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Delitzsch Dokumentarfilmer findet Spuren der Luftrüstung in Delitzsch
Region Delitzsch Dokumentarfilmer findet Spuren der Luftrüstung in Delitzsch
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08:05 30.10.2019
Roger Liesaus hält das Rudiment eines Propellerflügels in den Händen, die im Erla-Werk zu Tausenden eingebaut wurden. Quelle: Anna-Maria Rieger
Delitzsch

Luftrüstung in Delitzsch und Umgebung? Das mag heute schwer vorstellbar sein. Doch Roger Liesaus fand bei den Recherchen zum aktuellen zweiten Teil seiner Dokumentarfilmreihe über Luftrüstungsindustrie im Raum Leipzig Zeugen und Zeugnisse auch in Delitzsch, Löbnitz und Doberschütz. Im ersten Film ging es um die Geschichte des Mimo-Werks (Mitteldeutsches Motoren-Werk) in Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Diesmal recherchierte der 57-jährige aus Taucha über „Erla – das Hauptwerk und die Flugplätze“.

Delitzscher unterstützen Recherche

Das Erla-Werk stand im Leipziger Osten. Die erste Spur nach Delitzsch führte ausgerechnet in die Schokoladenfabrik. „Ehemalige Erla-Lehrlinge hatten mir erzählt, dass die Ausbildung nach der Bombardierung des Hauptwerkes dorthin verlegt war“, erklärt Roger Liesaus. Nach Aufrufen in der LVZ und auf Facebook halfen viele, die sich aus verschiedensten Gründen bereits mit dieser Historie befasst hatten. So wusste Detlef Seeger von den Erlebnissen seines Vaters, der auf Flugplätzen fotografiert hatte, und konnte historisches Fotomaterial beisteuern. Der Heimatforscher Peter Seifert erklärte vor Ort, was sich einst auf dem Flugplatz Spröda befand und was damals passierte. Gerold Weber, der Vorsitzender des heutigen Fliegerklubs in Roitzschjora, wusste über die Stationierung von Verbänden der Luftwaffe und des Jagdflugzeuges Me Bf 109 auf dem Gelände Bescheid. In dem beschaulichen Heide-Dörfchen gab es eine provisorische Stationierung von Jagdfliegern der deutschen Wehrmacht gegen Ende des Zweiten Weltkrieges.

Zeitzeugen sprechen

Dank der heutigen Geschichtsinteressierten sprechen auch so stumme Zeitzeugen, wie ein verfallender Torpfeiler, der unvermittelt im Gelände steht, die Mauerreste, die aus dem Waldboden ragen. Doch Roger Liesaus fand auch in Delitzsch und Umgebung immer noch Menschen, die die Zeit damals miterlebt hatten. Der älteste Interview-Partner seines Erla-Films zählt 100 Jahre. „Kein Material und keine Auskünfte waren leider zur Delitzscher Walzenmühlezu erhalten, die in der Erla-Geschichte ebenfalls eine Rolle gespielt hat“, stellt der Tauchaer fest.

Vom Sportflugzeug zum Jagdflieger

Der Name Erla bezieht sich auf den Gründungsort Erlabrunn. Die Geschichte begann als Sportflugzeughersteller. Im Erla-Maschinenwerk Leipzig wurden allein vom Typ Messerschmitt Bf 109 über 11 000 Stück hergestellt. Über den Trümmern der Produktionshallen ist heute Wald gewachsen, auf einem Teil des Geländes wird Bauschutt recycelt. Bis vor einigen Jahren war im Hauptgebäude noch eine Berufsschule untergebracht. Wahrscheinlich war den wenigsten Schülern bewusst, was sich früher auf dem Gelände abspielte.

Projekt läuft über Publikumsfinanzierung

„Die Forschung und der Film wurden ohne jegliche Fördergelder und Sponsoren realisiert“, so Roger Liesaus über das Projekt. Er wählte deshalb die Publikumsfinanzierung zur Unterstützung der Filmveröffentlichung auf DVD. Diese Hürde ist bereits genommen. Die Kampagne läuft zwar noch bis zum 25. November, doch inzwischen konnte die Zielsumme in Höhe von 5000 Euro erreicht werden.

Info online auf www.rog-film.de

Von Anna-Maria Rieger

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