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Delitzsch Delitzscher Ortsteile geteilter Meinung über Zusammenarbeit mit der Stadt
Region Delitzsch Delitzscher Ortsteile geteilter Meinung über Zusammenarbeit mit der Stadt
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07:00 30.07.2019
Regiert man vom Rathaus aus zu eigenmächtig? Das kritisieren einige Ortsteile. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Manchmal endet es sogar mit Anzeigen bei der Kommunalaufsicht. Immer wieder wird aus den Delitzscher Ortsteilen die Kritik laut, die Stadtverwaltung und vor allem die Verwaltungsspitze würden die Ortsteile übergehen, sie zu wenig hören, zu wenig bei der Verteilung der Gelder beachten oder ihre Entscheidungen akzeptieren. So zuletzt im Streit um die Telefonstelle in Benndorf. Der Ortschaftsrat wollte den öffentlichen Apparat gerne behalten, obwohl von dort seit fünf Jahren kein Anruf getätigt wurde. Der Oberbürgermeister teilte der abbauwilligen Telekom aber mit, der Apparat könne weg, wofür ihm die Rechtsaufsicht nun letztlich auch Recht gab.

Ortsteile Benndorf und Laue kritisch

Dieses Vorgehen aber zeige den generellen Umgang mit den Ortsteilen, kritisierte der Benndorfer Ortsvorsteher Torsten Köppen (Freie Wählergemeinschaft). Eine Kritik, die auch der Ortsvorsteher von Laue, Thomas Görner (Freie Wählergemeinschaft), immer wieder teilt, aktuell nachdem ein Stück Land an der Kirche recht eigenmächtig den Besitzer wechselte und dazu weder der Ortschafts- noch der Stadtrat ausreichend gehört worden seien. Vor allem Paragraf 67 der Sächsischen Gemeindeordnung, die Anhörung der Ortschaftsräte, sieht man in Benndorf und Laue zu oft als verletzt an, als das man es hinnehmen wollte.

Döbernitz und Schenkenberg zufrieden(er)

Doch die anderen Ortsteile sehen das alles deutlich entspannter. Er könne die Beschwerde über die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung nicht teilen, sagt Roland Kirsten (CDU), amtierender Ortsvorsteher des Gemeinderats Döberitz, welcher zuständig für die Ortsteile Beerendorf, Brodau, Döbernitz, Selben und Zschepen ist. „Die Protokolle des Rates werden immer ordentlich abgearbeitet, eine Unterstützung ist immer da.“ Und es müsse einem stets bewusst sein, dass man nicht immer alles bekommt, was man will beziehungsweise nicht alles bekommen kann.

Zuletzt gab es Streit um dieses Telefon im Ortsteil Benndorf. Quelle: Christine Jacob

So sieht es auch Gudrun Fritzsch (CDU) aus Schenkenberg. „Wir fühlen uns nicht außen vorgelassen“, sagt Gudrun Fritzsch, „es ist ein gutes Miteinander, das man sich nur manchmal noch etwas enger vorstellen könnte.“ So würde es Einzelfälle geben, wo sich der Ortschaftsrat kürzere Wege wünscht. Allerdings sei auch klar, dass Verwaltungsprozesse eine komplizierte Sache sind. Man müsse in der Kommunalpolitik akzeptieren, dass es auch Gesetzmäßigkeiten gibt, nach denen die Verwaltung zu handeln habe oder über bestimmten Sachverhalten noch andere Behörden wachen. Wird zum Beispiel Kritik am Zustand einer bestimmten Straße laut, heißt dies nicht automatisch, dass die Stadtverwaltung dafür die Verantwortung übernehmen kann – nicht selten sind andere Stellen der Baulastträger und so auch der Stadt die Hände gebunden, ob endlich einmal eine Kreis- oder Staatsstraße modernisiert und saniert wird.

Konstituierende Sitzungen stehen an

Nach der Kommunalwahl im Mai werden die Karten nun teils neu gemischt. Die Ortschaftsräte konstituieren sich in den nächsten Wochen neu. Den Anfang macht am nächsten Dienstag, dem 6. August, der Ortschaftsrat Döbernitz. Die Schenkenberger wollen am 12. August ihre konstituierende Sitzung durchführen, die Benndorfer haben ihren Termin am 20. August. Für Laue ist die Sitzung voraussichtlich für den 22. August angedacht.

Von Christine Jacob

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