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Delitzsch Delitzscher Bäume – Kritik an der Stadt reißt nicht ab
Region Delitzsch Delitzscher Bäume – Kritik an der Stadt reißt nicht ab
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05:09 16.11.2018
In Delitzsch gibt es 16 000 Bäume, Fällungen müssen sein, es wird aber auch viel nachgepflanzt Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Kettensägen rasseln, Bäume fallen. In Delitzsch wie auch andernorts läuft vom 1. Oktober bis 28. Februar – nur in dieser Zeit dürfen Bäume gefällt werden – die Baumpflegesaison. Und damit sind die Kritiker auf den Plan gerufen. Die LVZ geht ihren Vorwürfen nach:

Keine Willkür

Vorwurf 1 „Bäume werden willkürlich gefällt“: Auch wenn es teils diesen Anschein haben könne, verweist die Stadtverwaltung auf zwingende Gründe wie die Verkehrssicherheitspflicht. Um die Bürger vor Gefahren zu schützen, sind Kommunen von Rechts wegen verpflichtet, ihren Baumbestand regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls von ihm ausgehende Gefahren zu beseitigen. Die Stadt Delitzsch hat dafür die Stelle eines Baumkontrolleurs geschaffen. Seit 2013 übt diese Tätigkeit eine Mitarbeiterin der Servicegesellschaft (SGD) aus. Die Bäume werden gesichtet und erst am Ende eines Winterhalbjahres lässt sich sagen, wie viele entnommen werden mussten. Mitunter können über 200 pro Fällsaison weichen müssen. Für Baumgutachten ist jährlich ein Budget von 15 000 Euro einzuplanen.

Viel Grün

Vorwurf 2 „Delitzsch verliert seinen grünen Charakter“: Das ist Geschmackssache. Fakt ist, dass in der Stadt und den Ortsteilen ein Bestand von aktuell exakt 15 747 Bäumen aller Art registriert ist. Das Spektrum reicht von Ahorn über Eichen bis zu Zierkirschen. In Delitzsch und den Ortsteilen wachsen 82 Hektar Wald, insgesamt verfügt die Stadt über 672 Hektar Grünflächen. Allein im vergangenen Jahr hat die Servicegesellschaft der Stadt Delitzsch 265 000 Euro an Personal- und Sachkosten eingesetzt. Dazu hat die Stadtverwaltung noch einmal 50 000 Euro Sachkosten für diese Art Grün aufwenden müssen. In diesem Jahr beläuft sich dieser Betrag laut Verwaltung bereits auf 91 000 Euro, dabei sind die Sicherungsmaßnahmen nach Sturmereignissen inbegriffen. Vor allem der Sturm Friederike im Januar hatte in ganz Nordsachsen massive Schäden angerichtet, Delitzsch kam noch recht glimpflich davon – aus Sicht der Verwaltung gerade wegen der guten Baumpflege und der rechtzeitigen Entnahme kranker Bäume.

Eingriffe gehen zurück

Vorwurf 3 „In den letzten Jahren wurde zu viel abgeholzt“: Tatsächlich hätten die Eingriffe der vergangenen Jahre sehr massiv gewirkt, räumt man in der Stadtverwaltung ein. Das hatte aber laut Aussage der SGD aber vor allem damit zu tun, dass ein Pflegerückstand aufgeholt werden musste. Teilweise seien in den vergangenen Jahrzehnten Bäume zum Beispiel viel zu dicht gepflanzt worden, so dass sie keine Chance auf gesundes Wachstum hatten – solche teils immer noch sehr mickrigen Bäume wurden entnommen. Eingriffe im Stadtpark haben damit zu tun, dass dieser wie ein Denkmal zu behandeln ist und der historische Charakter zum Beispiel mit Sichtachsen erhalten werden muss. In nächster Zeit werden sich die Anzahl der zu fällenden Bäume und auch die Fräsarbeiten im gesamten Stadtgebiet minimieren.

Nachpflanzungen geplant

Vorwurf 4 „Es wird nur gefällt, nicht nachgepflanzt“: Die Stadt verweist darauf, dass 2017 165, 2016 143 und 2015 136 Bäume neu gepflanzt wurden. Dazu wird kontinuierlich ein Budget von 10 000 Euro aus dem Haushalt bereitgestellt. Seitens der Stadtverwaltung begrüßt man auch Vorschläge zur privaten Beteiligung an diesen Ausgaben in Form von Spenden zum Beispiel zu Hochzeiten oder Jubiläen.

Pläne in der Schublade

Vorwurf 5 „Die Stadt hat keinen Plan fürs Grün“: Die Pflanzmöglichkeiten in der Stadt wurden bereits analysiert. Es gibt detaillierte Planungen und auch Listen zu möglichen Standorten und Pflanzvorschlägen, denn nicht jede Baumart passt an jeden Standort. Pflanzungen müssen allerdings zum Beispiel mit Versorgungsunternehmen abgestimmt werden – ein Baum, dessen Wurzeln bald auf ein Abwasserrohr stoßen würden, macht wenig Sinn.

Von Christine Jacob

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