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Delitzsch Delitzscher Lieblingsgriechin Litza sagt Tschüss
Region Delitzsch Delitzscher Lieblingsgriechin Litza sagt Tschüss
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18:10 05.12.2019
Litza Taoussanis gibt nach 26 Jahren ihr Restaurant im ehemaligen Nord-Jugendclub von Delitzsch auf. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Appetitlicher Duft liegt in der Luft in der Bonhoefferstraße im Delitzscher Norden. Die Tür des Restaurants „Rhodos“ schwingt auf, eine schöne dunkelhaarige Frau mit strahlendem Lachen steht da und weist mit einladender Geste ins Innere des Flachbaus. So herzlich begrüßt Litza Taoussanis ihre Gäste. Die 50-Jährige ist Wirtin mit Leib und Seele, jedem Delitzscher ein Begriff. Wer in ihrem „Rhodos“ getauften Restaurant verabredet war, der sagte nicht, dass er ins „Rhodos“ gehen würde – er ging zu Litza. Doch zum Jahresende schließt das Restaurant. Litza hört auf.

Von Delmenhorst nach Delitzsch

Kurz nach der Wende war die charismatische Griechin mit ihrem Mann aus dem Westen in den Osten gekommen. Erst bauten sie ein Restaurant in Holzweißig auf, 1993 dann in Delitzsch. Fast mit Gewalt habe sie ihr Mann hierher bringen müssen, lacht Litza. Für die gebürtige Delmenhorsterin war es damals undenkbar, woanders zu leben. Inzwischen, sagt sie, würde sie nichts aus Delitzsch fort bekommen. Und so bleibt sie, wenn auch ihr Restaurant schließt der Stadt treu. Litza wird weiter hier leben, lieben und lachen. So wie sie ihre Gäste kennen und schätzen.

Gäste traurig

Seit bekannt wurde, dass sie aufhören wird, sammeln sich Sprüche wie „Wir werden dich vermissen“ im Gästebuch des Restaurants. Litza rührt das sehr. „Es wird sicher sehr emotional“, sagt sie über den letzten Abend, die Silvesternacht. Ihre Gäste waren keine Gäste, es waren Freunde. Und es bleiben Freunde. „Ich bin doch zum Beispiel einkaufen in der Stadt und da sehen wir uns“, erklärt Litza. „Ich bin ja nicht aus der Welt“, sagt sie immer wieder – vielleicht auch, um sich selbst ein wenig zu trösten. Zu etlichen Stammgästen gibt es längst ein fast familiäres Verhältnis, viel hat sie mit ihnen erlebt. Manche zum Beispiel, die damals selbst noch Kinder waren, sind inzwischen wiederum mit ihren Kindern Stammgäste.

Abschied schmerzt

Der Abschied nach 26 Jahren tut ihr weh. Doch er muss sein. Wie so viele Gasthäuser hat auch das Rhodos immer mehr Probleme, ausreichend Personal zu finden, oft stehen Wirte alleine mit all der Arbeit da. Die Geschäftsaufgabe erfolgt nicht, weil das Restaurant nicht laufen würde. Doch so sehr Litza auch eine Powerfrau wie aus dem Bilderbuch ist, kann sie doch nicht ewig so weiter machen und alles alleine stemmen. Das Rhodos musste also früher oder später schließen. Nun ist es eben zum Jahresende so weit und nach 26 Jahren mit Höhen und Tiefen, vor allem aber viel Schönem ist Schluss.

Delitzscherin hat sich viel aufgebaut

Damals erst Anfang 20, hat sich die Delitzscherin viel aufgebaut. Aus dem einstigen Jugendclub machte sie ein griechisches Restaurant mit wunderbarer Atmosphäre. „Ich habe hier viel Herzblut reingesteckt“, sagt Litza. Die meiste Zeit ihres Lebens hat Litza im Rhodos zugebracht, das Restaurant war quasi ihr Zuhause und die Gäste folglich wie Familie, die zu Besuch kommt. Das Gästebuch ist dementsprechend voll Dankbarkeit für all die Herzlichkeit. Dabei ist es Litza selbst, die am liebsten jedem einzelnen danken würde. Ihre Gäste sind ihr wirklich wie eine Familie, sie wird sie vermissen und es tut ihr leid, dass sie nun die Reißleine ziehen muss. „Ich bedanke mich mit ganzem Herzen bei meinen Gästen“, sagt sie immer wieder und Tränen der Rührung fließen. „Ich bin ja nicht aus der Welt“, wiederholt Litza abermals. Den Schritt geht sie schweren Herzens, es hat Monate der Überlegung gedauert und sie hat ihn sich nicht leicht gemacht, doch er ist sehr gut nachvollziehbar.

Mit griechischer Gastlichkeit ist es am Standort nicht vorbei. Das Restaurant wird von Litza an einen jungen Mann verpachtet, der ab Anfang 2020 ein Lokal aufbaut. Die Räume sollen bleiben wie sie sind, das Restaurant bekommt eine neue Regie. Litza hofft sehr, dass die Gäste ihrem Nachfolger eine Chance geben.

Von Christine Jacob

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