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Delitzsch Delitzscher präsentieren die Welt-Genossenschaften
Region Delitzsch Delitzscher präsentieren die Welt-Genossenschaften
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10:00 15.06.2019
Noch ist es eine Foto-Montage, aber so soll die Weltkarte im neu gestalteten Museumsraum wirken, den Thomas Keiderling zeigt. Quelle: Foto/Montage: Wolfgang Sens/Entwurf: INSEL + MEILE, Leipzig
Delitzsch

Die Weltkarte soll es zeigen: Überall auf der Erde ist Genossenschaft, 1,1 Milliarden Menschen sind Mitglied. „Wir müssen sogar die Antarktis noch einbauen, weil wir selbst dort eine gefunden haben“, sagt Dr. Thomas Keiderling. Er ist Leitender Kurator im Genossenschaftsmuseum in der Delitzscher Kreuzgasse. Und dort wird gerade umgebaut, werden zwei Räume im Erdgeschoss neu gestaltet. Die große Weltkarte wird an der Wand des einen angebracht. „Eigentlich wollte ich drüber schreiben ’Eine Idee aus Delitzsch geht in die Welt’. Aber ganz so ist es nicht“, erläutert Keiderling. Denn der Gedanke, auf neue Art wirtschaftliche Einheiten zu bilden, wuchs nicht allein im Kopf des Loberstädters Herrmann Schulze-Delitzsch. Sein Verdienst ist es unter anderem, Genossenschaften rechtlich praktikabel gemacht und erste Gründungen initiiert zu haben. „Er stammt zwar aus einem begüterten Umfeld. Sein Vater war Bürgermeister. Aber ihn bewegte auch das Schicksal der Menschen, die nicht so viel hatten“, so Keiderling. Nach Hungerjahren Mitte des 19. Jahrhunderts wurde zuerst eine Hilfsorganisation in der Stadt gegründet, die schlimmste Not lindern sollte. Aber es ging bald um mehr: Hilfe zur Selbsthilfe. Um die Idee, dass sich Handwerker zusammenschließen konnten, um gegenüber Großhändlern beim Kauf von Material günstigere Preise zu erzielen.

Fachmuseum

So ist das Schulze-Delitzsch-Haus in der Kreuzgasse kein Heimatmuseum, das auch touristische Laufkundschaft anzieht, sondern Fachmuseum. Dem wurde jüngst mit der Reduzierung der Öffnungszeiten Rechnung getragen. Es wird mehr auf Gruppen gesetzt, die sich anmelden und auch außerhalb der Öffnungszeiten kommen. Zudem wird die Zielgruppe direkt angesprochen. Das sind potenziell alle, die irgendwie mit Genossenschaften zu tun haben. Allein in Deutschland gibt’s immerhin 21 Millionen Genossenschaftmitglieder. Das Museum zählte im Mai und trotz Umbau bereits 500 Besucher. Dazu gehörten drei Busreisegruppen der Raiffeisenbanken aus Bergisch-Gladbach. Das stimmt optimistisch. Denn in den vorangegangen Jahren wurden jeweils insgesamt knapp 2000 registriert.

Mehr Raum

Im Raum mit der Weltkarte ist eine Stellwand entfernt. Er kann nun besser als Versammlungs- und Vortragsraum für bis zu 25 Besucher dienen. Diese Möglichkeit gab es vorher nicht. Kabel für Strom, Internet und das PC-Netzwerk wurden unter Putz verlegt, „damit ein großer Wand-Bildschirm Zugang zum Internet erhält und wir Präsentationen und Videofilme zeigen können“, berichtet Thomas Keiderling. Dort soll auch der erfolgreiche Antrag der Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft zur Aufnahme der Genossenschaftsidee in die Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes von 2016 vorgestellt werden. Es könnte ebenso die Präsentation der Schülergenossenschaft gezeigt werden, die sich nach einem Besuch im Museum gründete.

Der kleinere Raum nimmt die Exponate zum Begräbnis und zur postumen Ehrung des Genossenschaftsgründers Hermann Schulze-Delitzsch auf. Und die historische Buchbinder-Schauwerkstatt ist weiter zu sehen. Den Raumumbau unterstützte die Stadt. In den nächsten Wochen folgt die neue museale Gestaltung. Sie läuft über den Genossenschaftsverband. Dafür wurden auch Spenden eingeworben.

Von Heike Liesaus

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