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Delitzsch Diakonie-Kinder zeigen in Delitzsch Kunst rund ums Schaf
Region Delitzsch Diakonie-Kinder zeigen in Delitzsch Kunst rund ums Schaf
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05:15 10.05.2019
Nicht so nah ran. Die Schafe haben Angst. Die kleinen Künstler konnten sich im Kirchgarten echte Schafe mit Lämmchen anschauen. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Da kamen die Schafsmütter und ihre Lämmchen, die gerade mal wenige Tage zählten, im Garten des evangelischen Gemeindehauses Delitzsch doch etwas in Bedrängnis. Schließlich waren sie so viel Aufmerksamkeit nicht gewöhnt. Und die hatten sie. Circa 100 Kinder freuten sich über die Begegnung mit den wolligen Vierbeinern, die plötzlich in einem kleinen Gatter auf der Wiese standen. Sie wollten ihnen ganz nahe sein. Echte Tiere sind nun mal eine Attraktion.

Das biblische Gleichnis vom verloren Lamm

Aber die Vorschüler aus den Einrichtungen der Diakonie Delitzsch-Eilenburg hatten sich mit ebenso großem Enthusiasmus in den vergangenen Monaten mit dem Schaf als Kunstobjekt und als Figur im biblischen Gleichnis vom verloren Lamm auseinandergesetzt. Nun waren die Gruppen auch aus Bad Düben, Eilenburg, Glaucha, Laußig, Löbnitz, Schkeuditz und Wölkau nach Delitzsch angereist, um ihre Werke zu präsentieren und zu feiern. Bela aus der Kita Schwalbennest in Löbnitz zum Beispiel wusste jedenfalls über die Geschichte Bescheid: „Das Schaf wollte einfach nicht auf der Wiese bleiben. Der Hirte hat es gesucht und wieder gefunden“, erklärte der Sechsjährige.

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Vielfalt und Bastelenthusiasmus zeigen die Kunstwerke, die zur Geschichte ums verlorene Schaf in den Kitas Delitzsch, Bad Düben, Eilenburg, Glaucha, Laußig, Löbnitz, Schkeuditz und Wölkau entstanden. In der Delitzscher Stadtkirche sind sie zu besichtigen. Aber auch für die Abschlussandacht ließen sich die Pfarrer aus Delitzsch und Schkeuditz etwas einfallen.

Schafs-Geschichten

Ausgedacht hatten sich das gemeinsame Projekt Marlis Bauer vom Diakonischen Werk Delitzsch-Eilenburg und Gemeindepädagogin Babett Herkt. Beim großen Treffen spielte das Puppentheater Fingerhut die Geschichte von der Geburtstagsüberraschung von Peterson für Findus. Diese Geschichte war mal nicht explizit auf Schafe ausgerichtet, aber dafür erzählten die beiden Pfarrer Stephan Pecusa und Axel Meißner in der Abschlussandacht mit Handpuppe, Schafsmaske und schauspielerischem Einsatz die Gleichnisgeschichte ein weiteres Mal. Das bereitete den Großen und Kleinen auf den Kirchenbänken Spaß mit ernstem Hintergrund: Auch wenn der Hirte 99 weitere Schafe hat, so kümmert er sich auch um das einzelne, keines soll zurückbleiben.

Schafs-Kunst

Das Gleichnis hatten die Kinder in den vergangenen Wochen auf die verschiedenste Art und Weise bildnerisch in Szene gesetzt. Schafe aus Wolle, Watte, geklebt, geknüpft, auf moosiger Weide, mit Strohzaunumfriedung, aus Pappe, aus Plastebechern, mit und ohne Hirten waren in der Kirche zu entdecken. Selbst ein paar Fußball spielende Schafe in einem kleinen Kickers-Spiel waren dabei. Michaela Fritz, die Leiterin der Kita St. Franziskus schaute sich fachmännisch an, was die Kolleginnen in den anderen Einrichtungen gemeinsam mit ihren Kindern kreiert hatten. Ein Schlusspunkt? „Nö, bei uns nicht“, erklärte sie lachend. „Wir machen das noch bis zum Sommerfest. Motto: „Nummer 100 auf Abwegen“.

Besucher der Peter & Paul-Kirche sehen die Kinder-Kunstwerke noch bis Mittwoch. Für jedermann zugänglich ist die Kirche dienstags von 12 bis 16 Uhr.

Von Heike Liesaus