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Delitzsch Delitzscher Berufsschüler entwerfen Zukunftsvisionen
Region Delitzsch Delitzscher Berufsschüler entwerfen Zukunftsvisionen
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08:17 04.09.2018
Die Zwölftklässler der Fachrichtung Gesundheit und Soziales des Beruflichen Schulzentrums in Delitzsch mit ihren entworfenen Zukunftsvorstellungen. Quelle: Mathias Schönknecht
Delitzsch

Delitzsch im Jahr 2038. Bezahlt wird schon lange nicht mehr mit Bargeld oder Bankkarte. Ein Chip unter der Haut, auf dem alle Finanzdaten gespeichert sind, regelt den Zahlungsverkehr. Auch der Gesundheitszustand ist darauf abgespeichert. Zusätzlich wird ein digitales Karma-Konto geführt. Wer Pluspunkte sammelt, erhält Vorteile beispielsweise beim Ticketkauf. Wer sich dem Ganzen verwehrt, wird vom sozialen Leben ausgegrenzt.

Ein Zukunftsszenario taucht immer wieder auf

So könnte die Zukunft aussehen, erklärt Thomas Mehlhausen eine Idee der Schüler. Zusammen mit Paul Kuder leitete er den zweitägigen Workshop „Gesichter der Zukunft“ am Beruflichen Schulzentrum Delitzsch (BSZ). Dabei entwickelten die Zwölftklässler vier mögliche Zukunftszenarien. Die 17- und 18-Jährigen entwarfen ihre eigenen Vorstellungen zum Thema „Populismus und die Zukunft der Demokratie“, fertigten Zeichnungen, Texte und Comics an, stellten Sachverhalte szenisch dar.

Besonders die ständige Überwachung wie im Bespiel des Chips unter der Haut haben viele Schüler in ihre Zukunftsvorstellungen miteinbezogen. Ihre Schlussfolgerung: Sie wollen lieber in der Gegenwart leben, auch wenn diese nicht perfekt ist. „Wir können die Zukunft mitbestimmen, nicht alle Entscheidungen anderen überlassen“, sagt Franz Seidel im Rückblick auf die vergangenen beiden Tage. Für den 17-Jährigen war es auch spannend zu sehen, wie es einmal sein könnte. 20 Jahre in die Zukunft zu schauen, war für Katharina Werner genau die richtige Zeitspanne. Denn zwar wisse niemand, wie es 2038 aussehen wird, es sei dennoch greifbar gewesen, sagt die 17 Jahre alte Schülerin.

Delitzscher Schüler hinterlassen positiven Eindruck

Zwölf Workshops haben Mehrhausen und Kuder, beide Jahrgang 1979, seit Beginn 2017 in ganz Sachsen durchgeführt, fünf weitere werden noch folgen. Ihr Eindruck von den BSZ-Schülern: „Die Gruppe war sehr engagiert, organisiert und kreativ“, sagt Mehlhausen. „Sie waren bis zum Schluss interessiert und aufmerksam“, ergänzt Kuder. Das hatten die Projektleiter bereits im Juni festgestellt, als sie das Projekt mit einer anderen Klasse des BSZ durchführten.

„Das Thema Populismus hat die Kraft, die Gesellschaft zu spalten“ , sagt Mehlhausen. Dies zeige sich beispielsweise an dem Erstarken der AfD. Die Debatte darüber sei daher wichtig. Was die beiden jungen Wissenschaftler vom Berliner Verein „Zeitgeist“ auch feststellten: Kaum einer der Schüler, die kurz vor dem Eintritt ins Wahlalter stehen, haben rechtsextreme Ansichten. Dies sei eben auch eine Generationenfrage.

Die entwickelten Szenarien werden auf der Website www.gesichter-der-zukunft.de gezeigt.

Von Mathias Schönknecht

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