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Delitzsch Delitzscher Biber bringt ein Stück mehr Natur in die Stadt
Region Delitzsch Delitzscher Biber bringt ein Stück mehr Natur in die Stadt
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19:13 11.02.2020
Oliver Längert schaut mit Franz (5) und Artur (2) immer mal wieder nach, was am Biberdamm im Lober los ist. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Es sieht aus wie ein Wall aus Schlamm mit vielen Ästen darin. Jemand hat einen Damm in den Lober gesetzt. Der Jemand ist der Biber. Etwa auf der Höhe des Abenteuerspielplatzes an der Mathias-Erzberger-Straße staut er damit das Wasser an. „Wir haben irgendwann gesehen, dass da etwas im Fluss ist“, erzählt Oliver Längert, der mit seinen kleinen Söhnen Franz und Artur öfter hier vorbeikommt um zu sehen, was sich so am Wasserbauwerk tut.

Biber haben die drei hier freilich noch nicht gesehen. Es sind scheue Tiere. Gleich darauf kommt Sabine Gebauer mit ihren vier und drei Jahre jungen Kindern Maja und Eddi heranspaziert. „Das ist ja eine Überraschung.“ Die drei hatten das Bauwerk bisher noch nicht entdeckt. Nun ist das Staunen groß: „Was so ein kleines Tier alles machen kann.“

Wasser als Schutz

Natürlich wird gerätselt, wozu der Biber den Damm braucht. Die Tiere bewirken damit, dass die Eingänge ihrer Biberburg unter Wasser stehen. Das sollte circa ein halber Meter sein. So sind sie vor Verfolgern sicher. Außerdem werden mit dem Damm Wasserstände ausgeglichen. Der Biber bekommt so auch mehr geschützten Lebensraum, kann Holz besser im Wasser transportieren. So ist es auf einschlägigen Seiten im Internet zu lesen.

„Biber gibt es schon eine ganze Weile im Lober“, erklärt Biologin Janine Meißner, die fürs Bibermanagement im Naturpark Dübener Heide zuständig ist. Auch in Beerendorf und Schenkenberg gab es in den vergangenen Jahren Biberansiedlungen, waren Konflikte mit Anrainern zu klären. Auch der Lober ist gerade in den vorigen Jahren saniert worden, um Vernässungen nach dem Grundwasserwiederanstieg abzubauen. „Wir erwarten ein fachgerechtes Bibermanagement“, ist aus der Stadtverwaltung zu hören.

Eingriffe sind stark reglementiert

Der Lober gehört als Gewässer erster Ordnung in die Zuständig der Landestalsperrenverwaltung (LTV). „Biberaktivitäten an den Gewässern der LTV werden durch die Mitarbeiter stets registriert und im Blick behalten. Die Eingriffsmöglichkeiten sind stark reglementiert und erfolgen nur nach Aufforderung beziehungsweise in enger Absprache mit dem Bibermanagement des Landratsamtes. Eigenständige Eingriffe werden durch die Landestalsperrenverwaltung grundsätzlich nicht vorgenommen“, erklärt die Behörde. Selbst der Holzpfahl mit Farbmarkierung, mit dessen Hilfe die Veränderung des Wasserstandes beobachtet werden kann, durfte nur in Rücksprache mit der Naturschutzbehörde gesetzt werden.

Denn generell ist der Biber streng geschützt. Er gehört immer noch zu den bedrohten Tierarten, auch wenn sich der Bestand in den vergangenen Jahren positiv entwickelte und es jetzt insgesamt 100 bis 120 Biberansiedlungen in Nordsachsen geben soll. „Doch die Empfindung, dass der Biber inzwischen gar nicht mehr so bedroht ist, ist falsch“, so Giso Damer von der Unteren Naturschutzbehörde. An vielen Stellen sei er sogar wieder auf dem Rückzug: „Für diese Art sieht es gar nicht so sonnig aus.“ Sanierungen an der Elbe und wegen Niederschlagsmangel austrocknende Gewässer lassen Biberreviere schwinden.

Von Heike Liesaus

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