichbar mit den Werten der Vorjahre, in denen ebenfalls stets um die 1000 Menschen mit Bleifuß in die Falle tappten und Halbjahreseinnahmen um die 30 000 Euro einbrachten. Im vergangenen Erfassungszeitraum von Oktober bis April wurden an 33 Tagen insgesamt 59 Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Der gerne gemachte Vorwurf des „Abfettens“, indem an nicht sicherheitsrelevanten aber zum Rasen einladenden Stellen geblitzt wird, bestätigt sich in Delitzsch nicht. Auf die Jagd nach Temposündern wird meist dort gegangen, wo ein laut Ordnungsamt „besonders schutzwürdiger Personenkreis” am Verkehr teilnimmt.

So wurden also besonders Messorte im Umfeld von Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, Kinder und Senioren überwacht. Regelmäßig baut das Ordnungsamt zum Beispiel in der Richard-Wagner-Straße nahe der Behindertenwerkstatt auf, kontrolliert die Schulwege in der August-Bebel-Straße oder der Halleschen Straße, postiert sich nahe der Kitas. 41 Prozent der überwachten Messorte entsprachen diesen Kriterien des schutzwürdigen Personenkreises. Beispiel Diesterweg-Grundschule in der August-Bebel-Straße: Die zulässigen 30 Stundenkilometer überschritten in rund zwei Stunden Kontrolle im November allein 55 von 983 Fahrzeugführern, einer davon war 25 km/h zu schnell unterwegs. Nicht viel besser waren die Ergebnisse bei Messungen im Februar und März diesen Jahres. Ähnlich auch die Situation vor anderen Schulen und Kitas.

Unfallschwerpunkte um Delitzsch unter Beobachtung

32 Prozent der überwachten Messorte wurden aufgrund von Bürgerhinweisen ins Visier genommen, zum Beispiel die Marienstraße, in der Tempo 30 nicht immer von allen gut beachtet wird. 19 Prozent der Messorte waren Zufahrten zum Stadtgebiet, zu oft wird auf den „Einflugschneisen“ wie Eilenburger Chaussee oder Securiusstraße das 50er-Limit nicht bedacht. Zudem wurden Unfallschwerpunkte rund um Delitzsch wie der Abzweig Brodau der B 184 überwacht.

Das Gerät ist so lichtempfindlich, dass es nicht blitzen muss (Archivbild) Quelle: Wolfgang Sens

Delitzsch blitzt nun seit sieben Jahren nicht nur in Eigenregie, sondern mit eigenem Gerät. Seit einer Verordnung der sächsischen Staatsregierung für Städte mit mehr als 10 000 Einwohnern ist die Stadtverwaltung Delitzsch auf ihren kommunalen Straßen seit 2010 selbst fürs Blitzen zuständig. Engagierte die Verwaltung in den ersten zwei Jahren noch eine Spezialfirma, gibt es seit dem Frühjahr 2012 ein eigenes, damals rund 60 000 Euro teures Gerät. Das Geld ist längst wieder eingespielt. Jährlich kommen um die 60 000 Euro an Strafen zusammen. Dabei soll es aber bei der Geschwindigkeitsüberwachung nicht ums Geld, sondern um Sicherheit und Ordnung gehen, heißt es aus dem Rathaus. Und so richtig geblitzt wird vom Delitzscher Ordnungsamt nicht: Die Kamera der „Leivtec XV3“ ist so lichtempfindlich, dass Autofahrer oft erwischt werden, ohne es an einem Blitzen zu merken.

Häufige Messstellen in Delitzsch

An diesen Stellen wird in Delitzsch und den Ortsteilen besonders oft der Verkehr auf seine Geschwindigkeit kontrolliert. Dabei geht es vor allem um den Schutz bestimmter Personengruppen wie Kinder, Menschen mit Behinderungen und Senioren sowie um unfallträchtige Stellen:

Richard-Wagner-Straße, Behindertenwerkstatt

Eilenburger Chaussee Höhe Gartenanlage, Zufahrtsstraße

Dübener Straße, relevant als Zufahrtsstraße und Schulweg

Hallesche Straße, Schulweg

August-Bebel-Straße, Schulweg

Securius- und Bitterfelder Straße, Zufahrtsstraßen

Sachsenstraße, nahe dem Yoz und an der Bushaltestelle

Abzweig K 7442 Zschepen/Döbernitz, Unfallschwerpunkt

B 184 am Abzweig Brodau, Unfallschwerpunkt

B 184, Höhe Kläranlage, Querung von Rad- und Gehweg

B 183a, Höhe Gewerbepark Am Stadtforst, Bushaltestelle

Nach Bürgerhinweisen: unter anderem Hainstraße und Marienstraße in Delitzsch, Lange Straße in Selben

Von Christine Jacob

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