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Delitzsch Delitzscher verbringen Elternzeit im Feuerwehrauto
Region Delitzsch Delitzscher verbringen Elternzeit im Feuerwehrauto
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10:00 18.06.2019
Susanne und Sebastian Fiedler erleben mit Friederike und Theodor den letzten Monat Elternzeit in einem umgebauten Feuerwehrauto.
Susanne und Sebastian Fiedler erleben mit Friederike und Theodor den letzten Monat Elternzeit in einem umgebauten Feuerwehrauto. Quelle: Christine Jacob
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Delitzsch

Wer hätte das nicht gerne? In den Tag hineinleben. Besser: in den Tag hineinrollen. Dort verweilen, wo es einem gefällt und die Zeit mit den Kindern voll auskosten ... Das erlebt gerade eine junge Familie aus Delitzsch. Susanne und Sebastian Fiedler sind mit ihren Kindern Friederike (3) und dem knapp einjährigen Theodor auf Tour und verbringen so den letzten Monat Elternzeit in einem umgebauten Feuerwehrauto.

Umbau statt Luxus

Dabei ging es nicht darum, im feuerroten Auto unterwegs zu sein. Susanne und Sebastian Fiedler hatten einfach nach einem fahrbaren Untersatz gesucht, der robust und geländegängig ist – und noch dazu wenig Kilometer auf der Uhr hat. Ein ausgemustertes Löschfahrzeug aus Südtirol erfüllte nach einigen Recherchen diese Kriterien. 16 000 Kilometer war das Löschfahrzeug gerollt, bevor es vor wenigen Jahren aus dem Dienst genommen wurde. Beim Kauf waren Beladung und die meisten sonstigen Feuerwehr-Anzeichen am Auto schon raus, jedoch mussten der Wassertank und die Pumpe noch raus. Auch alles andere, was auf Feuerwehr hindeutete musste zeitnah entfernt werden – mit einer Feuerwehr fährt nämlich nur die Feuerwehr. Seit Jahresanfang hat Sebastian Fiedler, der als Servicetechniker arbeitet, das Fahrzeug zum Wohnmobil umgebaut, damit der Urlaub ortsunabhängig läuft. „Das ist unsere Art zu reisen“, sagt Susanne Fiedler, geboren 1987 hat sie das selbe Baujahr wie ihr Feuerwehrauto.

Reiselust trifft Angst vorm Fliegen

Die Lehrerin hat Angst vorm Fliegen, von der Welt will sie dennoch etwas sehen. Schon einmal hatte das Paar einen Transporter für eine Tour durch Skandinavien ausgebaut, will bewusst keine fahrenden Luxushäuser wie es die meisten Wohnmobile mittlerweile sind. Dafür wollen die Fiedlers was eigenes, ihre Vorstellungen verwirklichen. „Und beim Feuerwehrauto hat man gesehen, dass es immer gehegt und gepflegt wurde, von den Kameraden geliebt wurde“, berichtet Susanne Fiedler. „Um- und Ausbau machen auch mehr Spaß“, sagt ihr vier Jahre älterer Mann über die Monate und Wochen, in denen er Möbel ins alte Löschfahrzeug gebaut hat. Natürlich lief beim Umbau nicht alles immer glatt, doch am Ende steht ein individuelles Wohnmobil mit dem sich das Individualreisen wahrlich leben lässt.

Susanne und Sebastian Fiedler erleben mit Friederike und Theodor den letzten Monat Elternzeit in einem umgebauten Feuerwehrauto. Quelle: Christine Jacob

Nur eines stand vor Reiseantritt fest: „Es soll Richtung Frankreich gehen“, sagt Susanne Fiedler. Genauer definieren lässt sich das Ziel nicht. „Wo wir ganz genau ankommen, das wissen wir noch nicht“, sagt die Lehrerin, „wo es uns gefällt, da bleiben wir.“

Von Christine Jacob