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Delitzsch Delitzscher will vom Jugendparlament in den Stadtrat
Region Delitzsch Delitzscher will vom Jugendparlament in den Stadtrat
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14:00 23.02.2019
Adrian Schneider ist bereits im Jugendparlament und möchte gerne in den Stadtrat. Quelle: Christine Jacob
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Delitzsch

Adrian Schneider glaubt nicht an eine apolitische Jugend. „Jugendliche haben sehr wohl eine politische Meinung“, sagt der 19-Jährige, „viele äußern sie nur nicht oder sie engagieren sich nicht.“ Bei ihm ist das anders. Der junge Mann gehört zum ersten Delitzscher Jugendparlament, das sich vergangenes Jahr konstituierte, er engagiert sich im Schülerrat – erst an der Artur-Becker-Oberschule, nun im Berufsschulzentrum. Und er möchte mehr. Der Abiturient möchte sich einbringen, politisch etwas bewegen und bewirken, Themen setzen, Verbesserungen erzielen. Darum kandidiert er auf der Liste der SPD für die Stadtratswahl. Parteimitglied ist er nicht, doch die SPD habe am meisten Übereinstimmungen mit seinen Positionen geboten, erklärt er.

Delitzscher engagiert sich im Jugendparlament

Schon das Jugendparlament sei ein sehr diskussionsfreudiges Gremium, verrät Adrian Schneider. Nicht selten holen sich die Jugendlichen Mitarbeiter der Verwaltung oder Stadträte zu ihren Sitzungen dazu, holen sich verschiedene Meinungen ein, wägen ab und debattieren. Alles in allem macht das dem 19-Jährigen noch mehr Lust auf Kommunalpolitik. Jugendthemen liegen ihm nahe und besonders am Herzen. „Mir ist zum Beispiel die Artur-Becker-Oberschule wichtig“, sagt der Delitzscher. Dass die Stadtverwaltung noch zwischen Sanierung und Neubau abwägt, kann der junge Mann, der später selbst einmal Lehrer werden möchte, nur schwer nachvollziehen: „Die Schule platzt aus allen Nähten, eine Sanierung ist aus meiner Sicht gar nicht darstellbar, weil zum Beispiel die Ausweichmöglichkeiten fehlen, die einstige Westschule zum Beispiel ist ja dann ein Hort.“ Doch nicht nur seine ehemalige Schule hat Adrian Schneider im Blick. Er will das Thema Schulsozialarbeit und Sozialarbeit in Delitzsch generell stärker in den Fokus rücken, wenngleich viel davon Landkreissache ist. Doch gegen die Drogenproblematik in Delitzsch wie sie zum Beispiel am Unteren Bahnhof herrscht, sei aus seiner Sicht ein Streetworker das beste Mittel. „Notfalls muss man auf einen Verdrängungseffekt durch Videoüberwachung setzen“, denkt der 19-Jährige weiter. Ideen hat er viele, beharrt aber nicht allein auf seinen Standpunkt, ist empfänglich für Argumente.

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Junger Politiker hat Ziele

Adrian Schneider ist und bleibt Realist. Zunächst einmal will er versuchen in den Stadtrat zu kommen. Das sei mit Sicherheit eine interessante Aufgabe. Wenn das gelinge, wolle er weitersehen. Kreistag oder anderes sind momentan für ihn kein Thema. Wenn es nicht gelingt mit dem Stadtrat will sich der 19-Jährige dennoch weiterhin engagieren.

Von Christine Jacob

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