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Delitzsch Delitzscher Sechsgeschosser sind wie ein Dorf
Region Delitzsch Delitzscher Sechsgeschosser sind wie ein Dorf
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00:20 25.06.2018
Alle wie eine Mannschaft und keiner im Vordergrund: So ist das Leben in der Eilenburger Chaussee. Das Sommerfest fiel trotz Regens nicht ins Wasser. Quelle: privat
Delitzsch

54 Wohnungen verteilt auf zwei Sechsgeschosser an der Eilenburger Chaussee – das klingt nach Anonymität und grauem Hochhausflair. Und davon wurde auch reichlich geunkt, als die Gebäude ab 2016 in die Höhe wuchsen. Das sei doch schlimmer als im Neubaublock zu wohnen, mutmaßten einige. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wie ein kleines Dorf erscheinen Eilenburger Chaussee 6 a und 6 b.

Meist ältere Mieter

„Hier wohnen nur nette Leute“, ist Marlis Leuchtemann überzeugt. Im Frühjahr 2017 gehörten sie und ihr Mann zu den ersten Mietern, die in die neuen „Hochhäuser“ einzogen. Sie zogen aus Köln zurück in die Heimat des Mannes. Die meisten der mehr als 50 Mietparteien sind Paare so wie sie und ihr Mann: noch gar nicht allzu lange Rentner oder nicht mehr weit vom Ende des Arbeitslebens entfernt. Mit dem Alter und den ersten Zipperlein kommt die Erkenntnis, dass man lieber altersgerecht wohnt so wie es die Eilenburger Chaussee bietet. Schon das verbindet die Mieter. „Wir haben einen guten bis sehr guten Zusammenhalt hier“, sagt auch Gabriele Kschentz-Hopp. Sie hat noch zehn Jahre bis zur Rente, mit der schmucken Wohnung aber sind sie und ihr Mann schon mal aufs Alter vorbereitet. Statt Großstadtleben in Leipzig ruft nun Kleinstadtatmosphäre. Und zu Hause ist es wie auf einem Dorf – es wird höflich gegrüßt, man nimmt sich gerne die Zeit für ein Schwätzchen, man kennt sich, man schätzt sich, man trifft sich reihum auf Terrasse oder Balkon für gesellige Runden, man hilft sich, niemand will sich in den Vordergrund drängeln, man begreift sich als eine Einheit.

Lebensgefühl wie auf dem Dorf

Aus diesem Lebensgefühl entstand auch die Idee, gemeinsam Dinge für alle 54 Mietparteien auf die Beine zu stellen. So wurde kürzlich Hoffest gefeiert, und als Regen einsetzte, bildete das „Dorf“ einfach eine Schirm- und Tellerkette vom Grill quer durch Wohnungen und Hausflure, sodass die Party nicht ins Wasser fiel. „Wie im Gänsemarsch war das“, lacht Marlis Leuchtemann. „Jeder hat angefasst“, freut sich Gabriele Kschentz-Hopp. „Gerade in der heutigen Zeit empfinden wir es als etwas sehr Wertvolles, das Gemeinschaftsleben aufleben zu lassen“, sind sich die Leute der Eilenburger Chaussee einig. So sind die nächsten Veranstaltungen schon in Planung. Die Mieter schaffen sich so letztlich das, was es bislang im Delitzscher Osten noch nicht gibt – eine Begegnungsstätte.

Von Christine Jacob

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