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Delitzsch Delitzscher Politessen haben viel Arbeit
Region Delitzsch Delitzscher Politessen haben viel Arbeit
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07:00 04.12.2017
Gerald Roth (links) und Stefan Jahns bei einer Kontrolle in der Laueschen Straße im Osten der Stadt. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Freitag nach eins macht jeder seins. Von Behörden hat man ab da nichts mehr zu erwarten – erst recht keine Strafzettel für falsches Parken. So weit und so weit verbreitet das Vorurteil. So falsch in Sachen Delitzscher Ordnungsamt. Allein im vergangenen Jahr wurden 156 Dienste nach 16 Uhr und der Kernarbeitszeit im Rathaus geschoben, an 20 Wochenenden ging es zudem auf Streife – und das Ganze fand im gesamten Stadtgebiet statt. Dabei werden krasse Parksünden sogar mit Abschleppen gestraft, fünf- bis zehnmal jährlich geschieht das.

Kritik reißt nicht ab

Immer wieder aber wird Kritik an den Mitarbeitern im Außendienst laut, die den ruhenden Verkehr überwachen sollen. Die Politessen in Delitzsch würden – so die Beschwerden von LVZ-Lesern – nur in der Innenstadt patrouillieren, weil sie dort immer jemanden zum Quatschen treffen würden und schnell wieder im warmen Rathaus sein könnten. Und viele Straßen in Delitzsch würden keinerlei Beachtung finden. „Das ist nicht richtig“, betont Ordnungsamtsleiter Oliver Schulze. Jede Straße sei mal dran. Dass das aber nicht immer so abläuft, wie sich das der jeweilige Anwohner vielleicht wünschen würde, liegt in der Natur der Sache.

Viel Fläche, wenig Leute

Zirka 250 Straßenkilometer, 125 davon innerorts fallen in das Aufgabenspektrum des Ordnungsamtes. Vier Mitarbeiter sind im Außendienst tätig. So steht es jedenfalls auf dem Papier. Krankheit, Urlaub und andere Ausfälle gerechnet, sind es durchschnittlich drei Mitarbeiter, die ständig auf der Straße sind. Das heißt, dass jede Kraft von ihnen im Schnitt knapp 28 Quadratkilometer der insgesamt 83,57 Quadratkilometer Delitzscher Gesamtfläche unter Beobachtung haben müsste und jeder, exakt gerechnet, für 8281,66 Einwohner verantwortlich ist. „Es werden Schwerpunkte gesetzt“, erläutert Oliver Schulze zur Arbeit im Außendienst. Besonders unter Kontrolle stehen exponierte Gefahrenbereiche wie Schulwege, Feuerwehrzufahrten, Rettungswege, enge Straßenbereiche in der Altstadt, wo es erst vor zwei Wochen zur Behinderung der Feuerwehr kam, weil erst Spiegel an parkenden Autos eingeklappt werden mussten, um mit den Löschfahrzeugen durch die Ritterstraße zu kommen. So kann es aber zur Wahrnehmung kommen, dass nur bestimmte Straßen dran sind und andere gar nicht.

Auch in den Ortsteilen sind die Mitarbeiter regelmäßig. Quelle: Wolfgang Sens

Und ansonsten fallen für die Bediensteten jede Menge mehr Arbeiten als „nur“ die Kontrolle der Parksünden an. Um nur einige Beispiele zu nennen: Illegale Müllablagerungen sind zu verfolgen, Pflichten der Straßenreinigung zu kontrollieren, illegale Plakatierungen zu entfernen, Veranstaltungen und die Sperrmüllsammlungen müssen abgesichert werden und auch Geschwindigkeitsüberwachungen fallen in den Zuständigkeitsbereich. Bei Durchsuchungen ist das Ordnungsamt mit seinen Außendienstlern ebenso dabei.

Bürgerhinweisen wird nachgegangen

Dennoch greife der Vorwurf, nur zu den üblichen Rathauszeiten zu arbeiten für seine Leute garantiert nicht, betont der Ordnungsamtsleiter. In der Bitterfelder Straße, auf deren noch recht neuen Radschutzstreifen immer wieder illegal Autos geparkt werden, waren die Mitarbeiter allein im vergangenen Jahr zu elf Diensten außerhalb der Regelarbeitszeit unterwegs. Hinzu kamen auch dort noch fünf Wochenend-Termine. Zudem wird zirka sechs Bürgerhinweisen pro Woche nachgegangen. „Das passiert zeitnah, ist aber natürlich nicht immer innerhalb von fünf Minuten machbar“, appelliert Oliver Schulze an das Verständnis der Delitzscher.

Von Christine Jacob

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