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Delitzsch Delitzscher Einzelhandelskonzept wird entstaubt
Region Delitzsch Delitzscher Einzelhandelskonzept wird entstaubt
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00:16 30.01.2018
Delitzsch hat einen starken Handel und das soll auch innerstädtisch so bleiben. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Knapp 170 Seiten stark ist es, das Einzelhandelskonzept für die Stadt Delitzsch. Aber es muss endlich mal wieder entstaubt werden. Immerhin datiert das Konzept auf Januar 2012. Im Ursprung analysiert es den Ist-Zustand des Einzelhandels und gibt Empfehlungen, nach welchen Aspekten Einzelhandel in Delitzsch geplant und angesiedelt werden soll. Es ist ein wichtiger Pfeiler in der Stadtentwicklung. Was aber 2012 galt, hat 2018 keinen Bestand mehr.

Einzelhandelskonzept wird angepasst

Insbesondere für das Nahversorgungsangebot in der Stadt entspricht das Konzept nicht mehr den aktuellen Gegebenheiten, so das Urteil der Verwaltung. Was 2012 noch Handelsflächen für die Nahversorgung waren, sind jetzt Dienstleistungsflächen. Aus einem ehemaligen Discounter in der Sachsenstraße ist das Logistikzentrum von DHL geworden und dort parken nun die E-Mobile der Post. In der Mittelstraße wiederum wurde aus einem Markt Platz für die Friseurgenossenschaft, in der Securiusstraße wird in einem einstigen Discounter Sport statt Einkauf getrieben.

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Reaktionen zum Handel im Osten

Zu unserem Artikel „Wird der Handel im Osten vernachlässigt?“ diskutieren die Leser auf Facebook:

Stephan May gibt zu bedenken: „Den Eindruck habe ich von Delitzsch Nord schon lange. Vielleicht sollte im Norden von Delitzsch Wirtschaft gefördert werden, um das Wohnen im Norden besser zu gestalten und besser an das Zentrum anzuschließen.“

Jana MiBi findet: „Unserer Osten ist schon toll. Nicht zu vergleichen mit anderen Stadtteilen. Schon schade, dass alles trist wird.“

Jens Gödicke meint: „Statt einen neuen Wohnkomplex zu bauen, hätte man lieber die Fläche genommen, um mehr einzelne Geschäfte zu bauen. Im Osten zum Beispiel einen Getränke-Markt, einen Fleischer oder Schuhe/Klamotten, um den Osten aufzufrischen.“

Frank Stichel betont: „Nützt aber nichts, wenn die Läden keine Kunden haben. Einzelhändler haben preislich keine Chance gegen Discounter und Schuhe/Klamoten werden im Internet bestellt. Und ich als Ex- Delitzscher muss sagen, Delitzsch ist ein nettes Städtchen, bin gern mal zu Besuch da, lockt mich aber nicht mehr zurück...“

Robert Zschischang mahnt: „Leider ist das ja nicht nur der Delitzscher Osten. Wie Ihrer Zeitung zu entnehmen ist, sollen ja Hauseigentümer auch in der Delitzscher Innenstadt ihre leerstehenden Geschäfte in Wohnraum umbauen. Komisch nur, dass sich Gemeinden wie Rackwitz oder Krostitz dann auch noch beschweren, wenn es zum Beispiel keine Sparkasse mehr gibt. Irgendwann werden auch die Bewohner von Delitzsch Ost ihre vielen Fahrten in den Sachsenpark oder Nova Eventis bereuen, wenn sie nicht mehr so mobil sind. Dann wäre nämlich ein Laden in der Nähe ganz schön. Vielleicht ist das dann aber zu spät.“

Aber auch entsprechend der demografischen Entwicklung seien die Nahversorgungszentren neu zu betrachten und müssen angepasst werden. Die Stadt muss und will die nach oben kletternden Einwohnerzahlen und die Altersstruktur bei der Ausweisung von Nahversorgungszentren bedenken. Zudem werden bekanntlich neue Wohngebiete erschlossen, womit wieder steigende Einwohnerzahlen zu erwarten sind. Denen, die zum Beispiel eines Tages ihr Eigenheim auf dem einstigen Bauunionsgelände in der Schkeuditzer Straße haben, soll ebenfalls nahe Versorgung geboten werden.

Die Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts hat der Delitzscher Stadtrat am Donnerstag einstimmig beschlossen.

Von Christine Jacob