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Delitzsch Delitzscher Feuerwehr war Retter in der Not – nun gibt es das dicke Danke
Region Delitzsch Delitzscher Feuerwehr war Retter in der Not – nun gibt es das dicke Danke
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12:43 14.02.2017
Daumen hoch für die Retter. Vom Krankenbett aus grüßt Sven Bergmann Feuerwehr und DRK. Quelle: Christine Jacob
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DELITZSCH

Sven Bergmann will im Leben nichts selbstverständlich nehmen. Denn er war der Mittelpunkt eines nicht alltäglichen Einsatzes von Rettungsdienst und Feuerwehr auf der Bitterfelder Straße. Er wurde mittels Drehleiter aus seiner Dachgeschosswohnung geholt, von dort ging es ins Delitzscher Krankenhaus. Heute dankt er seinen Rettern.

Mit der Drehleiter gerettet

Der größte Retter in der Not war jedoch seine Frau. Als er an dem Montag kurz nach 5 Uhr morgens vom Kaffeetisch in Richtung Arbeit im Porsche-Werk aufbrechen wollte, durchzog ihn plötzlich heftiger Schmerz: „Ich ging zu Boden.“ Nur unter extremen Schmerzen gelang es dem 38-Jährigen, zurück ins Bett zu kriechen. Als er dann später seine Frau informierte, kehrte die schnurstracks von ihrer Umschulung zurück und rief den Notruf. Die Rettungssanitäter konnten Sven Bergmann gut mit Worten beruhigen, die Notärztin erkannte schnell, dass der Delitzscher dringend ins Krankenhaus muss.

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Am Ende erfolgt die Rettung über den Balkon und mit Blick in den Himmel. Quelle: Christine Jacob

Schon einmal war er an der Bandscheibe erkrankt, nun war eine offensichtlich ausgetreten – die Folgen können bis zur Lähmung reichen. Weil es in letzter Zeit und wohl aufgrund schon bestehender Erkrankung immer mal wieder im Rücken zwickte, hatte er eigentlich auch schon einen Untersuchungstermin. Das Schicksal war schneller. Doch die Sanitäter mussten leider auch schnell feststellen, dass das Treppenhaus zu eng für einen Transport des Patienten ist. Man hätte Sven Bergmann, festgeschnallt auf der Trage, immer wieder kippen, drehen und wuchten müssen, um ihn durch die Enge nach unten zu bekommen. Also wurde die Feuerwehr alarmiert und rückte mit der Drehleiter an. „Die Kameraden kümmerten sich ebenfalls rührend um mich, ich habe mich sehr sicher gefühlt“, lobt Sven Bergmann, „sie klärten mich über jeden Schritt auf.“ Als es auf der einen Seite durchs Fenster an dem er lag nicht ging, wurde die Drehleiter umgestellt und schließlich erfolgte die Rettung über den Balkon. „Es ging so ruckelfrei, ich habe nur den Himmel über mir gesehen“, staunt er über die Fahrt. Im Krankenhaus wartete schon der Chefarzt Thomas Fischer und am Tag darauf eine mehrstündige OP. Am Mittwoch wird Sven Bergmann entlassen, es folgt die Reha. Einen Rat gab Bergmann den Feuerwehrmännern, als sie ihn anhoben: „Passt auf Eure Rücken auf!“ Und das ist generell sein Rat an alle – Rückenschule und -training, bevor es zu spät ist.

Von Christine Jacob