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Delitzsch Delitzscher Schüler diskutieren „Gesichter der Zukunft“
Region Delitzsch Delitzscher Schüler diskutieren „Gesichter der Zukunft“
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06:00 19.06.2018
Delitzscher Schüler diskutieren beim Projekt-Unterricht „Gesichter der Zukunft".
Delitzscher Schüler diskutieren beim Projekt-Unterricht „Gesichter der Zukunft". Quelle: Heike Liesaus
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Delitzsch

In Moneytropolis herrscht das Geld. Die Partei für Soziale Gerechtigkeit manipuliert alle. Denn gerecht geht es im Jahr 2038 offenbar nicht zu: Es gibt ein Zwei-Klassen-Internet. Nur die höhere Kaste hat Zugang zu allen Informationen. Die kostenlose Gesundheitsversorgung wirkt da als Beruhigungspille, denn dank der Digitalisierung ist der Wohlstand insgesamt gewachsen. So wurden im Beruflichen Schulzentrum Delitzsch in einem zweitägigen Workshop nicht allein wünschenswerte Visionen entwickelt, als hier das Projekt „Gesichter der Zukunft“ vom Berliner Verein „Zeitgeist“ Station machte. Die jungen Wissenschaftler Thomas Mehlhausen und Paul Kuder spannten gemeinsam mit den 27 Schülern des Beruflichen Gymnasiums ein Koordinatensystem auf: Die Variablen waren dabei das Wohlstandsgefälle und die „Politikerverdrossenheit“, die sowohl zu- oder abnehmen konnten. Zwischen den sich kreuzenden Achsen wurden insgesamt vier Zukunfts-Varianten entwickelt.

Visionen und das Jetzt

Zur Debatte stand da auch: In welcher Zukunft würde man wohl leben? Welchen Einfluss gibt es? Was bewirken Parteien oder Nichtregierungsorganisationen? Was ist Populismus? Wie lässt er sich erkennen? Die Visionen wurden mit dem Hier und Jetzt verglichen. „So ein Zweiklasseninternet wird es wohl niemals geben“, ist da einer der Schüler überzeugt. „Aber ist es nicht eigentlich schon so?“, beschreibt ein anderer seine Erkenntnisse. „Sonst macht man sich nicht solche Gedanken“, kommt es aus der Runde von Fabian Jentzsch, Friedrich Rudolph, Vincent Schönfeld und Lara Ebert, die zum Schluss noch vor den skizzierten Visionen standen. „Manchmal ist heftig diskutiert worden. Es war auch interessant zu hören, wie die anderen das jeweils sehen, was sie darüber denken. Denn wir sprechen sonst im Unterricht und untereinander nicht so darüber.“

Die entwickelten Szenarien werden auch auf der Website www.gesichter-der-zukunft.de gezeigt.

Von Heike Liesaus