Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Delitzscher Förderschulen warten auf Zusammenlegung
Region Delitzsch Delitzscher Förderschulen warten auf Zusammenlegung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 18.03.2019
Die Fröbelschule soll nach Delitzsch ziehen. (Archivbild) Quelle: Ditmar Wohlgemuth
Anzeige
Delitzsch

Es klang dringend. „Die Umsetzung dieser Entscheidung muss spätestens 2020 vollzogen sein“, erklärte der zuständige Dezernatsleiter des Landkreises vor zwei Jahren zur beabsichtigten Zusammenlegung von Pestalozzi- und Fröbelschule. Der Landkreis Nordsachsen wollte die Schule zur Lernförderung in Delitzsch und die Schule für geistig Behinderte im Ortsteil Rödgen am Standort der Pestalozzischule konzentrieren. Der Kreistag hatte dazu Ende 2016 einen Beschluss gefasst. 2019 ist von Umzugsgedanken dennoch nichts zu merken.

An einem Standort in Delitzsch

Begründet wurde die Entscheidung zur Konzentration in der Pestalozzistraße mit „Synergie-Effekten“ und einem effektiveren Einsatz finanzieller Mittel. An beiden Standorten immerhin wären einige Investitionen baulicher Natur nötig – nicht nur, um die Raumsituation zu verbessern, sondern auch, um Auflagen und Vorgaben in Sachen Barrierefreiheit und Brandschutz zu erfüllen. In der Fröbelschule müssten vor allem Flucht- und Rettungswege angepasst werden. Bei Brandschutzüberprüfungen waren sie regelmäßig beanstandet und vom Schulträger, dem Landkreis Nordsachsen, Nachbesserung gefordert worden. Schon 2012 wurde diskutiert, die Fröbelschule mit der Pestalozzischule zusammenzulegen oder die Bildungseinrichtung in Rödgen zu erweitern oder gar komplett neu aufzubauen, weil der Investitionsbedarf stieg. 2013 gab es eine Teilsanierung. Die Liste an Anforderungen wuchs sich schließlich aber so weit aus, dass nach Stand 2016/17 ein Erweiterungsbau für knapp eine Million Euro nötig geworden wäre. Der allerdings hätte gar keine neuen Klassenräume, sondern „nur“ Fluchtweg und rollstuhlgerechten Fahrstuhl geboten. Auf diese Investitionen am Standort Rödgen wurde lieber verzichtet und stattdessen der gemeinsame Standort mit der Pestalozzischule bevorzugt – so der Kreistagsbeschluss. Auch an der Pestalozzi ist die räumliche Situation nicht einfach. Kosten für einen Erweiterungsbau einschließlich Brandschutz und neuem Pausenhof: rund 1,8 Millionen Euro. Beide Schulen zusammen aber in einem modernen Objekt mit einem Erweiterungsbau? Klar: Kosten würden nur an einem Standort anfallen und man könnte den gewünschten Synergieeffekt zum Wohle von insgesamt mehr als 200 Kindern mit Förderbedarf erzielen. Die Pestalozzischule hat aktuell 17 Klassen, die Fröbelschule sieben.

Anzeige

Keine genauen Angaben

Wann sie wirklich an einem Standort ihr gemeinsames Schulhaus haben, ist derzeit weiter offen. Auf mehrere konkrete Fragen dieser Zeitung wie etwa der, wann die Schulen konkret zusammengelegt werden beziehungsweise mit den Arbeiten begonnen würde sowie was mit der dann nicht mehr gebrauchten Fröbelschule in Rödgen geschieht, heißt es: „Der Kreistag des Landkreises Nordsachsen hat sich zur Zusammenlegung beider Förderschulen als eigenständige Förderschulen am Standort in Delitzsch, Pestalozzistraße 5 in Delitzsch bekannt. Zur Umsetzung der baulichen Maßnahmen wurde ein Architekturbüro mit der Erarbeitung der entsprechenden Planungsunterlagen beauftragt. Dieser Prozess ist derzeit noch nicht komplett abgeschlossen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können die von Ihnen gestellten Fragen noch nicht mit konkreten Fakten beantwortet werden.“

Von Christine Jacob