Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Die SPD in Krostitz hat’s nicht leicht
Region Delitzsch Die SPD in Krostitz hat’s nicht leicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 19.06.2018
Auf einen Kaffee mit Liane Deicke und Dirk Schneider vom SPD-Ortsverein Krostitz. Quelle: Heike Liesaus
Krostitz

Aufregende Themen gibt es immer – und Menschen, die sich einmischen, kritisieren, etwas ändern wollen. Die LVZ nimmt sich die Zeit und hört Ihnen zu. In der Serie „Auf einen Kaffee mit“ stellen wir Sie und Ihre Themen in loser Folge vor. Wir bringen den Kaffee mit – und wollen von ihnen hören, was sie bewegt. Heute: Liane Deicke (64) und Dirk Schneider (33). Deicke ist Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Schneider Mitglied im Ortschaftsrat Kletzen-Zschölkau.

Frau Deicke, es kommt in Gemeinderatssitzungen manchmal der Eindruck auf, dass nur von der SPD-Seite gemeckert wird, während doch alles gut läuft in Krostitz, oder?

Liane Deicke: Ja, ich weiß schon: Die von der CDU sind die Macher, wie es ein parteiloser Gemeinderat jetzt formulierte. Klar, es entsteht der Eindruck, dass die Entwicklungen in der Gemeinde nur auf die Aktivität der CDU und des CDU-Bürgermeister zurückzuführen sind. Egal, ob Kindertagesstätte, Schule, Mehrzweckhalle, es passiert ja auch ständig etwas, was man mit dem Bürgermeister in Verbindung bringt. Es ist natürlich auch schön, dass wir in der Gemeinde finanziellen Gestaltungsspielraum haben. Aber dafür ist eben gar nicht so viel zu tun. Denn dank der Lage nahe Leipzig und an der B 2 kommen die Firmen von selbst, die sich auf unseren Gewerbegebieten ansiedeln wollen. Es ist auch neidlos anzuerkennen, dass zum Beispiel aufgrund des Einsatzes des Bürgermeisters der Schulstandort erhalten wurde.

Was ist mit eigenen Themen, um sich zu profilieren?

Liane Deicke: Die Tagesordnung und die Beschlussvorlagen werden von der Verwaltung beziehungsweise vom Bürgermeister gemacht. Extra Anträge von uns haben praktisch keine Chance. Die werden abgelehnt.

Dirk Scheider: Es wird ja im Ortschaftsrat kaum diskutiert und er hat auch nichts zu entscheiden. So sind es reine Fragestunden. Es gab eine SPD-Initiative, die Ortschaftsräte mit einem Budget für kleinere örtliche Angelegenheiten auszustatten. Doch das wurde mit dem Argument abgelehnt: Das macht alles der Bürgermeister. Man will also gar keine Verantwortung abgeben.

Was kann die SPD in Krostitz bewirken?

Liane Deicke: Kleine Beispiele gibt es schon: Bei einigen Angelegenheiten musste der Bürgermeister bei der Kommunalaufsicht wegen Verstoßes gegen die Sächsische Gemeindeordnung Rede und Antwort stehen. Beispielsweise war die Leine-Brücke, die ein Unternehmer für die Gemeinde kostenlos gebaut hatte, dem Gemeinderat nicht als Spende zum Beschluss zur Kenntnis gegeben worden. Das musste nachgeholt werden. Auf der Homepage der Gemeinde existierte der Gemeinderat gar nicht, obwohl er das oberste Organ der Gemeinde ist. Das wurde schließlich auf meine Forderung hin geändert.

Dirk Schneider: Wenn wir Ideen einbringen, kommt sofort der Vorwurf: Die machen Parteipolitik. Aber es ist natürlich schwierig, wenn alle Vorschläge oder Gegenvorschläge abgelehnt werden. Nachfragen wiederum werden meist als Kritik und als persönlicher Angriff empfunden, obwohl sie nicht so gedacht sind.

Welche Projekte hätten Sie gern in Gang gebracht.

Liane Deicke: Wir haben zum Beispiel ein Energiesparkonzept gefordert. Die Gemeinde verfolgt die Strategie, einfach bei Straßenprojekten moderne Leuchten einzubauen, die weniger verbrauchen. Dann bleibt es in Siedlungen, die keine neuen Straßen brauchen, bei den alten uneffektiven Lampen und duster. Wir machen auch Druck wegen der Auflage, ein Gutachten zum Stellenplan über die Vergütung der Mitarbeiter anfertigen zu lassen. Die Mittel dafür wurden im vergangenen Jahr bereits eingestellt. Als dann von den 17 000 Euro rund 4000 Euro als ausgegeben verbucht waren, dachte ich schon, das Gutachten sei besonders preiswert zu haben gewesen. Es war aber für die Erstellung der Eröffnungsbilanz eingesetzt worden. Und das Gutachten gibt es immer noch nicht.

Ich hatte auch das genossenschaftliche Projekt für ein Krostitzer Seniorenwohnprojekt unterstützt. Die Mehrheit hatte sich damals dem Bürgermeister angeschlossen und auf den privaten Investor gesetzt, der jetzt abgesagt hat. Schade.

Immerhin gibt es in Krostitz eine SPD-Ortsgruppe, in anderen Gemeinden nicht.

Liane Deicke: Stimmt, als mein Mann und ich nach Priester gezogen sind, gab es keine solchen Strukturen. Jetzt gibt es drei Gemeinderäte und zwei Ortschaftsräte, die über die SPD-Liste gewählt wurden. Im vergangenen Jahr konnten wir vier neue Mitglieder im SPD-Ortsverein begrüßen. Das ist für einen kleinen Ortsverein wie unseren sehr viel.

Dirk Schneider: Insgesamt ist die Mitgliederzahl konstant. Weil es auch immer mal Abgänge zum Beispiel durch Umzüge gibt. Wir haben die neuen Mitglieder gleich einbezogen. Einer war sogar Delegierter beim Kreisparteitag. Zwei neue Mitglieder haben uns bei der Kranzniederlegung zum Volkstrauertag unterstützt.

Von Heike Liesaus

Wie könnte es im Jahr 2038 aussehen? Was kann passieren, wenn das Wohlstandsgefälle und die Politikerverdrossenheit zu- oder abnehmen? Zwischen diesen Koordinaten entwickelten Delitzscher Berufsschüler in einem Projekt des Vereins „Zeitgeist“ aus Berlin „Gesichter der Zukunft“.

19.06.2018

Die Delitzscher Schüler sind am Montag in den Buchsommer gestartet. Mit diesem sachsenweiten Projekt soll das Lesen gefördert werden. In der Stadtbibliothek gibt es dazu ein paar Besonderheiten.

18.06.2018

Elf grüne Oasen gab es am Sonntag in Delitzsch und Umgebung zu entdecken. Asiatische Gärten, Kiesgärten, Selbstversorgergärten, Teichanlagen und dergleichen mehr durften bestaunt werden.

17.06.2018